Das Datum: 8. November 1948; der Ort: Café Notre-Dame in Paris. Vor 75 Jahren saßen die Künstler Karel Appel, Constant, Corneille, Christian Dotremont, Asger Jorn und Joseph Noiret zusammen und gründeten eine avantgardistische Künstlervereinigung, die sich von den damals vorherrschenden Kunstströmungen abheben sollte. Weg von allen surrealistischen Tendenzen, hin zu einem Neo-Expressionismus, der auf dem Informel beruhen sollte.
Die neue Künstlervereinigung erhielt den Namen CoBrA. Doch was hatte es damit auf sich? Tatsächlich handelte es sich dabei ganz einfach um die Anfangsbuchstaben der Städte Kopenhagen, Brüssel und Amsterdam, also den Hauptstädten jener Länder, aus denen die Künstler von CoBrA stammten: Asger Jorn und und Carl-Henning Pedersen aus Dänemark, Corneille, Christian Dotremont und Joseph Noiret aus Belgien sowie Karel Appel und Constant (Nieuwenhuys) aus den Niederlanden.
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Später kamen noch weitere Künstler aus den drei „Gründungsstaaten“ sowie weiteren Ländern dazu, darunter Karl Otto Götz aus Deutschland, Carl-Otto Hultén aus Schweden und Jacques Doucet aus Frankreich. Man organisierte zwar zwei Ausstellungen (1949 in Amsterdam und 1951 in Lüttich), doch löste sich CoBrA bereits 1951 wieder auf. 1995 wurde das CoBrA Museum in der niederländischen Stadt Amstelveen eröffnet.

Einer der CoBrA-Gründer, Corneille (eigentlich Guillaume Cornelis van Beverloo) schaffte des es, durch seinen unverkennbaren Stil zu einem der wichtigsten Künstler der Benelux-Staaten in der Nachkriegszeit zu werden. 1922 in Lüttich als Sohn niederländischer Eltern geboren, studierte Corneille in den frühen 1940er Jahren Kunst in den Niederlanden und hatte dort bereits 1946 seine erste Einzelausstellung. Er lernte Karel Appel und Constant kennen und trat mit beiden der Künstlervereinigung Reflex bei, die sie zugunsten von CoBrA jedoch bereits nach einem Jahr wieder verließen.
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War Corneilles Stil zu Zeiten von CoBrA noch etwas unausgegoren, wurde er mit der Zeit immer prägnanter und unverwechselbarer. Es dominierte fortan eine eindringliche Farbigkeit, die mit der Reduktion der Form, Perspektive und Schattengebung einherging. Neben der Malerei beschäftigte sich Corneille auch mit der Bildhauerei, Keramik und Grafik und unternahm Ausflüge in die Lyrik.
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Doch waren es nicht nur die frühen Erfahrungen bei CoBrA, die das Werk Corneilles beeinflussten. Ab 1950 wohnhaft in Paris (bis zu seinem Tod im Jahr 2010), unternahm er immer wieder ausgedehnte Reisen, die ihn nach Afrika, Asien und Amerika führten, und die alle ihre Spuren in seinen Werken hinterlassen haben. Besonders einflussreich war 1967 eine Reise nach Kuba, in deren Verlauf sich Corneille – ähnlich wie Chagall – eine symbolhafte Bildsprache aneignete. Wiederkehrende Motive waren Vögel, Frauen und Palmen.
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Für Gemälde von Corneille werden auf dem Auktionsmarkt Preise im sechsstelligen Bereich gezahlt. Der aktuelle Rekord wurde 2022 aufgestellt, als L'Orchestre de Jazz Be Bop (1950) im dänischen Auktionshaus Bruun Rasmussen für 3,3 Millionen DKK (532.401 Euro) versteigert wurde. Weitaus erschwinglicher sind die Drucke, die regelmäßig angeboten werden und bereits für ein paar hundert Euro zu haben sind. Viele Gemälde Corneilles befinden sich in Privatbesitz, andere können im CoBrA Museum oder im Stedelijk Museum in Amsterdam bewundert werden.
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