Nach dem Einbruch in das Grüne Gewölbe im Dresdner Residenzschloss im November 2019 fehlt von den Dieben noch immer jede Spur. Die Ermittlern gehen mittlerweile jedoch davon aus, dass es ein "Insider-Job" war.
Tatsächlich ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen vier Sicherheitskräfte des Museums aufgrund ihrer mutmaßlichen Rolle beim Diebstahl, der als einer der größten europäischen Schmuckdiebstähle der jüngeren Geschichte betrachtet wird.

Am Morgen des 25. November 2019 waren zwei Personen durch ein kleines Fenster in das prestigeträchtige Museum eingebrochen, stahlen Schmuck der kurfürstlich-königlichen Sammlung aus mehreren Glasvitrinen und entschwanden anschließend in einem Fluchtauto. Wenn sich der ideale Wert des Stücke auch nicht ermitteln lässt, wird der Sachwert auf rund 1 Milliarde Euro geschätzt.
Nach Angaben der Ermittler reagierten die beiden diensthabenden Sicherheitskräfte nicht angemessen, indem sie den Diebstahl nicht verhinderten. Außerdem sollen zwei weitere Mitglieder des Sicherheitsteams, die damals keinen Dienst hatte, den Dieben geholfen haben. Nach Angaben er Staatsanwaltschaft habe ein am 29. November 2019 festgenommener Wachmann, den Tätern Informationen über die Räumlichkeiten und das Sicherheitssystem des Museums zukommen lassen. Mittlerweile wird vermutet, dass insgesamt sieben Personen an dem Einbruchsdiebstahl beteiligt gewesen sind.
Die Wohnung des vierten Wachmannes, von dem vermutet wird, dass er die Alarmanlage manipuliert hat, wurde mittlerweile durchsucht. In der Nacht des Vorfalls war die entsprechende elektrische Verteilerstelle in Brand geraten, wodurch das Alarmsystem des Museums deaktiviert wurde.

Von dem Verdächtigen, der das Fluchtauto, ein 2006 Audi S6, gekauft haben soll, hat die Polizei Sachsen ein Phantombild veröffentlicht. Dieser unbekannte Mann von etwa 25 Jahren hatte den Wagen im August 2019 von einem privaten Verkäufer in Magdeburg erworben. Nach dem Diebstahl war der Audi ausgebrannt in einem Parkhaus in Dresden entdeckt worden.
Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, haben die Behörden eine Belohnung in Höhe von 500.000 Euro ausgesetzt. Seit November 2019 sind bei der Polizei rund 1300 Hinweise eingegangen. Außerdem gab es Berichte, nach denen die kostbaren Juwelen im Dark Web angeboten worden sein sollen.




