Pünktlich zum kommenden Monatswechsel präsentiert das Wormser Auktionshaus eine Auktionsreihe mit all seinen Spezialgebieten: Spielzeug, Militaria, Kunst und Numismatik.
Den Auftakt bildet am 29. November um 8 Uhr die 17. Kunstauktion des Hauses, die neben Kunstobjekten verschiedenster Art auch eine umfangreiche Porzellanofferte umfasst. Zu den Highlights zählt hier neben gesuchten Stücken der Studio Linie von Rosenthal und Meissener Vasen auch eine bezaubernde Goldscheider-Figur.

Die Figur Spanischer Shawl (Schal, Tuch) wurde in den späten 1920er Jahren vom österreichischen Bildhauer und Keramiker Josef Lorenzl gestaltet und von der Wiener Manufaktur Friedrich Goldscheider ausgeführt. Lorenzl arbeitete wiederholt für Goldscheider und bevorzugte, ganz dem Trend der Art-déco-Epoche entsprechend, Darstellungen exotischer Tänzerinnen, die er auch nach lebenden Vorbildern schuf. Für Der Gefangene Vogel orientierte er sich beispielsweise an der deutschen Tänzerin und Schauspielerin Niddy Impekoven, für das vorliegende Modell vermutlich an deren mexikanischer Kollegin Dolores del Río, die es bis nach Hollywood schaffte und von Marlene Dietrich als die schönste Frau der Traumfabrik bezeichnet wurde.

Bei einem weiteren Highlight der Kunstofferte steht ebenfalls eine junge Frau im Fokus: Blonde Waiting heißt das Werk von Pop Art-Ikone Roy Lichtenstein, das hier als Farboffsetdruck auf einer quadratischen Buchseite von ca. 30,5 x 30,5 cm abgebildet ist (Bildmaß 23 x 23 cm). Die Bild zeigt eine der für Lichtenstein typischen jungen Damen im Comic-Look, die mit leicht ärgerlichem Gesicht auf einen Wecker starrt, was suggeriert, dass ihr Liebster schon eine Weile auf sich warten lässt. Im Bild hat Lichtenstein sein Werk mit Kugelschreiber signiert. Auf der Rückseite ist in Schwarz-Weiß der Offset-Druck I love you, but… zu sehen.
Gleich im Anschluss an die Kunst-Auktion kommen ab 8:30 Uhr numismatische Schätze unter den Hammer. Die 13. Numismatik- und Schmuck-Auktion des Wormser Auktionshauses umfasst neben Münzen aus Antike, Mittelalter und Neuzeit auch Banknoten und Medaillen, Uhren, Schmuck sowie Gold- und Silberobjekte.

Auch das mit einem Limitpreis von 3.200 Euro teuerste Los der Gesamtofferte kommt in dieser Auktion zum Aufruf. Dabei handelt es sich um eine seltene goldene 15-Rupien-Münze, die 1916 in Deutsch-Ostafrika als Notgeld ausgegeben wurde (limitiert auf nur 9.803 Exemplare). Es ist die einzige deutsche Notgeldmünze in Gold, die jemals ausgegeben wurde. Hergestellt wurde sie komplett in der damaligen Kolonie, als während des Ersten Weltkriegs kein Geldnachschub mehr aus Europa kam. Verteilt wurden die goldenen 15-Rupien-Münzen an die Mitglieder der deutschen Schutzgruppe, kamen jedoch nie in Umlauf. Schon früh wurden sie aufgrund ihrer Seltenheit und interessanten Geschichte zu begehrten Sammlerstücken.

In der Schmuckofferte fällt besonders die große Auswahl an schönen Ringen ins Auge, die aus unterschiedlichen Epochen und Regionen stammen. Dieser interessante Ring aus 18-karätigem Gelbgold wurde vermutlich in den USA hergestellt. Es handelt sich um eine Art Toi-et-moi-Ring, wobei die beiden Hauptsteine aus treppenförmigen Smaragden bestehen, die aufgrund ihrer Farbe an Blätter erinnern. Hinzu kommen zwei weiße Punktdiamanten, die für noch mehr Funkeln sorgen.
Die Versteigerung von Spielzeug hat im Wormser Auktionshaus die längste Tradition und ist auch bei seiner 139. Ausgabe wieder einmal sehr umfangreich, weshalb sie sich auf vier Termine verteilt: 29. November (11:30 Uhr) sowie 30. November, 1. Dezember und 2. Dezember (Beginn jeweils um 8 Uhr). Hier gibt es alles, was das nostalgische Herz begehrt, von Modellautos über Blechspielzeug, Steiff-Tieren und Puppen bis hin zu einer riesigen Auswahl an Eisenbahnen von Herstellern wie Märklin, Hamo und Primex.

Auch eine Reihe von Kleinserienmodellen sind mit an Bord, darunter diese Schlepptenderlok der Kaiserlich-Königlichen Staatsbahnen aus Messing, die bei Micro-Feinmechanik M. Rauchenecker in München in einer Auflage von nur 90 Stück hergestellt wurde. Die echte Lok zog nicht nur den Kaiserzug durch Österreich-Ungarn, sondern auch den Orient-Express, der in den vielen Ländern, sie er zwischen Paris und Istanbul durchfuhr, hinter eine Lok der jeweiligen Staatsbahn angehängt wurde.

Während der Orient-Express seine Fahrgäste mit allem Komfort beförderte, hatte Spielzeughersteller Lehman für die beiden Damen und den Hund in diesem Gefährt anderes im Sinn. Die von einem Uhrwerk angetriebene Auto-Kutsche, die Lehmann nach dem Vorbild eines Londoner Taxis von 1899 herstellte, fährt nämlich in Kreisen und Schlingen, wodurch eine der Damen mit ihrem Schirm an die Decke der Fahrgastkabine stößt, während ihre Sitznachbarin die gefalteten Hände in die Luft wirft.
Den Abschluss der Auktionsreihe bildet die 71. Militaria-Auktion des Hauses, die am 3. Dezember um 9 Uhr beginnt.
Alle Versteigerungen finden im Wormser Auktionshaus, Weinbrennerstraße 20, in Worms-Pfeddersheim statt. Vorbesichtigungen sind dort noch bis zum 28. November möglich.



