1846 begab sich Carl Spitzweg mit seinen ebenfalls in München ansässigen Malerkollegen Eduard Schleich d.Ä. und Bernhard Stange auf Studienreise nach Südtirol und Norditalien, wo sie auch Venedig aufsuchen. Es war nicht die erste Reise über die Alpen, die Spitzweg unternahm und sollte auch nicht die letzte sein.

Wie auch auf anderen Reisen führte Spitzweg auch auf der Italienreise 1846 ein Skizzenbuch mit sich, das er mit Zeichnungen der Orte, die er sah und Studien der Menschen, denen er begegnete, füllte. Ebenfalls interessant sind seine Notizen zu Zugverbindungen, Hotels und Kuriositäten.
Das Skizzenbuch wird am 28. Juni im Auktionshaus Schuler in Zürich versteigert. Die Saalauktion, die vom 26.-28. Juni stattfindet und am 24. Juni durch die ausschließlich online erfolgende Blaue Auktion ergänzt wird, umfasst mehr als 3500 Lose mit Kunst, Kunstgewerbe, Antiquitäten, Schmuck und Uhren.

Gut vertreten sind Helvetica sowie die Werke Schweizer Maler, die in zwei separaten Kategorien zum Aufruf kommen. Zu den mehrfach vertretenen Künstlern zählt hier Cuno Amiet, u.a. mit seiner Frühlingslandschaft von 1919.

Zwei einander wunderbar ergänzende Lose kann man unter den Helvetica entdecken: Das 1960 in Öl auf Karton ausgeführte Gemälde Alpfahrt mit Säntis von Urlich Martinelli sowie der Appenzeller Alpfahrtszug, eine bezaubernde Figurengruppe aus geschnitztem und polychrom bemaltem Holz, die um 1980 von Jakob Zweifel ausgeführt wurde.

Unter den internationalen Malern der Auktion ist Alfred de Dreux zu nennen oder vielmehr sein 1845 entstandenes Werk Junger Reiter auf einem Rappen, von einer kleinen Dogge begleitet, das Mensch und Hund in einer Art Zwiegespräch zeigt - aufmerksam verfolgt vom schwarzen Reittier.

Groß(artig) ist auch die Auswahl mit Losen, die zeigen, was man aus Metall alles machen kann. Dem Zürcher Meister Abraham Gessner werden zwei vergoldete Silberreliefs zugeschrieben, die einst die Böden von Schalen zierten, jedoch herausgelöst wurden, als die Gefäße eingeschmolzen wurden. Während ein Relief eine Hirschjagd darstellt, ist das andere dem Monat März gewidmet.

Vom Londoner Meisterschmied Robert Garrard II. stammt ein Kaffee- und Teeservice, das im Jahr von Carl Spitzwegs Italienreise (s.o.) ausgeführt wurde. Das 5-teilige Set aus Silber ist mit einem Rautenmuster verziert, das von einem Dekor mit Vögeln und Pflanzen ergänzt wird.

Dass nicht nur das Haus Fabergé um 1900 hervorragende Silberschmiedekunst anzufertigen wusste, zeigt ein Moskauer Zigarettenetui, das mit Emaille cloisonné verziert wurde. Hergestellt wurde es vom Meister Ivan Petrovich Khlebnikov, der auf diese Art der Handwerkskunst spezialisiert war und diese auch an den Zarenhof lieferte.

Ganz aus Bronze hat der Wiener Art Déco-Künstler Josef Lorenzl die Jagdgöttin Diana wiedergegeben, die einem soeben abgefeuerten Pfeil hinterherzuschauen scheint. Wie sein Zeitgenosse Demétre Chiparus war Lorenzl vor allem für seine Chryselephantinfiguren von grazilen Tänzerinnen bekannt.

In der Schmuckofferte der Auktion können besonders 16 Kreationen des Schweizer Gold- und Silberschmieds Peter Säuberli begeistern. Säuberlich Arbeiten zeichnen sich durch ihren individuellen Charakter und Formensprache aus.

Last but not least darf Kunsthandwerk aus Holz natürlich nicht fehlen. Ein interessantes Stück, das in der Kategorie Möbel, Spiegel, Leuchter zum Aufruf kommt, ist ein Weinkühler aus Mahagoni, dessen Innenseite mit einer Einlage aus Zinkblech ausgestattet ist. Stilistisch ist der Weinkühler dem Sheraton zuzuordnen, einem englischen Stil des späten 18. Jahrhunderts, der auch seinem Urheber Thomas Sheraton bekannt wurde und der sich am französischen Louis Seize und Directoire orientierte.

Ergänzt wird der Katalog durch Groß- und Kleinuhren, Teppiche, Antiken aus Ägypten und Rom, modische Accessoires, eine Sammlung mit seltenen Parfumflakons sowie einige schöne japansicher Meiji-Vasen.
Die Saalauktion am 26.-28. Juni findet im Auktionshaus Schuler in der Seestraße 341 in Zürich statt. Auktionsbeginn ist an allen Tagen um 9 Uhr. Gleiches gilt für die Onlineauktion am 24. Juni. Die Ausstellung zur Auktion kann vom 15.-21. Juni besucht werden.
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