Über 5.000 Lose in 16 Kapiteln bzw. 21 Sachgebieten werden am 14. und 15. Februar bei Kiefer Buch- und Kunstauktionen versteigert. Tauchen Sie ein in die spannende Welt der antiquarischen Bücher, Grafik, Fotografie und Antiquitäten!
Angeführt wird die Offerte von einem herausragenden Portfolio mit 19 Radierungen von Max Beckmann. Gesichter ist eine Sammlung von unveröffentlichten Radierungen, die Beckmann zwischen 1915 und 1918 angefertigt hatte. 1919 wurden sie vom Kunstschriftsteller Julius Meier-Graefe zusammengestellt und bei Franz Hanfstaengel in München in einer Auflage von 60 Exemplaren auf Bütten gedruckt.

Die nicht zusammenhängenden Bilder zeigen das damalige Leben in all seinen Facetten: Von Beckmanns Familie und spielenden Kindern über die Einsamkeit der Großstädte und kriegsversierte Soldaten bis hin zur Trostlosigkeit der käuflichen Liebe. Zwei Selbstbildnisse Beckmanns runden die durch den Titel Gesichter vereinten Bilder ab.

Weitere Arbeiten von Max Beckmann in der Auktion sind die Kaltnadelradierung Dostojewski II von 1921 (wohl anlässlich des 100. Geburtstags des russischen Schriftstellers entstanden und, wie vorliegend, 1984 anlässlich des 100. Geburtstags Beckmanns neu aufgelegt) sowie die Lithografie Der Überfall aus der Serie Der Mensch ist kein Haustier von 1937. 1937 war ein entscheidendes Jahr in Beckmanns Leben, da er seine Heimat Deutschland nach der Diffamierung seiner Kunst durch die Ausstellung "Entartete Kunst" für immer verließ.

Ein weiteres hochinteressantes Los entstammt den Händen und der Vorstellungskraft des Expressionisten Otto Mueller. Dieser hatte 1917 den Auftrag zur Illustration einer Ausgabe von Max Brods Erzählung Aus einer Nähschule erhalten, woraufhin die sechs vorliegenden Zeichnungen entstanden. Die Umsetzung erfolgte jedoch nie und die Zeichnungen kamen nach dem Tod Muellers als Teil seines Nachlasses in die Hände seines Freundes und Kollegen Erich Heckel.
Alle Blätter sind mit einem Monogramm- und Nachlasstempel Muellers sowie der Signatur Heckel versehen. Das Titelblatt weist zudem die eigenhändige Anmerkung Dieses Gelb kräftiger gedacht von Otto Mueller auf.

1934 schenkte Hermann Hesse dem befreundeten Schriftsteller Walter Bauer eine Mappe mit Gedichten zum 30. Geburtstag. Jedem der Gedichte fügte Hesse eine eigenhändige aquarellierte Federzeichnung sowie ein entsprechendes Titelblatt bei. Dieses bezaubernde Mappenwerk mit Gedichtfolge ist nun ein weiteres Highlight der Auktion bei Kiefer.
Gleich mehrere Lose ermöglichen einen Ausflug in die Welt der Mode und Kostüme: In neun Bänden zusammengefasst kommt die bis 1925 erschiene Zeitschrift Gazette du Bon Ton zum Aufruf, die im Frankreich der Epoche des Art déco den (guten) Ton angab. Ergänzend dazu it ein Album mit 142 Originalentwürfen für Damenmode von 1930 zu empfehlen.

Weg von den Straßen und Salon der Goldenen Zwanziger hinauf auf die Bretter, die die Welt bedeuten, geht es mit über 3500 Kostümentwürfen der Kostümbildnerin Alice Maria Schlesinger. Die hauptsächlich zwischen 1950 und 1990 ausgeführten Entwürfe sind teilweise mit Stoffmustern versehen.
Ein hervorragender Überblick über den arabischen Dekorationsstil im Kairo des 7. bis 17. Jahrhunderts wurde zwischen 1869 und 1877 vom französischen Archäologen Émile Prisse d'Avennes zusammengetragen. Das vorliegende Exemplar des in Paris erschienen L'Art Arabe d'apres les monuments du Kaire depuis le VIIe siecle jusqu'la fin du XVIIe umfasst gut die Hälfte der ursprünglich 200 Bildtafeln.

Ebenfalls vom Orient inspiriert ist der Tintenroller Semiramis von Montblanc aus massivem Gold und rotem Emaille. An die "Hängenden Gärten der Semiramis" in Babylon erinnert die abgebildete Tierfigur, die auch auf dem in Berlin ausgestellten Ischta-Tor zu sehen ist.

Verbleiben wir noch ein wenig in der Ferne und wenden uns einer teilweise musealen Sammlung mit über 100 afrikanischen Masken und Ritualobjekten zu. Die Stücke stammen u.a. aus Benin, dem Kongo und von der Elfenbeinküste.

Noch weit entfernt vom Instagram-Fotowahn entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts die vorliegenden 35 Portraitfotografien. Auch von "bitte lächeln" war man damals noch weit entfernt, wollte man auf einem Foto, das vielleicht das einzige bleiben würde, das man im Laufe seines Lebens von sich machen ließ, doch möglichst würdevoll aussehen. Ein interessantes Stück Zeitgeschichte!
Die Auktion findet am 14. und 15. Februar im Auktionshaus Kiefer in der Steubenstraße 36 in Pforzheim statt. Versteigerungsbeginn ist am ersten Auktionstag um 15 Uhr, am zweiten Auktionstag um 11 Uhr und um 15 Uhr. Vorbesichtigungen sind vor Ort vom 11.-13. Februar jeweils von 11-18 Uhr möglich.
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