Vom 15.-17. Oktober lädt das Nürnberger Auktionshaus Franke Freunde der Kunst ein, auf die über 3.000 Lose seiner Herbstauktion mitzubieten. Die schöne Offerte setzt sich zusammen aus Gemälden und Grafik, Schmuck und Kleinuhren, Skulpturen und Spielzeug, Münzen und Briefmarken und noch vielem mehr. Wir haben einmal das vielfältig angebotene Kunsthandwerk genauer unter die Lupe genommen und einige Highlights herausgepickt.
Die nach Schmuck umfangreichere Kategorie der Auktion ist Porzellan, die insgesamt 270 Lose umfasst. Besonders hoch schlagen hier die Herzen natürlich für die Erzeugnisse der Manufaktur Meissen, die vielfältig vertreten ist, u. a. mit einer Prunkvase im Capodimontestil die ein polychrom bemaltes Relief mit einer Bacchantenszenerie ziert, sowie mit einem bezaubernden Mokkaservice für zwei Personen, dessen zartes und überaus seltenes Rosendekor ebenfalls als Relief aufgeführt wurde.

Während man in Meißen zu Beginn des 18. Jahrhunderts dem Geheimnis der Porzellanherstellung auf die Schliche gekommen war, setzte man im rund 200 km entfernten Bayreuth auf Fayence und gründete 1715 eine entsprechende Manufaktur. Aus deren frühen Produktion kommt ein Becher zum Aufruf, den ein seltenes Dekor in Gold und Silber ziert.

Hochdekorativ geht es auch in der Kategorie "Jugendstil & Art déco" zu, deren Name dies natürlich bereits vermuten lässt. Ein großer Name dieser Epoche ist der der Kunstglasmanufaktur Loetz Witwe im böhmischen Klostermühle. Als ein Highlight der Auktion kommt eine 1915 von Hans Bolek entworfene Trichtervase zum Aufruf, die aus weißem Opalglas mit schwarzviolettem Dekor besteht.
Mit diesem Kerzenleuchter aus Messing ist ein Stück Jugendstil par excellence in der Auktion vertreten. Das floral geformte und elegante Objekt wurde wohl um 1900 von Richard Müller für die Metallwaren- und Lampenhersteller K.M. Seifert & Co. im sächsischen Löbau entworfen. K.M. Seifert & Co. war führend auf diesem Gebiet zu Beginn des 20. Jahrhunderts und international ausgezeichnet.

Ebenfalls von der Natur inspiriert ist dieses Leuchtobjekt in Gestalt eines Pfaus von Marius Ernest Sabino. Sabino studierte an der École nationale supérieure des arts décoratifs und der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris. Nach dem Ersten Weltkrieg gründete er eine eigene Manufaktur, in der er sich vor allem mit der Herstellung von Leuchten beschäftigte.

Glänzendes für die festliche Tafel gibt es natürlich in der Silberofferte. Ein schönes modernes Ensemble kommt hier mit einem Kaffee- und Teekern der Bremer Silbermanufaktur zum Aufruf. Die Griffe und Knäufe der konischen Gefäße sind aus Holz.

Holz soll nun auch im Folgenden im Fokus stehen, zunächst in Kombination mit Messing, Alabaster, Glas und Emaille, denn aus diesen Materialien wurde um 1820/30 in Wien diese Stock- bzw. Portaluhr hergestellt, in deren Zifferblatt ein Glockenschlägerautomat eingefügt wurde.
Viel Holz gibt es in der Möbel- und in der Designofferte zu entdecken. Sozusagen ein Heimspiel in der Auktion hat dieser fränkische Tabernakelschreibschrank aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, dessen barocke Formen und Intarsien seine repräsentative Funktion als Prunkobjekt unterstreichen sollten.

Hingegen auf schlichte Eleganz und Funktionalität setzte der italienische Architekt und Designer Gianfranco Frattini 1957 beim Entwurf dieses Schreibrollbüros. Frattini gehörte jener Gruppe an, die das italienische Design und die Architektur in der Nachkriegszeit neu erfanden und zu einem internationalen Begriff machten.
Auch die eine oder andere interessante Sitzgelegenheit gibt es in der Auktion zu entdecken, beispielsweise diesen um 1890 im Stil der Neogotik geschnitzten Thronstuhl aus Eiche, dessen Rückenlehne es auf die beachtliche Höhe von 182 cm bringt.

Noch einmal zurück zur Kategorie "Jugendstil & Art déco" begeben wir uns mit diesem Hochlehnstuhl, der um 1905 vom Worpsweder Maler Heinrich Vogeler entworfen wurde. Ein besonderer Hingucker ist hier ebenfalls die Rückenlehne, die aus zwei stilisiert geschnitzten Pferden besteht.
Die Auktion findet vom 15.-17. Oktober im Auktionshaus Franke in der Kalchreuther Straße 125 in Nürnberg statt. Beginn ist am ersten Auktionstag um 14 Uhr, an den beiden folgenden jeweils um 10 Uhr. Vorbesichtigungen sind nur nach telefonischer Terminabsprache möglich.


