Pablo Picasso war 61 als er sich 1943 in Paris in die 40 Jahre jüngere Malerin Françoise Gilot verliebte. Er war zu diesem Zeitpunkt noch immer mit seiner ersten Frau Olga Chochlowa verheiratet (von der er allerdings getrennt lebte) und führte seit sieben Jahren eine Beziehung mit der Fotografin und Malerin Dora Maar.
Für Françoise verließ er Dora jedoch und ließ die begabte und selbstbewusste Künstlerin und Muse als gebrochene Frau zurück. Die Beziehung zwischen Dora und Picasso war leidenschaftlich und (vor allem für ihn) inspirierend, aber auch (vor allem für sie) aufreibend gewesen. Besonders die parallele Beziehung des Macho-Malers zu Marie-Thérèse Walter war Dora stets ein Dorn im Auge gewesen.
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Bei Françoise schien alles ein wenig anders. Sie schaffte es sogar, den eitlen Picasso davon zu überzeugen, die schwindende Haarpracht radikal zu kürzen, statt das übriggebliebene Haar mehr oder weniger unauffällig über die Glatze zu kämmen - Dora hatte vergeblich versucht, ihn zu dieser Maßnahme zu bewegen.
Ein weiterer radikaler Schritt war 1948 der Umzug von Paris nach Vallauris an der Côte d’Azur, gemeinsam mit Françoise und dem ein Jahr zuvor geborenen gemeinsamen Sohn Claude (Tochter Paloma sollte 1949 folgen). Hier genoss Picasso nicht nur die Freuden des Familienlebens, sondern entdeckte mit der Töpferei ein neues Betätigungsfeld.
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Das neue Familienidyll wurde 1948 vom ungarisch-amerikanischen Fotografen Robert Capa, der mit Picasso befreundet war, mit der Kamera festgehalten. Das bekannteste Foto aus dieser Reihe zeigt Françoise, die über den Strand spaziert, während Picasso hinter ihr läuft und einen Sonnenschirm über sie hält. Weitere Aufnahmen zeigen den Maler beim Spielen mit seinem einjährigen Sohn Claude im Meer.

Der Fotograf dieser bezaubernden Aufnahmen, Robert Capa, ist vor allem für weniger idyllische Aufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Spanischen Bürgerkrieg bekannt. 1947 gründete er gemeinsam mit seinen Kollegen Henri Cartier-Bresson, George Rodger und David Seymour die Fotoagentur Magnum.
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Das familiäre Glück von Françoise Gilot und Pablo Picasso war jedoch nicht für die Ewigkeit bestimmt. 1953 trennte sie sich von ihm und zog mit den beiden gemeinsamen Kindern zurück nach Paris. Das war eine neue Erfahrung für den Künstler, der zuvor immer derjenige gewesen war, der eine Beziehung beendet hatte. Man lernt eben nie aus.
Picasso rächte sich auf seine Weise, indem er Françoise' Rückkehr zu einer Karriere als Malerin vereitelte. Er untersagte den Pariser Galerien schlicht und einfach ihre Werke auszustellen, da sie ansonsten nie mehr eines seiner Werke präsentieren dürften. Um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, veröffentlichte Françoise 1964 das Buch Leben mit Picasso, in dem sie ihre Erfahrungen an der Seite eines Genies und Machos verarbeitete. Picasso versuchte vergeblich die Veröffentlichung zu verhindern.






