Am letzten Tag der diesjährigen Sommerzeit, der 30. Oktober, präsentiert das Münchener Auktionshaus Rütten seine 177. Auktion mit insgesamt 245 Losen, die Schmuck, Silber und Glas genauso umfassen, wie Gemälde, Porzellan und Skulpturen.

Mit 63 Losen ist die Schmuckofferte die umfangreichste der Auktion. Besonders hervorgehoben werden müssen drei Lose mit Aquamarinschmuck. Das Collier, der Ring und das hier abgebildete Paar Ohrgehänge wurden dem Auktionshaus vom selben Einlieferer zur Versteigerung anvertraut.

Von der maritimen Welt ließ sich der Schöpfer dieses Colliers inspirieren. Umgesetzt hat er dies in 14 Strängen mit feinen weißen Saatperlen und einem Schmuckverschluss aus 900er Gelbgold in Form eines Delphinkopfes, den jeweils vier Granate und Türkise zieren.

In der Gemäldeofferte stoßen wir auf Stillleben, Porträts und Landschaften. Aus der Epoche des Historismus stammt das Ölgemälde Triumphzug mit jungen Frauen für einen heimkehrenden Ritter von Ferdinand Leeke. Leeke war ein Historienmaler, dessen Hauptwerk aus Szenen der Opern Richard Wagners besteht. Auch die vorliegende Arbeit reiht sich in diesen Kanon ein.

Ebenfalls Teil der Offerte sind zwei schöne Gemälde mit Pferdewagen, die die Signatur „J. Konarski“ tragen. Ging die Forschung früher davon aus, dass es sich bei jenem Josef Konarksi um ein Pseudonym des polnischen Malers Alfred von Wierusz-Kowaldski (1849-1915) handelt, vermutet man heute, dass dieser Deckname von dessen Kollegen und Landsmann Franciszek Bujakiewicz (1856-1918) verwendet wurde.

Nicht nur in der Gemäldeofferte sind Darstellungen von Pferden zu finden. Auch die 56 Lose umfassende Porzellanofferte ist dabei mit von der Partie und zwar unter den Losen mit figürlichem Porzellan, das vier Reiterfiguren der Serie „Spanische Hofreitschule“ der Manufaktur Augarten in Wien umfasst. Entworfen wurden die Figuren 1962 von Professor Dr. Herbert Schwarz. Bei dem abgebildeten Modell Capriole bildet nur der Bereiter die Verbindung zur Plinthe, während der Lipizzaner mit allen vier Hufen in die Luft springt.

Auch auf einige Figuren aus der berühmten Nymphenburger Serie mit den Charakteren der Commedia dell’arte darf mitgeboten werden. Doch auch ein Los mit zwei modernen Komikern soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben: Karl Valentin und seine Partnerin Liesl Karlstadt, die der Manufaktur Meissen Anfang der 1970er Jahre für diese Miniatur-Figuren mit humorvollem Touch als Modell dienten.

Noch mehr Meissner Porzellan „en miniature“ kommt mit dieser nur 7 cm hohen Vase zum Aufruf. Sowohl den gedrückt kugeligen Bauch, als auch den balusterförmigen Hals ziert ein polychromes Blütenmuster. Die seltene Miniaturvase ist ein Meissner Erzeugnis 1. Wahl aus der Zeit um 1880.

Wer auf der Suche nach klassischen Porzellanservicen für seine Speise-, Tee- oder Kaffeetafel ist, sollte sich in der Auktion auf jeden Fall einmal umschauen, denn entsprechende Sets sind von bekannten Herstellern wie KPM Berlin, Herend und Rosenthal im Angebot. Aus der Manufaktur Nymphenburg stammt dieses Teeservice mit gerippter Form und Blütenmuster, das auf das Modelljahr 1894 zurückgeht.

Möchte man noch etwas Konfekt zum Tee oder Kaffee reichen, präsentiert man es am besten auf stilvolle Weise. Diese bezaubernde Pralinenschale mit kobaltblauem Glaseinsatz eignet sich besonders gut. Der Glaseinsatz ruht in einer durchbrochen gearbeiteten Silbermontierung, deren Relief mythologische Szenen und Lorbeerkränze zeigt.

Zu den Highlights der Glasofferte gehören 13 Lose mit Lauensteiner Glas aus der Zeit um 1770. Die produzierende Glashütte Osterwald gehörte zum damaligen Kurfürstentum Hannover (Amt Lauenstein). Die Zeit, aus der die angebotenen Gläser stammen, war die bedeutendste der Manufaktur. Nur die hochwertigen Gläser, die dort zwischen 1768 und 1827 hergestellt wurden, werden als „Lauensteiner“ bezeichnet.

Als wiederverwendbarer Verschluss einer Wein- oder Champagnerflasche ist dieser sitzende Bär mit Augen aus Diamanten ein echter Hingucker. Bezeichnet mit „Fabergé Patented Germany“ wurde der teilvergoldete Verschluss ganz im Stil des einstigen Hofjuweliers der russischen Zaren angefertigt.

Dieser Korkenzieher von Paul Wunderlich aus Bronze und Eisen ist mehr Kunstwerk, denn Gebrauchsgegenstand und dementsprechend in der Kategorie „Skulpturen/Plastiken“ anzutreffen. Es handelt sich um das 79. Exemplar einer limitierten Auflage von 1.000 Stück aus dem Jahr 1979.
Die Versteigerung findet am 30. Oktober um 13 Uhr im Auktionshaus Rütten, Nymphenburger Straße 133, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 25. bis 28. Oktober möglich.



