Es gibt einen Panther für jede Frau.
Das Leopardenmotiv hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert, als in der europäischen Kunst erotisch aufgeladene Szenen mit anthropomorphen Figuren auftauchten, die halb Frau, halb Raubkatze waren. Ganz vorne mit dabei: die beiden belgischen Symbolisten Walter Sauer und Fernand Khnopff.

Der Leopard wurde dank der Innenarchitektin Elsie de Wolfe, die auch unter ihren Ehenamen Lady Mendl bekannt ist, zum Stilsymbol erhoben. Die ehemalige amerikanische Schauspielerin, die 1913 das Buch The House in Good Taste veröffentlichte, war eine Trendsetterin für die glamourösesten Residenzen.
Ihr einflussreicher Stil führte dazu, dass sie den Auftrag erhielt, das Interieur des Colony Club, der führende Frauenclub in New York, zu entwerfen. Der Club befand sich in einem von Standford White entworfenen Gebäude, das auch heute noch an der Madison Avenue in Manhattan bewundert werden kann. De Wolfe akzentuierte das Interieur mit exotischen Tierfellen, wodurch diese Muster weltweit begehrt wurden.
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Auch Cartier wurde auf die Flecken und Tupfen solcher Felle aufmerksam und verwendete sie probt, als es 1914 seine erste Armbanduhr auf den Markt brachte. Ein Jahr später folgte eine Anhängeruhr mit demselben Designmerkmal.

Wirklich gefestigt wurde die offizielle Verbindung von Cartier und Leopard jedoch durch den französischen Illustrator George Barbier, den Cartier 1914 beauftragte, eine Ausstellungseinladung zu entwerfen, die eine elegante Frau mit einem schlanken, schwarzen Panther zeigen sollte. Angeblich war es Louis Cartier, dem der Leopard in den Sinn kam, da er seine Geliebte, Jeanne Toussaint, der später die künstlerische Leitung des Unternehmens anvertraut wurde, Petite Panthère nannte, weil die immer ihren Lieblingsmantel aus Leopardenfell trug.
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1948 gab der Herzog von Windsor bei Cartier ein Geschenk für seine Frau in Auftrag: eine Brosche mit einem Smaragd von 116,74 Karat, gekrönt von einem goldenen Leopard mit Tupfen aus schwarzem Emaille. Die Herzogin war begeistert und gab schon bald eine weitere exotische Brosche in Auftrag sowie ein Armband in Form eines ausgestreckten Leoparden mit Diamanten und Onyx und smaragdgrünen Augen.
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Dank der Herzogin von Windsor wollten sich nun alle stilvollen Frauen mit Panthère-Preziosen von Cartier schmücken. Prinzessin Nina Ana Khan gab beispielsweise 1957 selbst eine Brosche in Auftrag und auch die amerikanische Gesellschaftsdame und Philanthropin Barbara Hutton konnte den funkelnden Raubkatzen nicht widerstehen.
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Auch heute noch stehen die Cartier-Leoparden bei den Reichen und Schönen hoch im Kurs, allen voran die Variationen des Panthère-Rings und auf dem Auktionsmarkt werden für die Kreationen hohe Preise gezahlt. Das Armband der Herzogin von Windsor wurde 2010 bei Sotheby’s für 4,5 Millionen GBP versteigert und ein seltener Ring aus Rubinen, Diamanten und Onyx wechselte 2015 für 2,6 Millionen USD den Besitzer.
Pierre Rainero, Style and Heritage Director von Cartier, fasste es einmal so zusammen: „Es gibt einen Panther für jede Frau.“









