Schlafen in einem Kunstwerk: Das Château du Pé

Für das Projekt “Chambres d’artistes au Château du Pé” versammelten sich 6 Künstlerpaare im Loiretal bei Nantes, um die Zimmer eines Hotels individuell zu gestalten.

Schlafen in einem Kunstwerk: Das Château du Pé

Das Château du Pé

Château du Pé | Foto via Planeta Dunia
Château du Pé | Foto via Planeta Dunia

Das Château du Pé ist ein Schloss aus dem 18. Jahrhundert, in dem sechs Schlafzimmer von sechs international renommierten Künstlerpaaren in intime und kreative Räume verwandelt wurden. Wer in einem von ihnen übernachtet, darf sich zudem auf ein gutes Frühstück freuen, das in der Schlossküche serviert wird. Umgeben ist das Château du Pé von einem 7 Hektar großen Naturpark, dessen Gewässer das Kunstwerk Did I miss something? ("Habe ich etwas verpasst?") des dänsichen Bildhauers Jeppe Hein beherbergen.

Moriceau & Mrzyk: Est-il bien prudent d’envoyer des messages aux extra-terrestres?

Das Zimmer von Moriceau & Mrzyk | Foto via Planeta Dunia
Das Zimmer von Moriceau & Mrzyk | Foto via Planeta Dunia

Im Erdgeschoss des Château du Pé befindet sich der Raum Est-il bien prudent d’envoyer des messages aux extra-terrestres ("Ist es sinnvoll, Nachrichten an Aliens zu senden?"), in dem uns das Künstlerduo Moriceau & Mrzyk mit unseren Ängsten und Albträumen konfrontiert. In transparenten Schaukästen an den Wänden befinden sich Schmetterlinge, Motten, Skorpione und Käfer. Betrachtet man die Wand genauer, stellt sich die Frage, ob deren schwarze Farbe die Nacht hereinbrechen lässt oder die weiße Farbe den Anbruch eines neuen Tages verheißt. Als Wächter über den hoffentlich eintretenden Schlaf der hier übernachtenden Gäste, wacht ein paar geschnitzter Fetischtische mit Pilzlampen.

Eva & Adèle: Nebelglanz

Das Zimmer von Eva & Adèle | Foto via Planeta Dunia
Das Zimmer von Eva & Adèle | Foto via Planeta Dunia

Der Raum Nebelglanz wurde vom deutschen Künstlerduo Eva & Adèle gestaltet und befindet sich im Dachgeschoss des Schlosses. In diesem Zimmer dominiert die Farbe Rot, die Gestaltung der Wände verbindet die Kraft des plastischen Ausdrucks mit Bezügen auf Liebe, Sex, Träume und die vergängliche Natur des Lebens. Zwischen all den Bildern kann man auch ein Portrait der beiden Künstler entdecken. In der Mitte des Raumes steht wie eine Ruheinsel inmitten der bunten Dekorationen ein weißes Stockbett, das bis zu vier Personen Platz bietet.

Frédéric Dumond & Emmanuel Adely: Antichambre

Das Zimmer von Frédéric Dumond & Emmanuel Adely | Foto via Planeta Dunia
Das Zimmer von Frédéric Dumond & Emmanuel Adely | Foto via Planeta Dunia

Das Zimmer Antichambre von Frédéric Dumond & Emmanuel Adely ist bescheidene 9 m² groß. Auf den ersten Blick befindet sich in ihm nur ein Louis XVI-Stuhl vor dem Fenster. Wer hier übernachten möchte, muss sich also auf die Suche nach einer bequemeren Schlafstatt begeben. Diese wird er in den Wänden finden, aus denen sich die Betten wie in einem Schlafwagen herausklauben lassen. Inspirationsquelle war hier die Angst von Autoren vor leeren (weißen) Seiten, die eine Interaktion erforderlich machen.

John Giorno & Ugo Rondinone: There was a bad tree

Das Zimmer von John Giorno & Ugo Rondinone | Foto via Planeta Dunia
Das Zimmer von John Giorno & Ugo Rondinone | Foto via Planeta Dunia

Der Raum There was a bad tree wurde vom US-Amerikanischen Künstler und Poeten John Giorno und dem Schweizer Künstler Ugo Rondinone nach der gleichnamigen Erzählung von Giorno gestaltet. Die Erzählung handelt von einem schlechten Baum, den eine Gruppe von Leuten zu vernichten versucht, der aus allen Versuchen jedoch gestärkt hervorgeht. Bis eine Gruppe von Leuten dazukommt, die dem Baum mit Liebe begegnet und ihm damit seine wahre Schönheit entlocken kann. Zur Umsetzung des Gedichts in dem Zimmer nutzte das Duo die Dachbalken des Gebäudes sowie eine schwarze Kopie des Fensters, wodurch Gut und Böse einander gegenübergestellt werden.

Bevis Martin & Charlie Youle: La Grande Question

Das Zimmer von Bevis Martin & Charlie Youle | Foto via Planeta Dunia
Das Zimmer von Bevis Martin & Charlie Youle | Foto via Planeta Dunia

Der Raum La Grande Question ("Die große Frage") wurde von Bevis Martin & Charlie Youle gestaltet und zeigt eine Reihe weißer Reliefs an den Wänden, die sich mit dem Geheimnis des Lebens beschäftigen. Wie in wissenschaftlichen Büchern sind so Fortpflanzungsorgane von Blumen, Föten von Hunden und Menschen, Fischlarven und die Geburt eines Baumes abgebildet.

Sarah Fauguet & David Cousinard: Saturnia Pyri

Das Zimmer von Sarah Fauguet & David Cousinard | Foto via Planeta Dunia
Das Zimmer von Sarah Fauguet & David Cousinard | Foto via Planeta Dunia

Der Raum Saturnia Pyri wurde vom französischen Künstlerduo Sarah Fauguet & David Cousinard entworfen. Inmitten des mit sechseckigen Eichenfliesen ausgelegten Bodens verbirgt eine Tür das Bett. Die Gestaltung des monumentalen Kamins folgt dem Muster der Flügel der Mottenart Saturnia Pyri (Wiener Nachtpfauenauge), deren männliche Vertreter nach der Paarung das Zeitliche segnen.

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