Ein zweimal verschollenes Gemälde von Peter Paul Rubens könnte bei Sotheby’s Baroque Auction am 26. Januar 2023 über 30 Millionen US-Dollar einbringen. Das Gemälde wird als Teil der Fisch Davidson Collection versteigert, die als eine der bedeutendsten Sammlungen barocker Kunst gilt, die jemals auf dem Auktionsmarkt angeboten wurde.
Die Auktion umfasst 10 Werke des 17. und 18. Jahrhunderts, darunter Meisterwerke von Orazio Gentileschi, Giovanni Francesco Barbieri, genannt Il Guercino, Valentin de Boulogne, Bernardo Cavallino und neben anderen eben auch Peter Paul Rubens. Die Gemälde werden bei Sotheby’s in New York, Los Angeles, Hongkong und London ausgestellt, bevor sie während der New Yorker Masters Week im Januar versteigert werden.
Lesen Sie auch: Peter Paul Rubens: Malerfürst und Diplomat

Im Mittelpunkt der Auktion steht Rubens’ Gemälde Das Haupt des heiligen Johannes des Täufers wird Salome überreicht, das Rubens vermutlich um 1609 gemalt hatte, nachdem er nach einem Aufenthalt in Italien in seine flämische Heimat zurückgekehrt war. Dargestellt ist jene berühmte biblische Episode, in der Johannes der Täufer ins Gefängnis geworfen wird, da er die Ehe von König Herodes mit Herodias öffentlich kritisiert hatte. Während eines Festmahls forderte Herodes seine Stieftochter (und Nichte) Salome auf, für ihn zu tanzen. Dafür wolle er ihr auch einen Wunsch erfüllen. Herodias drängte ihre Tochter nun, für ihre Gefälligkeit den Kopf von Johannes den Täufer einzufordern, was Salome dann auch tat. Rubens’ Gemälde zeigt den Moment, in dem Salome der Kopf des Täufers präsentiert wird – eine Szene, die im Laufe der Geschichte von vielen Künstlern wiedergegeben wurde. Die vorliegende Iteration von Rubens gilt als eine der bekanntesten.
Lesen Sie auch: Männermordende Vamps? Frauen mit Richtschwert in der Kunstgeschichte

Laut Sotheby’s war das Gemälde von 1666 bis 1700 auf den Inventarlisten des spanischen Königshauses aufgeführt. Danach galt es als verschollen, bis es in der Sammlung einer französischen Familie wieder auftauchte. 1998 wurde es bei Sotheby’s vom Kunsthändler Otto Naumann für 5,5 Millionen USD ersteigert. Nachdem es von einem Experten des Met restauriert worden war, wurde es in einem Privatverkauf an einen milliardenschweren Hotelunternehmer weiterveräußert. Anschließend verlor sich abermals seine Spur, bis es als Teil der Fisch Davidson Collection wieder in Erscheinung trat.
Die Offerte, deren Gesamtwert auf 40-60 Millionen USD geschätzt wird, ist Teil der Sammlung von Mark Fisch, einem Immobilienentwickler und Treuhänder des Metropolitan Museum of Art, und Rachel Davidson, einer ehemaligen Richterin in New Jersey.
Möchten Sie Artikel wie diesen direkt in Ihrem Posteingang entdecken? Dann melden Sie sich noch heute für unseren kostenlosen Newsletter an!

Der Verkauf ist das Resultat des andauernden Scheidungskriegs zwischen Fisch und Davidson, der bereits zur Veräußerung einiger bedeutender Stücke aus deren privater Kunstsammlung geführt hat. Die Sammlung, die über 30 Jahre zusammengetragen worden war, soll einen Wert von rund 177 Millionen USD haben. Für Schlagzeilen sorgte das Noch-Ehepaar bereits früher im Jahr, als es Rembrandts Abraham und die Engel in einem Privatverkauf bei Sotheby’s für eine unbekannte Summe verkaufte. Der Schätzpreis hatte bei 20 Millionen USD gelegen.
Lesen Sie auch: Eine 600-Millionen-Dollar-Kunstsammlung bei Sotheby’s
Ein Sprichwort in der Auktionsbranche besagt, dass die „drei Ds“, die Hauptbeweggründe für einen Verkauf darstellen: death, divorce und dept (Tod, Scheidung und Schulden). Tatsächlich ist eine Scheidung wahrlich nicht selten der Auslöser für die Versteigerung einer bedeutenden Sammlung. Erst im November 2021 und Mai 2022 war die Sammlung der sich scheiden lassenden Harry und Linda Macklowe in zwei Auktionen bei Sotheby’s versteigert worden und hatte dabei atemberaubende 922 Millionen USD erzielt, was diese Sammlung zu der bislang wertvollsten der Auktionsgeschichte macht.
Entdecken Sie weitere Neuigkeiten vom Auktionsmarkt im Barnebys Magazin!










