"Wertlose" Skulptur aus dem Fernsehen für über 500.000 GBP verkauft

Einige Experten können sich auch mal irren: Eine Skulptur, die in der UK-Sendung "Fake or Fortune" als "wertlos" eingestuft wurde, erzielte später einen Preis von mehr als einer halben Million Pfund.

Fiona Bruce und Philip Mould in der BBC-Sendung "Fake or Fortune" | Foto: Netflix
Fiona Bruce und Philip Mould in der BBC-Sendung "Fake or Fortune" | Foto: Netflix

Vergangenen Herbst war eine zerbrochene Skulptur, die in der BBC-Sendung Fake or Fortune ("Fälschung oder Vermögen") vorgestellt worden war, von der Moderatorin Fiona Bruce mit dem Urteil "wertlos" versehen worden, nachdem sie und ihr Kollege Philip Mould sich nicht über den Ursprung des Stücks hatten einigen können. Später stellte sich heraus, dass es sich um eine originale Skulptur von Alberto Giacometti handelt, die daraufhin bei der im Februar 2019 von Christie's in London durchgeführten Auktion Art of the Surreal mehr als 500.000 GBP erzielen konnte.

"Wir haben uns noch nie mit Skulpturen beschäftigt und es war erstaunlich schwierig, Informationen über die Köpfe von Giacometti und insbesondere über die Gipsversionen zu erhalten", sagte Moderatorin Fiona Bruce während der Episode. „Leider könnte der erlittene Schaden zu groß sein. Es ist vermutlich nicht mehr möglich, es als echtes Werk zu anzuerkennen.“

Alberto Giacometti, Tête qui regarde | Foto: © Christie's
Alberto Giacometti, Tête qui regarde | Foto: © Christie's

Die Fake or Fortune-Episode endete damit, dass Bruce und Mould die Skulptur zur weiteren Überprüfung an das Giacometti-Komitee in Paris schickten. In einer aktualisierten und neu ausgestrahlten Version der Episode wurde festgestellt, dass, nachdem Schichten von Haushaltsfarbe von der Skulptur entfernt wurden, Giacomettis Signatur zum Vorschein kam, was die Echtheit bestätigte.

Die weiße quadratische Gipsskulptur mit dem Titel Tête qui regarde ("Kopf, der blickt") wurde ursprünglich von Clare Clark-Hall zu Fake or Fortune gebracht, deren Großmutter sich laut The Telegraph in den 1930er Jahren in Paris mit Giacomettis Lebensgefährtin befreundet war. Damals soll die Skulptur in ihren Besitz gekommen sein. In den 1960er Jahren fiel die Skulptur durch die Unachtsamkeit der Familienkatze von ihrem Podest und zerbrach. Clark-Halls Großvater reparierte den Schaden mit billiger Spachtelmasse und Haushaltsfarbe. Diese Schichten wurden von professionellen Reinigungskräften entfernt, um die Aufschrift auf der Unterseite zu enthüllen: „Alberto Giacometti 1928“.

Gegenüber The Telegraph sagte Mould: „Auch wenn wir ziemlich lange Vorlaufzeiten haben, arbeiten wir immer bis kurz vor der jeweiligen Ausstrahlung von Fake or Fortune, und die Kunstwelt beobachtet nicht immer die ganzen Schritte. Diese Bewertung dauerte länger und mehr als die meisten. Aber es hat sich gelohnt, darauf zu warten.“

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