Als der 21-jährige Stig Lindberg an einem Junitag im Jahr 1937 die Porzellanfabrik Gustavsberg betrat, um sich einen Sommerjob zu suchen, traf er auf ein Unternehmen, das kurz vor dem Bankrott stand. Mit einem übermütigen „Wenn ihr mich einstellt, sorge ich dafür, dass es Arbeit für mich in der Fabrik gibt“ gelang es ihm, den damaligen Chef Axel Odelberg zu einem Ferienpraktikum zu überreden. Und Herr Odelberg sollte es nicht bereuen. In den folgenden zwei Monaten gelang es Stig Lindberg, Gustavsberg künstlerischen Leiter Wilhelm Kåge zu beeindrucken, sodass er nach dem Sommer als dessen Schüler eingestellt wurde.

Man muss froh und dankbar sein, dass Stig Lindberg an jenem Junitag so zuversichtlich war, denn als Wilhelm Kåge 1948 als künstlerischer Leiter bei Gustavsberg aufhörte, übernahm Lindberg das Ruder und entwarf in der Folgezeit einige der beliebtesten Tafelgeschirre Schwedens, darunter Berså, Spisa Ribb und Adam, die vor Kurzem in die Produktion von Gustavsberg zurückgekehrt sind. Mit seinen unverwechselbaren und fantasievollen Designs ist es Lindberg gelungen, den bis dahin eher tristen Häusern des Schwedischen Wohlfahrtsstaats mit Farbe und Verspieltheit zu versorgen. Gleichzeitig hat er damit zeitlose Muster entworfen, die heute noch so modern sind wie damals.
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Berså von Stig Lindberg ist vielleicht eine der beliebtesten und gesuchtesten Dekore, die im 20. Jahrhundert in Schweden hergestellt wurden. Eigentlich wurde es von Krister Karlmark, Lindbergs Assistenten, entworfen, aber wie damals üblich, wurde nur der Name des Meisters genannt. Als Service wurde die Serie zwischen 1961 und 1974 bei Gustavsberg produziert. 2005 kam es zu einer Neuauflage. Heute ist das Dekor Berså nicht mehr nur auf Porzellan zu finden, sondern auch auf Textilien und Tapeten.
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Die künstlerische Serie Domino wurde 1955 auf der großen internationalen Ausstellung H55 in Helsingborg vorgestellt und bis 1969 produziert. Die Serie bestand unter anderem aus Aschenbechern, Vasen und Schalen und wurde von einem Schwarz-Weiß-Muster dominiert. Erhältlich war sie aber auch in Hellbraun, Gelb und Blau.

Das Geschirrdekor Adam wurde erstmals von 1959 bis 1974 hergestellt und ist eines jener Dekore, die seit 2005 eine Neuauflage erleben. Stig Lindberg stellte auch eine ähnliche Serie namens Eva vor, die als Gegenstück zum „blauen Adam“ aus roten Punkten auf weißem Grund bestand.
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Auch Lindbergs Salix durfte sich über eine Wiedergeburt freuen, nachdem es erstmals 1954 das Licht der Welt erblickte und zunächst bis 1970 produziert wurde. Das Muster besteht aus Weidenblättern, denen das Dekor auch seinen Namen verdankt: salix bedeutet „Weidenbaum“ auf Latein.

Die verspielte und etwas surreal anmutende Kunstobjektserie Karneval von Stig Lindberg wurde 1957 präsentiert und ging im Jahr darauf in die Produktion. Karneval besteht aus 32 verschiedenen Teilen, darunter Wandfliesen, Geschirr, Vasen und Aschenbecher.
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Stig Lindberg wird nicht umsonst als „Tausendkünstler“ bezeichnet – entwarf er doch nicht nur Geschirr und Kunstobjekt, sondern auch Skulpturen, Glas, Haushaltsgegenstände aus Kunststoff, Grafiken und Textilien. Auch die Illustrationen in den Kinderbüchern des Autoren Lennart Hellsing über Krakel Spektakel und Kusin Vitamin aus den 1940er Jahren stammen aus seiner Hand. Auch beschäftigte sich Lindberg mit Industriedesign und entwarf beispielsweise 1959 einen Fernseher mit drehbarem Bildschirm für den Hersteller Luma, für den er auch ein Transistorradio designte.
Kurz gesagt, Stig Lindberg (1916-1982) war ein sehr produktiver und einfallsreicher Designer, dessen Entwürfe noch lange nach seinem Tod weiterleben und andere Künstler auch heute noch inspirieren.









