Den Auftakt zu der Auktionsreihe bildet am 3. Dezember um 15 Uhr der Katalog "Jugendstil & Design" mit 265 Losen. Mit mehr als 20 Objekten ist hier der Mitbegründer und Star der Wiener Werkstätte vertreten. Neben einer sechsteiligen Schreibtischgarnitur ist es vor allem eine Zigarettenkassette von 1910, die begeistert. Das schöne Stück wurde aus ebonisiertem Birnbaumholz gefertigt und allseitig mit schimmernder Flussperlmuschel marketiert.

Sozusagen passend dazu kommt die Art déco-Bronze Girl with a Cigarette von Bruno Zach zum Aufruf. Wie in Zachs Œuvre üblich, zeigt auch diese, auf einem Marmorsockel platzierte Figur, eine selbstbewusste junge Frau, betont durch die damals noch junge Hosenmode für Damen.

Mehrere Jahrzehnte der Kunst umfasst der 173 Lose starke Katalog mit Werken der Klassischen Moderne. Der perfekte Pate dafür ist das Ölgemälde Wiener Prater mit Riesenrad um 1914, das Oskar Laske 1951 malte. Laske malte den Wiener Vergnügungspark wiederholt, sodass diese Arbeiten eine eigene Gruppe in seinem Œuvre darstellen.

1969 konnte sich Maler Werner Berg für den Neuschnee begeistern, der die Landschaft rund um seinen Bergbauernhof "Rutarhof" in Kärnten bedeckte. Das von einer ruhigen Atmosphäre durchdrungene Bild scheint der Stille vorzugreifen, die mit dem Tod von Bergs Frau Mauki im April des Folgejahres Einzug halten sollte.

Natuülcih darf in der Offerte auch der Meister unter den österreichischen Wintermalern, Alfons Walde, nicht fehlen. Von ihm liegt mit Kitzbühel im Winter eine klassische Arbeit von 1930 vor, die den schneebedeckten Heimatort des Künstlers unter strahlend blauem Himmel zeigt.

Koloman Moser steuert Blick auf die Rax von der Villa Mautner von Markhof zur Auktion bei, das 1913 auf dem Balkon des Hauses seiner Schwiegermutter im niederösterreichischen Semmering entstanden war. Der Blick auf das Bergmassiv faszinierte Moser und er malte es wiederholt in unterschiedlichen Lichtverhältnissen.

Ein weiteres Highlight ist die Ölskizze Bauernhaus des erst achtzehnjährigen Egon Schiele, der im Entstehungsjahr 1908 der jüngste Student an der Wiener Kunstakademie war. Zu jener Zeit beschäftigte sich Schiele hauptsächlich mit Landschaften und gab den impressionistischen Pinselduktus zugunsten eines flächigeren Farbauftrags auf.

Am 4. Dezember werden ab 16 Uhr 287 Lose mit Zeitgenössischer Kunst versteigert. Angeführt wird diese international besetzte Offerte von der Skulptur Chino mirándose en espejo redondo „Chinese betrachtet sich im runden Spiegel“ des spanischen Künstlers Juan Muñoz. Muñoz Skulpturen mit asiatischen Gesichtszügen sind eine der wichtigsten Werkgruppen in dessen Œuvre. Die irritierenden Arbeit hält einer narzisstischen und sich zunehmend entfremdenden Gesellschaft den Spiegel vor.

Von Günther Uecker kommt eine Arbeit aus seiner innovativsten Schaffensperiode zum Aufruf: Lichtscheibe von 1967 zieren hunderte Nägel und rotiert durch einen rückseitig montierten elektrischen Motor, wodurch ein interessantes Spiel aus Licht und Schatten ausgelöst wird.

Künstler Erwin Wurm ist sozusagen der Inbegriff der "Erweiterung des Skulpturenbegriffs", der in seinen One Minute Sculptures Personen zu Skulpturen erklärte. In einer anderen Reihe nimmt er die kleinbürgerlichen Statussymbole aufs Korn, in dem er sie aufplustert. Das daraus vorliegende Fat Car aus mit Silberfarbe bemaltem Mischgips ist eine echte Rarität.

Mit Sommertropfen malte Friedensreich Hundertwasser, der von einer nachhaltigen Umwelt träumte, eine "Hommage an den Kreislauf von Sonne, Regen und lebensspendendem Wasser". Das zentrale Motiv ist dabei die Spirale, die er kurz zuvor als den Inbegriff des Lebenskreislaufs für sich entdeckt hatte.

Ein bedeutendes Thema im Œuvre des österreichischen Nachkriegs-Avantgardisten Max Weiler ist die sich stets wandelnde Natur, vorliegend umgesetzt in dem großformatigen in Eitempera auf Leinwand ausgeführten Sommerzeichen von 1989. Der eruptive Farbauftrag macht die Arbeit zu einem Werk voller Dynamik und zu einem weiteren Highlight der Offerte.

Die Versteigerungen finden am 3. und 4. Dezember im Auktionshaus im Kinsky, Freyung 4, in Wien statt. Besichtigungen sind dort ab dem 26. November möglich.
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