Die deutsche Auktionsszene bekommt Zuwachs – und zwar von einem alten Bekannten, denn Sotheby’s hat entschieden, Deutschland (wieder) zu einem seiner weltweiten Verkaufsstandorte zu machen.
Ab den 1980er Jahren bis 2005 führte Sotheby’s von seiner Münchener Dependance aus Auktionen auch in Deutschland aus, danach beließ man es dabei, Büros in der bayerischen Hauptstadt sowie Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main und Köln zu haben.
Seine immer wieder Aufsehen erregenden Auktionen führte Sotheby’s bislang in seinem Hauptquartier in New York sowie in seinen Niederlassungen in London, Paris, Mailand, Genf und Hongkong durch. In der zweiten Jahreshälfte 2021 kommt ein weiterer Verkaufsstandort in Deutschland hinzu: Köln, das bis dato lediglich über eine Sotheby's Repräsentanz verfügt hatte. Damit ist Sotheby’s das erste international agierende Auktionsunternehmen, das in Deutschland Versteigerungen durchführen wird.
„Deutschland war schon immer ein Epizentrum für aufregende künstlerische Entwicklungen mit einer engagierten Sammlergemeinde und es freut uns, unser Business in diesem Land nun weiter voranzutreiben“, sagt Sebastian Fahey, Senior Director und Managing Director für Sotheby’s in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika, auf der Website des Auktionshauses.
Antreffen wird man Sotheby’s in Köln in der Bel Étage der nur einen Steinwurf vom Rheinufer entfernt gelegenen Villa Oppenheim im Stadtteil Bayenthal. Der Neorokokobau aus dem Jahr 1908 wurde in den 2010er Jahren umgebaut und modernisiert, ohne den historischen Charakter des für Bankier Emil Freiherr von Oppenheim (1862-1956) errichteten Gebäudes zu beschädigen.

„Deutschland war lange Zeit eine wichtige Quelle, um Sotheby’s internationale Verkäufe mit bedeutenden Werken zu bestücken und es ist höchste Zeit, das Land auch in einen Verkaufsstandort von Sotheby’s zu verwandeln. Unsere neue Niederlassung wird in Köln sein, das schlagende Herz der Kunstwelt dieser Region und eine Stadt, die europaweit von einer der höchsten Dichten an Sammlern und Institutionen für zeitgenössische Kunst umgeben ist. Wir hoffen, dass das Palais nicht nur eine Basis für Sammler in Deutschland, sondern auch für unsere Nachbarn in Österreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und darüber hinaus werden wird und wir können es kaum erwarten, unsere Tore zu öffnen“, ergänzt Franka Haiderer, Chairwoman, Head of Germany und Head of Business Development für Europa, den Mittleren Osten, Afrika und Asien.
Mit diesem Schritt wagt es Sotheby’s also, den etablierten Auktionshäusern in Deutschland, darunter Lempertz in Köln und Grisebach in Berlin, aber auch in weiteren mitteleuropäischen Ländern, wie dem Dorotheum in Wien, den Kampf anzusagen und betont die Bedeutung Deutschlands für die internationale Kunst- und Auktionsszene.
Konzentrieren möchte sich Sotheby's an seiner neuen Verkaufsniederlassung auf die Versteigerung von moderner und zeitgenössischer Kunst sowie Fotografie und Luxusgütern. Drei entsprechende Onlineauktion sind für den Herbst bereits geplant.
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