Schwedische und internationale Künstler der Moderne werden sich die Klinke in die Hand geben, wenn Bukowskis am 10. und 11. Mai seine Modern Art + Design-Auktion abhält. Ragnar Sandberg, Bror Hjorth, Lucio Fontana und Cy Twombly sind nur einige der großen Namen, die es im Katalog zu entdecken gilt.
Auch in Sachen Design fährt Bukowskis Großes auf und präsentiert Schöpfungen von Stars der Szene, wie Axel Salto, Eva Hild, Pablo Picasso, Finn Juhl, Gunnar Asplund und Josef Frank.

Mit Axel Einar Hjorth, ist einer der beliebtesten Designer Schwedens in der Auktion vertreten. Der wegweisende Designer besaß einen Sinn für Handwerkskunst, Details und Proportionen, der wirklich außergewöhnlich war.
Alles begann, als Hjorth 20 Jahre alt war und nach Stockholm zog, um Möbeldesign an der Hochschule für Kunst und Design (heute Konstfack) zu studieren. doch schloss er sein Studium nie ab, da der Tod seines Pflegevaters ihn nach zwei Jahren zwang, sich selbst zu versorgen. 1910 begann er deshalb als Möbeldesigner zu arbeiten, siebzehn Jahre später wurde er Chefdesigner bei Nordiska Kompaniet (NK) in Stockholm.

Als Hjorth begann bei NK zu arbeiten, waren seine Möbel, sowohl was ihr Aussehen als auch ihre Ausführung betraf, sehr exklusive Stücke. Im Laufe der Zeit veränderten sich jedoch seine Stilideale und er setzte zunehmend auf reduzierte und funktionale Möbel. Hjorth war ganz auf Höhe seiner Zeit, als er in den 1930er Jahren seine Sporthausmöbel aus Kiefernholz entwarf. die in den damals beliebten neuen Sportvereinen verwendet werden sollten. Heute haben diese modernistischen Kiefernholzmöbel die Sportstätten längst verlassen und sind in trendbewusste Privathäuser umgezogen.

Gio Ponti war ein kreativer Tausendsassa, der sowohl als Architekt als auch als Möbeldesigner arbeitete. Er entwarf alles von Stühlen und Armaturen bis hin zu Keramik und Textilien. Seine Vision war es, Dinge zu schaffen, die neben ihrer Funktion auch eine Aussage hatten.
Ponti arbeitete mit Kollegen wie Piero Fornasetti, Paolo di Poli und Nino Zonkado zusammen. Eines ihrer bekanntesten Gemeinschaftswerke war die Ausstattung des Luxusdampfers MS Giulio Cesare, der am 27. Oktober 1951 seine Jungfernfahrt antrat. Die vier Schöpfer dekorierten u. a. den Spielsalon der 1. Klasse, dessen Vertäfelungen und Decke sie mit Kartenspielmotiven verzierten. Auch der Kabinettschrank, der bei Bukowskis zum Aufruf kommt, ist mit dem Dekor Fornasettis geschmückt.

Simon Gate arbeitete fast dreißig Jahre lang bei Orrefors, wo er schlichte und aufwändigere Glaskunst schuf. In den Jahren, die Gates in der Glashütte arbeitete, verbesserte sich die Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Handwerkern und der Status des Handwerkers verbesserte sich, wodurch das technische Wissen, das für die Ausführung aufwändigerer Glaskunst vonnöten war, gewürdigt wurde. Eine solche Arbeit, die von Gate entworfen und von Emil Weidlich ausgeführt wurde, ist diese Schale mit Teller aus dem Jahr 1926.

Der Katalog umfasst auch eine Vielzahl von Keramikobjekten, die von Künstlern wie Berndt Friberg, Eva Hild und Wilhelm Kåge stammen. Diese monumentale Skulptur einer Orange ist ein Entwurf des schwedischen Keramikers Hand Hedberg, der von 1949 bis zu seinem Lebensende im Jahr 2007 im südfranzösischen Biot tätig war. Heute ist er vor allem für seine Obst- und Eierskulpturen bekannt. Hedberg ließ sich von der Natur inspirieren und experimentierte ständig mit Glasuren, die die Form seiner Arbeit bestimmten.

In den 1910er Jahren, als es alle seine Kollegen nach Paris zog, beschloss Gösta Adrian-Nilsson nach Deutschland zu reisen. Dort kam er das erste Mal mit der Kunst der Moderne, wie Kubismus und Futurismus, in Kontakt. Ebenso begannen ihn Sportler zu faszinieren, die er auf der Leinwand festhielt. So auch nach den Olympischen Spielen in Paris im Jahr 1924: Adrian-Nilsson malte muskulöse Männer, die verschiedene Sportarten ausübten.
Diese Bilder offenbarten auf gewagte Weise einen Aspekt im Leben des Künstlers, den dieser eigentlich verbergen musste: seine Homosexualität. Homosexualität wurde in Schweden erst im Jahr 1944 entkriminalisiert und stattdessen als psychische Krankheit eingestuft – was kaum eine Verbesserung bedeutete. Erst 1979, vierzehn Jahre nach Gösta Adrain-Nilssons Tod, galt Homosexualität nicht länger als Krankheit. Was der Künstler in seinem Alltag nicht leben durfte, brachte er durch seine Kunst zum Ausdruck.

Das in der Auktion angebotenen Gemälde Handbollsspelare von 1926 war einest Teil der Sammlung des Silberschmieds Wiwen Nilsson, den Adrian-Nilsson im Frühjahr 1924 in Paris kennengelernt hatte. Es entstand eine lebenslange Freundschaft zwischen den beiden Künstlern, die jeweils auf ihrem Gebiet bedeutend für die Entwicklung der Moderne in Schweden waren.

Vilhelm Lundström war einer der bekanntesten Maler, Illustratoren und Grafiker Dänemarks. Sein großer Durchbruch gelang ihm im Jahr 1918, als er rein kubistische Collagen in der dänischen Kunstszene präsentierte. Seine Arbeit sorgte in der Öffentlichkeit jedoch für solchen Ärger, dass ein Biologieprofessor Lundström per Ferndiagnose als psychisch krank einstufte und die sogenannante Dysmorphismustheorie einführte.
Nachdem er die verschiedenen kubistischen Stile erkundet hatte, wandte sich Lundström kurz dem Expressionismus zu. In den neun Jahren, die er in Südfrankreich verbrachte, arbeitete er an puristischen Stillleben mit einer begrenzten Farbpalette. In seinem Spätwerk wandte er sich jedoch wieder einer kräftigeren Farbgebung zu und befand sich durch die Balance und Harmonie seiner Werke auf seinem künstlerischen Höhepunkt.

Der französische Expressionist Bernard Buffet ist dafür bekannt, ein entschiedener Gegner der nicht-figurativen Kunst zu sein. Während seine Kollegen Picasso bewunderten, schwebte ihm etwas anderes vor. Zu einer Zeit, in der die abstrakte Malerei die Kunstszene dominierte, schloss sich Buffet L’homme Témoin an, einer Künstlergruppe, die sich der Kunstbewegung widersetzte und stattdessen für figurative und repräsentative Kunst plädierte.
Buffets Farbauswahl ist asketisch und die von ihm dargestellten Figuren, begrenzt von eckigen schwarzen Konturlinien, erscheinen oft gelangweilt und pessimistisch. Bernard Buffet schuf mehr als 8.000 Gemälde und eine große Anzahl von Drucken. Das vorliegende Gemälde stammt aus der bedeutendsten Periode im Schaffen des Künstlers zwischen 1945 und 1965.



