Montag, 25. 11. 2019, 4:57 Uhr: Auf einem Überwachungsbildschirm des Wachpersonals im Dresdner Grünen Gewölbe nimmt eine schier unglaubliche Szene ihren Lauf. Zwei nicht zu identifizierende Männer zertrümmern mit Äxten Vitrinen im Pretiosensaal und rauben aus verschiedenen Schmuckgarnituren Diamantschmuck, der von den einstigen Kurfürsten und Königen von Sachsen zusammengetragen worden war.
Das Sicherheitspersonal reagierte sofort und informierte, wie in solchen Fällen vorgesehen, die Polizei, die bei Eintreffen am Tatort die Diebe jedoch knapp verpasste.
Die anschließende Bestandsaufnahme machte deutlich, dass es sich um eine lange im Voraus geplante Tat handeln muss, bei der es die Diebe gezielt auf Diamanten abgesehen hatten. Von den insgesamt 10 royalen Schmuckgarnituren, die im Grünen Gewölbe aufbewahrt werden, traf es die Diamantrosengarnitur, die Brillantgarnitur sowie den Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen, die größtenteils aus dem 18. Jahrhundert stammen.

Als Fluchtfahrzeug diente den Dieben, die durch ein Gitterfenster ins Grüne Gewölbe eingedrungen waren, ein Audi A6, der kurz nach der Tat in einer Tiefgarage in Brand gesetzt worden war. Vermutlich wechselten die Täter hier das Fahrzeug. Es konnten jedoch Spuren vom Tatort im ausgebrannten Wagen sichergestellt werden.
Auch der Brand eines Stromkastens in Tatortnähe scheint in Verbindung zu den Vorkommnissen zu stehen, da dadurch die Straßenbeleuchtung rund um das Museum ausfiel - ein weiterer Hinweis auf die präzise Planung der Tat, aber auch darauf, dass mehr als die beiden Einbrecher an dem Coup beteiligt waren.

Das Grüne Gewölbe war in den 1720er Jahren vom prunkliebenden August dem Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, im Dresdener Residenzschloss als Wunderkammer eingerichtet worden, in der er seinen Gästen die von ihm zusammengetragenen Schätze in stilvollem Rahmen präsentieren konnte.
Heute bildet die bedeutende Sammlung des Grünen Gewölbes, um damit auch die gestohlenen Juwelen, noch immer das Herzstück der Museumslandschaft Sachsens, mit dem sich dessen Einwohner stark identifizieren. Dies und der historische Kontext, aus dem die Schmuckstücke stammen, macht ein Einschätzung ihres wahren Wertes so gut wie unmöglich.
Wie man den rein materiellen Wert eines Diamanten bestimmt, können Sie hier nachlesen!




