Mehr als 2.000 Lose kommen zum Aufruf, wenn das Auktionshaus Franke diesen Monat zu seiner dreitägigen Sommerauktion nach Nürnberg einlädt. Entdecken Sie im Folgenden sechs Highlights aus der abwechslungsreichen Offerte, die gewiss viele Bieter anlocken wird.
Den Auftakt bildet am 16. Juli um 11 Uhr die mit fast 800 Losen umfangreichste Kategorie der Auktion, „Schmuck/Kleinuhren“, zu deren Spitzenstücken ein mit einem facettierten blauen Topas besetzter Anhänger aus Weißgold sowie eine außergewöhnliche antike Brosche mit einem Amethystcabochon in Form eines Doppelherzens gehören.

Nachdem am 17. Juli ab 10 Uhr verschiedene Kategorien wie „Spielzeug", „Teppiche“ und „Glas“ zum Aufruf kommen, steht schließlich „Grafik“ auf dem Programm. Diese Sparte wird angeführt von sechs Blättern aus Albrecht Dürers Kleiner Holzschnittpassion. An dieser Folge von insgesamt 37 Blättern arbeitete Dürer von 1508 bis 1510. Im Jahr darauf wurde sie – ebenso wie die Große Passion – veröffentlicht. In der Auktion liegen die Blätter Christus vor Annas, Die Schaustellung Christi, Christus wird an das Kreuz genagelt, Die Grablegung, Christus erscheint seiner Mutter und Das Jüngste Gericht vor.
Der 18. Juli ist vor allem der Kunst und dem Kunsthandwerk gewidmet. Zunächst kommen um 10 Uhr die 130 Lose der Kategorie „Porzellan“ zum Aufruf.

Neben Servicen – darunter ein seltenes Biedermeier-Service von KPM Berlin – sind vor allem die zahlreichen Figuren hervorzuheben. Eine davon ist Eros, eine um 1910 entworfene Jugendstil-Gruppe von Richard Aigner. Dargestellt ist ein sich küssendes Liebespaar, das auf einem Sockel kniet, der schauseitig mit einem eingesenkten Relief und dem Namen der Figur dekoriert ist. Der Bildhauer Richard Aigner war als freier Mitarbeiter für Rosenthal tätig. Neben Eros ist die damit verwandte Figur Liebesfrühling sein bekanntester Entwurf.

Bei unserem nächsten Highlight aus der darauffolgenden Kategorie „Jugendstil/Art déco“ handelt es sich ebenfalls um ein keramisches Objekt. Gemeint ist diese schöne Vase, die um 1920/30 in der ungarischen Manufaktur Zsolnay angefertigt wurde. Ihr aufwändiges Dekor weist teilweise eine Eosinglasur auf. Die irisierende Eosinglasur wurde im späten 19. Jahrhundert entwickelt und wurde zu einem besonderen Markenzeichen von Zsolnay.
Die beiden am höchsten bewerteten Lose der Gesamtofferte sind in der Kategorie „Gemälde“ zu finden, die ebenfalls Teil des dritten Auktionstages ist.

Das in Acryl auf Leinwand ausgeführte Calicul II (Colom-Bam) (1994) ist eine Arbeit aus dem Spätwerk von Georg Karl Pfahler, einem Schüler von Willi Baumeister an der Kunstakademie Stuttgart. Pfahler war einer der führenden Vertreter des Hard Edge in Europa, dessen Arbeit bereits ab Mitte der 1960er Jahre Beachtung und Anerkennung erhielt. Pfahler setzte blockartige und doch dynamische Formen auf klare Hintergründe, wobei es sein Markenzeichen war, mindestens einen kleinen Teil des Hintergrundes sichtbar zu lassen, um die Identitäten von Farbe und Bildträger nicht zu vermischen.

Vom Hard Egde wechseln wir nun zur Konkreten Kunst und damit zum Malstück 1/1992 / 9x3 Gelb auf Rot von Diet Sayler. Der gebürtige Rumäne Sayler studierte Hochbau und Malerei in seiner Heimatstadt Timișoara und wurde zu Beginn seiner Karriere stark vom russischen Suprematismus, beeinflusst. Für seinen abstrakten Stil in Rumänien abgelehnt, ging Sayler 1973 nach Deutschland und ließ sich in Nürnberg nieder. Nachdem die Farbe für lange Zeit aus seinem Werk verschwunden gewesen war, kehrte sie Ende der 1980er Jahre umso kraftvoller zurück, wofür die vorliegende Arbeit, die der zwischen 1990 und 1995 entstandenen Reihe der Malstücke entstammt, ein schönes Beispiel ist.
Bevor die Kategorien „Möbel“ und „Uhren“ die Auktionsreihe abschließen, steht „Zeichnungen/Aquarelle“ auf dem Programm.

Sechs Arbeiten dieser Offerte stammen von Rudolf Schlichter, einem Vertreter der Neuen Sachlichkeit, wobei seine ausdrucksstarke Kohlezeichnung Zigeunerin besonders hervorzuheben ist. Schlichter, der in Karlsruhe studiert hatte, wurde stark vom regen Treiben in seiner Wahlheimat Berlin geprägt. Zunächst dem Dadaismus zugewandt, wechselte er schließlich zur Neuen Sachlichkeit, genauer gesagt dem Verismus, und wurde einer der bedeutendsten Vertreter dieser Kunstrichtung. Später erfolgte eine Hinwendung zum Surrealismus.
Die Sommerauktion findet vom 16.-18. Juli im Auktionshaus Franke, Kalchreuther Straße 125, in Nürnberg statt. Vorbesichtigungen sind dort nach telefonischer Terminvereinbarung am 14. und 15. Juli möglich.




