Als das Dorotheum vor fast genau einem Jahr eine Auktion mit Kaiserhaus-Memorabilia abhielt, konnten wir Ihnen anschließend von erfreulichen Preissteigerungen berichten, die einige Stücke, die aus dem Besitz des Kaiserpaares Franz Joseph und Elisabeth stammten, erzielt hatten.
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Diesen Monat ist es wieder soweit, wenn das Dorotheum am 11. Juni die Auktion „Kaiserhaus & Historika“ präsentiert.
Eines der Top-Lose der Offerte ist eine schwarze Samtjacke im ungarischen Stil, die von Kaiserin Elisabeths Liebe zu Ungarn zeugt. Während sie sich seit ihrer Vermählung mit Kaiser Franz Joseph I. im April 1854 am steifen Wiener Hof nie richtig heimisch fühlte, entwickelte Elisabeth schnell eine starke Affinität zu Ungarn, das Teil der Habsburgermonarchie war. Die Ungarn waren am Wiener Hof eher unbeliebt (so wie auch Elisabeth sich fühlte), nachdem sie im Revolutionsjahr 1848 verstärkt um ihre Unabhängigkeit gekämpft hatten. Elisabeth setzte sich für den Ausgleich ein, was 1867 zur Schaffung der k.u.k.-Doppelmonarchie Österreich-Ungarn mit zwei gleichberechtigten Ländern führte.

Der Ausgleich war die einzige Gelegenheit, bei der Elisabeth politisch aktiv wurde. Ansonsten zog sie sich möglich häufig ins Privatleben zurück, ging auf Reisen und pflegte ihre legendäre Schönheit. Zu dieser Legendenbildung trug sie selbst schon früh bei, indem sie ab etwa 1870 nicht mehr fotografieren ließ und auch schon bald nicht mehr für gemalte Porträts posierte. So dürfte auch ein weiteres Spitzenlos der Auktion, ein um 1890 entstandenes Gemälde, das die aus Trauer um ihren Sohn Rudolf in Schwarz gekleidete Elisabeth zeigt, nach einem Fotoporträt aus den 1860er Jahren entstanden sein, wobei das Antlitz der Kaiserin vom nicht bekannten Maler etwas deren fortgeschrittenen Alter angepasst wurde.
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Ein weiteres Porträt der Auktion, gemalt von Edmond Georges Grandjean im Jahr 1884, zeigt Elisabeth zu Pferd. Von der Reitleidenschaft der Kaiserin zeugt auch eine persönliche Reitgerte, auf die mitgeboten werden darf. Ein weiteres schönes Sammlerstück für „Sisi-Fans“ ist ein Fächer aus Perlmutt und Spitze. An die Reiselust Elisabeths erinnern ein Reisethermometer sowie ein Fotoalbum mit Aufnahmen aus den Orten Tanger, Oran und Algier, denen sie 1890 einen (wie immer privaten) Besuch abgestattet hatte.

Auch von Sisis Gemahl Franz Joseph I. kommen einige persönliche Erinnerungsstücke zum Aufruf, darunter eine Brille mitsamt Etui sowie ein Paar lederner Halbstiefel samt Sporen, deren Echtheit von Eugen Ketterl, dem langjährigen Leibkammerdiener des Kaisers, durch eine beiliegende Visitenkarte bestätigt wird. Ketterl bekleidete sein Amt von 1894 bis zum Tod Franz Joseph im Jahr 1916. Etwa aus diesem Zeitraum stammt auch eine umfangreiche Sammlung von Postkarten, die Ketterl nach Hause sandte, wenn er mit dem Kaiser auf Reisen war.
Ein weiteres Top-Los der Auktion ist ein Reiterbildnis Franz Josephs aus dem Jahr 1898 von Julius von Blaas, der den Kaiser mehrfach porträtierte.
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