Freunde russischer Kunst haben am 1. Juli die Gelegenheit, auf die Lose eines außergewöhnlichen Kataloges mitzubieten, der vom Experten Ivan Birr mit großer Sorgfalt zusammengestellt wurde. Aguttes' Position als führendes Auktionshaus für russische Kunst in Frankreich hat es ihm erneut ermöglicht, eine spannende Offerte mit Kunst und Kunsthandwerk von höchster Qualität präsentieren zu können.

Das Top-Los der Auktion ist diese Ansicht des Kaukasus von Sattar Bahlulzade, dem Begründer der Landschaftsmalerei in Aserbaidschan. Nach ersten Studien in Baku perfektionierte der Künstler seine Fähigkeiten bei Favorsky in Moskau und traf während einer Reise auf die Krim auf Marc Chagall. Bahlulzade war tief in seiner Heimat verwurzelt und empfand die Berge des Kaukasus als immerwährende Quelle der Inspiration. Nicht ohne Spott bemerkte er, dass er nicht wie Gauguin ganz bis Tahiti reisen müsse, sondern dass ihm seine Heimat die volle Vision der Schönheit eröffne.
Das vorliegende Landschaftsgemälde verdeutlicht, dass sich Bahlulzades Kunst durch eine helle Farbpalette, Lebendigkeit und Ausdruckskraft auszeichnet. Mit Bahlulzade erhält Farbe eine echte Musikalität, die über die Form hinaus eine spirituelle Vision, eine mystische Erfassung der Natur, offenbart. Sattar Bahlulzades Werke werden im Nationalmuseum von Aserbaidschan und in seinem Heimatdorf Amirjan ausgestellt, wo ihm ein Museum gewidmet ist. Weitere Gemälde befinden sich in Sammlungen in Tiflis und Eriwan.

Auch dieses Violinkonzert von Vano Meliashvili ist Teil der Offerte. Nachdem Meliashvili das Leben eines Wanderpredigers im Kaukasus geführt hatte, ließ er sich in Tiflis nieder. Mit den revolutionären Kämpfen der damaligen Zeit konnte er nichts abgewinnen und verschrieb sich und seine Kunst einer idealen Folklore, wobei er eine Simplizität freisetzte, die die Schönheit eines verlorenen Paradieses zum Ausdruck brachte. Das Violinkonzert ist Teil einer Reihe von Arbeiten Meliashvilis, die vom Leben im alten Tiflis inspiriert sind und deren Charaktere eine Schönheit aus tiefer Poesie zum Ausdruck bringen.

Dieses monumentale Konfitüregefäß stammt aus den Ateliers des bedeutenden Goldschmieds Fabergé, was durch die Goldschmiedemarke gesichert ist. Des Weiteren versüßt es jede Frühstückstafel mit Musikstücken aus der Oper Carmen von Bizet, die eine Spieluhr im Inneren abspielt. Die eingravierten Daten "1869- XXV- 1894 16 Februar" weisen das außergewöhnliche Stück als Silberhochzeitsgeschenk aus.

Diese seltene Ikone, die dem Heiligen Johannes von Tobolsk gewidmet ist, steht an dieser Stelle stellvertretend für alle Lose mit sakraler Kunst, die in der Auktion zum Aufruf kommen. Johannes von Tobolsk wurde von der Familie Nikolaus' II. stark verehrt und war der letzte Heilige, der im zaristischen Russland kanonisiert wurde. Als die Zarenfamilie 1917 ins Exil gehen musste, begleitete sie Gräfin Anastasia Vasilyevna Hendrikova, Hofdame der Zarin, aus freien Stücken nach Tobolsk. Als Zeichen der Anerkennung für ihre Loyalität gegenüber dem Zaren erhielt sie von dessen Gemahlin Alexandra eben diese Ikone, bevor die Bolschewiki sie trennten. Auf die Rückseite schrieb die Zarin "Rette und schütze 29.X.1917". Genützt hat es nicht, denn Gräfin Anastasia wurde kurz nach der Erschießung der Zarenfamilie ebenfalls ermordet.
Die Auktion mit russischer Kunst findet am 1. Juli um 14:30 Uhr bei Aguttes in Neuilly-sur-Seine statt.
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