Schwedische Künstler wie Klara Lidén und Nathalie Djurberg, deren internationale Kollegen, darunter Banksy, Jean Tinguely und Irving Penn, sowie ikonische Armbanduhren sind die Zutaten der Jubiläumsauktion von Bukowskis, die am 10. November in Stockholm stattfinden wird.
Der Katalog umfasst mehr als 60 Fotografien aus der Sammlung von Karin und Lars Hall, die im Jahr 1957 ihren Anfang nahm, als Lars eine Edward Steichen-Ausstellung in Stockholm besuchte. Von 1977 bis 1983 leitete er gemeinsam mit dem Fotografen Lennard Durehed die Galerie Camera Obscura in der Stockholmer Altstadt, welche zu jener Zeit die einzige Institution ihrer Art in Skandinavien war. Die erste Ausstellung der Galerie war eine Irving Penn gewidmete Einzelausstellung, bei der einige Aufnahmen des amerikanischen Fotografen zum ersten Mal in Europa gezeigt wurden.

Irving Penn (1917-2009) war einer der einflussreichsten und produktivsten Fotografen des 20. Jahrhunderts, der auch berühmte Künstler wie Pablo Picasso, Salvador Dalí und Marcel Duchamp porträtierte. Sein Stil zeichnete sich durch klassische Eleganz und modernen Minimalismus aus. Nach dem Tod seiner Frau, dem schwedischen Fotomodell Lisa Fonssagrives, spendete Penn zu ihrem Gedenken einige seiner Werke dem Modern Museet in Stockholm. Neben der oben abgebildeten Fotografie Nude 58 kommen von Penn auch Nude, Cuzco Children sowie Woman with Roses on Her Arm zum Aufruf.

Auch der deutsche Fotograf August Sander (1876-1964) ist in der Fotografie-Offerte mit dabei, der einer der bedeutendsten Porträtfotografen des 20. Jahrhunderts war. Sander porträtierte allerdings keine Stars und Models, sondern die Menschen des Alltags, wie Mauerer, Bäcker oder Bauern. In der Auktion können Sie auf das Porträt einer Sekretären beim Westdeutschen Rundfunk in Köln aus dem Jahr mitbieten.

Zu den Highlights der Kunst-Offerte zählt Banksys ikonisches Werk Girl with Balloon, das auf einem Schablonengraffiti basiert, das 2002 in den Straßen Londons zusammen mit der Botschaft "Es gibt immer Hoffnung" auftauchte. Seitdem hat Banksy verschiedene Versionen seines Kunstwerks geschaffen. Die bekannteste dürfte Flying Balloon Girl sein, das 2005 an einer Mauer in Palästina prangte. Mit seinen Werken sorgt Banksy regelmäßig für Provokation. Gleichzeitig ist er umso beliebter, je deutlicher er Stellung bezieht.

Der amerikanische Maler und Bildhauer Brian Donnelly (*1974), besser bekannt als Kaws, begann seine Karriere als Graffitikünstler in den 1990er Jahren. 2006 begann seine Zusammenarbeit mit der japanischen Marke Medicom Toy. Aus unterschiedlichen Materialien schufen sie zusammen Skulpturen in verschiedenen Größen. Einige dieser Charaktere sind Kaws' eigene Erfindung, andere stellen überarbeitete Versionen bereits vorhandener Werke dar.

Für einen großen Auktionsmoment wird Eléments blanc et bleu sur fond noir des Schweizer Künstlers Jean Tinguely sorgen, das zum ersten Mal auf einer Auktion angeboten wird. Das Werk stammt aus dem Jahr 1955. Tinguely hielt sich damals in Schweden auf, wo er mehrere mechanische Arbeiten schuf. In seiner Wahlheimat Paris war er einige Jahre zuvor erstmals mit kinetischer Kunst in Kontakt gekommen, die sich dort bereits großer Beliebtheit erfreute. Dennoch konnte Tinguely auf diesem Gebiet mit seinen beweglichen Skulpturen auf Schrottteilen noch Pionierarbeit leisten. Seine bewegten Gemälde nannte er "Automaten": Es waren schwarz gestrichene Kirsten mit weißen geometrischen Formen und einem versteckten Elektromotor, der alles in Bewegung setzte. Das bei Bukowskis angebotene Eléments blanc et bleu sur fond noir stellt eine Weiterentwicklung von Tinguelys erstem "Automaten" dar.

Mit Klara Lidén (*1979) und Nathalie Djurberg (*1978) sind zwei schwedische Künstlerinnen in der Auktion vertreten, die heute beide in Berlin leben und arbeiten. Von Lidén, deren Arbeiten bereits weltweit ausgestellt wurden, stammt Untitled (Poster Paintings), das aus mehreren Postern aus verschiedenen Städten besteht, die übereinander geklebt wurden und in einem weißen Plakat enden. Die zerknitterten Kanten der Poster verleihen der Arbeit einen skulpturalen Charakter.

Nicht weniger gefragt als Klara Lidén ist Nathalie Djurberg, die ihre Kunstwerke gemeinsam mit ihrem Partner Hans Berg erschafft. Während Djurberg Stop-Motion-Videos, Installationen und Skulpturen kreiert, komponiert Berg die passende Musik dazu. Ein wiederkehrendes Thema ist die Beziehung zwischen Mensch, Tier und den Naturgewalten. Die Skulptur war im Zuge des Projekts The Black Pot entstanden, bei der drei Videoarbeiten in einem abgedunkelten Raum gezeigt wurden. Die grundlegende Fragestellung des Projekts war die Frage nach dem Ursprung des Lebens.

Neben Fotografie und Zeitgenössischer Kunst beinhaltet der Katalog auch Design, das von den großen Namen des 20. Jahrhunderts erdacht wurde: Ettore Sottsass, Verner Panton, Poul Kjaerholm, Eero Saarinen, Charles und Ray Eames, um nur einige zu nennen.
Am Abend des 10. Novembers widmet sich Bukowskis dann begehrten Armbanduhren, die von Herstellern wie Patek Philippe, Rolex, Audemars Piguet, Omega oder Heuer stammen.

Der Höhepunkt dieser Offerte ist jedoch jene Uhr, die Christer Fuglesang bei seinem Flug ins Weltall begleitete: Omega Speedmaster X-33 Space-Flown. Der Physiker und Astronaut Fuglesang war bei seinem Flug zur ISS im Jahr 2009 der erste Skandinavier im Weltall gewesen.
Die Uhr ist eine der wenigen, die sich tatsächlich einmal im Weltall befunden haben und wurde natürlich extra auf die Bedürfnisse eines Astronauten zugeschnitten. Gemeinsam legten Fuglesang und seine Omega 9.262.217 Kilometer zurück, umrundeten 219 mal die Erde und das in einer Höhe von 350 Kilometern. Nach diesem "Ausflug" wurde die Uhr mit ihren Zertifikaten in ihrer Originalverpackung aufbewahrt.

Eine weitere Armbanduhr mit spannender Provenienz, die allerdings "eine Etage tiefer" unterwegs war, ist diese Universal Genève SAS Dial. Die Uhr wurde den Piloten und dem Kabinenpersonal von Scandinavian Airlines überreicht, die über den Nordpol geflogen waren. Das bei Bukowskis angebotene Exemplar gehörte dem Piloten Ludvig "Ludde" Lindgren (1918-2005), der im Zweiten Weltkrieg als Kampfpilot gedient hatte.
Nach dem Krieg arbeitete er zunächst bei AB Aerotransport, anschließend bei Scandinavian Airlines System (SAS). Als SAS seinen ersten Jumbo Jet (Boing 747) kaufte, durfte Lindgren das Flugzeug von den USA nach Skandinavien fliegen. Die Uhr wurde über viele Jahre getragen und befindet sich seit dem Tod Ludvig Lindgrens im Besitz seiner Familie.
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