Unglaublich erfolgreich: So lassen sich die Auktionsergebnisse der letzten zwei Wochen in Schweden und aller Welt wohl am treffendsten zusammenfassen. Dass Kunst, Design und Antiquitäten boomen, steht außer Frage. Auch wenn es etwas zweideutig klingen mag, war es noch nie so vorteilhaft, derlei Dinge auf dem Auktionsmarkt zu kaufen und zu verkaufen.
Wie kann das sein? fragt man sich vielleicht, denn wenn die Zeiten für Käufe und Verkäufe günstig sind, sollte es doch in beiden fällen teuer werden. Die einfache Antwort lautet: Je teuerer der Auktionsmarkt wird, desto besser die Kunst, die angeboten wird. Und Qualität hat sich in unserer Branche schon immer ausgezahlt.

In Schweden begab sich als erste die Uppsala Auktionskammare das unsichere Auktionsparkett – und konnte sämtliche Befürchtungen, die mit den gestiegenen Zinsen und Strompreisen einhergingen, schon bald hinwegfegen. Bereits nach wenigen Minuten wurde deutlich, dass die Rezessionsangst nicht in die großzügigen Räumlichkeiten an der Nybrogatan vorgedrungen war, wo fast alle angebotenen Möbel und Kunstobjekte zu hohen Preisen verkauft wurden. Zum Star des Event wurde der zeitlose Liegestuhl Skoga aus Kiefernholz von Axel Einar Hjorth.
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Das teuerste Gemälde, dass in dieser Saison in Schweden verkauft wurde, war Serge Poliakoffs Meisterwerk Composition abstraite von 1967. Nach einem langen Bieterduell fiel der Hammer in der Uppsala Auktionskammare bei 9,4 Millionen SEK (ca. 857.000 Euro).
Nur wenige Tage später zog Stockholms Auktionsverk nach und verkaufte Christian Bergs Skulptur Torso-26 I aus dem Jahr 1926 für 1,25 Millionen SEK (ca. 114.000 Euro), was für den Künstler einen neuen Rekord bedeutete. Das Werk gilt als die erste vollständig abstrakte Skulptur in der schwedischen Kunstgeschichte.
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Als nächstes war Bukowskis am Zug und setzt gleich noch einen drauf, als Josef Franks sogenannter Apskåp („Affenschrank“) zum teuersten schwedischen Schrank der Auktionsgeschichte wurde. Das bezaubernde Möbelstück von 1941, das mit vierzig verschiedenen handkolorierten Stichen aus Buffons klassischem Werk Histoire naturelle beklebt ist, wechselte für 3,7 Millionen SEK (ca. 337.000 Euro) den Besitzer.

Neben dem gewohnten Siegeszug von Josef Frank wurden Kunsthandwerk und Textilien zu Rekordpreisen verkauft. Der Teppich Bankrabatten grön, den Barbro Nilsson 1966 für Märta Måås-Fjetterström AB komponierte, wurde für 480.000 SEK (ca. 44.000 Euro) verkauft und damit zum teuersten schwedischen Teppich, der dieses Jahr auf dem Auktionsmarkt unter den Hammer kam. Noch teurer war eine Arbeit der polnischen Künstlerin Magdalena Abakanowicz aus dem Jahr 1969, die für 580.000 SEK (ca. 53.000 Euro) einen neuen Besitzer fand.
Auch die Kunstofferte machte mit Millionenbeträgen von sich reden. So gab es etwa einen neuen Weltrekord für Künstler Evert Lundquist, dessen Werk Vid Hasselbacken - Nattstyke från Djurgården seinen Schätzpreis weit hinter sich ließ und für 1,95 Millionen SEK (ca. 178.000 Euro) versteigert wurde.
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Interessanterweise stieg mit den steigenden Strompreisen auch das Preisniveau im Bereich Beleuchtung – zumindest wenn diese einen „nordischen Look“ aufweisen konnten und aus dem 20. Jahrhundert stammte. Hier muss zunächst eine Stehlampe erwähnt werden, die von Nils Fougstedt und Anna Petrus vermutlich 1929 für Svenskt Tenn hergestellt und im Jahr darauf auf der Stockholmer Ausstellung gezeigt wurde, und die jetzt bei Bukowskis 250.000 SEK (ca. 23.000 Euro) erzielte. Auch eine Sammlung von Leuchten Harald Notinis zählte zu den Highlights der Auktion. Die Sammlung umfasste insgesamt fünfzig Lampen, die für insgesamt 1,653 Millionen SEK (ca. 151.000 Euro) verkauft wurden. Da bekommt man den Eindruck, dass der klassische Kronleuchter mit Glasprismen keine Chance mehr gegen Messing und organische Formen hat.
Insgesamt hat Bukowskis diesen Herbst Kunst, Design und Uhren für etwas mehr als 149 Millionen SEK (ca. 14 Millionen Euro) verkauft und bei der Gelegenheit einige der insgesamt 47 schwedischen Millionenergebnisse erzielt.

Auf internationaler Ebene startete die Herbstsaison mit einer sogenannten White-Glove-Auktion in Genf, wo das Auktionshaus Phillips mehrere Rekorde für Armbanduhren in Millionenhöhe aufstellte. Den mit mehr als 4 Millionen CHF (ca. 4,2 Millionen Euro) höchsten Preis des Events erzielte eine einzigartige Armbanduhr des legendären Uhrmachers George Daniels, der das gute Stück lange Zeit selbst am Arm getragen hatte.
Bei seinem späteren Evening Sale in New York verkaufte Phillips dann moderne und zeitgenössische Kunst für 139 Millionen US-Dollar, was 98% der angeboten Lose und 99% ihres veranschlagten Wertes entsprach. Den Top-Preis erzielte Cy Twombly mit 36 Millionen US-Dollar und einen neuen Weltrekord gab es für die gefeierte kolumbianische Künstlerin Maria Berrio. Für ihr Werk He Loves Me, He Loves Me Not aus dem Jahr 2015 musste der Höchstbietende 1,6 Millionen US-Dollar auf den Tisch legen, was das Dreifache des geforderten Preises war.
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Die gewaltigste Auktion aller Zeiten fand am 9. November bei Christie’s statt. Die extrem hohen Erwartungen wurden allesamt erfüllt und jedes der 60 Werke aus der Paul G. Allen Collection fand einen neuen Besitzer – für insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar! Das teuerste war Les Poseuses, Ensemble (Petite version) von Georges Seurat, das 149.240.000 US-Dollar erzielte und damit nicht nur einen Künstlerrekord aufstellte, sondern auch zum teuersten Werk des Impressionismus bzw. Post-Impressionismus der Auktionsgeschichte wurde. Um ein weiteres Beispiel für die Monumentalität dieser Auktion zu geben: Paul Gauguins Gemälde Maternité II, das 1899 auf Tahiti entstanden war, verdoppelte den bisherigen Rekord des Künstlers auf 105.730.000 US-Dollar.
Die Auktion wurde von vier Millionen Menschen auf der ganzen Welt verfolgt und die Ausstellung dazu im New Yorker Rockefeller Center zog 20.000 Besucher an.
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Auch Sotheby’s konnte nicht klagen und absolvierte den besten Herbst seiner Unternehmensgeschichte. Während der sechs großen Auktionen des Hauses mit moderner und zeitgenössischer Kunst, wurden Werke im Wert von mehr als 3 Milliarden US-Dollar versteigert und 25 Rekorde gebrochen. Zu nennen ist hier vor allem Willem de Koonings Collage von 1950, das dem ehemaligen Direktor des Whitney Museums, David Solinger, gehörte und nun für 33,6 Millionen US-Dollar einen neuen Besitzer fand.
De Koonings Werk ist eines von insgesamt 90 Kunstwerken aus der David M. Solinger Collection, die Sotheby’s zwischen dem 14. November und 6. Dezember in verschiedenen Auktionen in New York und Paris versteigert. Auch hier sind die Erwartungen hoch – bislang hat Sotheby’s sie mit Bravour erfüllt.
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