Der von der Kunstökonomin Dr. Clare McAndrew verfasste Art Basel and UBS Art Market Report 2024 bietet einen umfassenden Überblick über den globalen Kunstmarkt. Ganz gleich, ob Sie Kunstsammler oder Auktionshaus-Enthusiast sind oder einfach nur Ihr Wissen über den Kunstmarkt vertiefen möchten, wir haben für Sie die sechs wichtigsten Erkenntnisse aus dem Auktionsbericht einmal zusammengefasst.
1. Der Big Apple dominiert die Auktionsszene
Trotz eines Rückgangs des Marktanteils im Vergleich zu den Vorjahren blieb New York im Jahr 2023 der Hotspot für die teuersten bei Auktionen verkauften Kunstwerke. 34 der 50 besten Lose im Bereich Kunst wurden im Big Apple versteigert. Dies steht im Einklang mit dem Trend, dass die USA wertmäßig etwas mehr als die Hälfte des weltweiten Marktes für öffentliche Auktionen ausmachen, während Europas Anteil, angeführt von Großbritannien und Frankreich, bei 30 % liegt.
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2. Post-War und Zeitgenössische Kunst begeistern die Massen
Nachkriegs-, zeitgenössische und moderne Kunst machten im Jahr 2023 beeindruckende 78 % des gesamten Marktwerts bei Kunstauktionen aus, ein Anstieg von 2 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Kategorien waren in den letzten zwei Jahrzehnten stets führend auf dem Markt, insbesondere aber in den vergangenen fünf Jahren, in denen die Preise für diese Künstler gestiegen sind und eine längere Liste an angebotenen Kunstwerken ihren Marktanteil ausgebaut haben.
3. Chinas Tore sind weit geöffnet
Nach einem schwierigen Jahr 2022 mit Lockdowns und eingeschränktem Zugang erlebte der chinesische Auktionsmarkt eine robuste Erholung. Die Aufhebung der Beschränkungen Anfang 2023 führte zu einem Anstieg von Angebot und Nachfrage und zu einem Anstieg der Auktionswerte um 14 % auf insgesamt 7,9 Milliarden US-Dollar. Auch China hatte im Vergleich zum Vorjahr doppelt so viele Lose im Wert von mehr als einer Million US-Dollar und verdrängte damit das Vereinigte Königreich vom zweiten Platz.
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4. Picasso enttäuscht nie
Das am teuersten verkaufte Los im Jahr 2023 war Pablo Picassos Femme à la montre (1932), das bei der Versteigerung der Emily Fisher Landau Collection bei Sotheby’s New York 139 Millionen US-Dollar erzielte. Eine weiterer hochkarätiger Verkauf war Gustav Klimts Dame mit Fächer (1918), die im Juni bei Sotheby’s fast 109 Millionen US-Dollar einbrachte.
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5. Online-Only-Auktionen verkaufen mehr, jedoch günstigere Kunst
Die Gesamtsumme der online erzielten Auktionsverkäufe belief sich im Jahr 2023 auf 487 Millionen US-Dollar und hielt damit einen konstanten Anteil von 9 % an den gesamten öffentlichen Auktionsverkäufen. Wie bei den Saal-Auktionen handelte es sich bei den meisten Losen der Online-Only-Auktionen um Kunstwerke mit einem Preis von unter 50.000 US-Dollar. Im Gegensatz zu herkömmlichen Auktionen, bei denen oft auch hochwertige Objekte mit einem Wert von mehr als 1 Million US-Dollar zum Aufruf kommen, bestimmten jedoch überwiegend Werke der mittleren und niedrigeren Preisklasse das Angebot.
6. Herausforderungen für Auktionshäuser
Die Schwierigkeit, neue Einlieferer und Kunstwerke zu finden, war 2023 die größte Sorge der Auktionshäuser. An zweiter Stelle kam der Wettbewerb mit anderen Auktionshäusern. Interessanterweise war der Wettbewerb mit Galerien und Händlern hauptsächlich ein Problem der Händler selbst und nicht der Auktionshäuser, was auf eine einseitige Rivalität innerhalb des Kunstmarktes hindeutet.
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Ausblick
Die Erkenntnisse aus dem Report zeugen von der Widerstandsfähigkeit des globalen Kunstmarktes trotz wirtschaftlicher Schwankungen im Jahr 2023. Mit Blick auf die Zukunft deuten sinkende Zinssätze und Inflation in Verbindung mit der anhaltenden Attraktivität von Kunst auf einen positiven Ausblick für den Markt hin. Sammler und Liebhaber sollten diese Punkte gleichermaßen im Hinterkopf behalten, wenn sie in diesem Jahr die Möglichkeiten in der Kunstwelt erkunden.
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