Seit einigen Jahren macht sich auf dem Auktionsmarkt ein gestiegenes Interesse an Objekten mit besonderer Provenienz bemerkbar. Sammler suchen häufig nach Dingen, die etwas zu erzählen haben, das über ihren reinen Wert, ihre Ästhetik oder auch die Bedeutung ihres Schöpfers hinaus geht. Hier kommt dann die Provenienz ins Spiel, etwa in Form einer bedeutenden Sammlung oder eines spannenden (historischen) Vorbesitzers.
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In diesem Zusammenhang sind Memorabilia-Auktion mit Objekten prominenter Vorbesitzer klar im Vorteil. Jedoch kommt es natürlich immer noch darauf an, wer denn nun diese berühmten Leute waren, deren Erinnerungsstücke unter den Hammer kommen. Als Christie’s diesen Monat in New York die Memorabilia-Sammlung des 2025 verstorbenen Unternehmers und Sportfunktionärs Jim Irsay versteigerte, kam eine Vielzahl von Objekten zum Aufruf, die einst die Elite des Rock’n’ Roll und anderer Bereiche ihr Eigen nannte – von David Gilmore über Eric Clapton bis hin zu Kurt Cobain.
Die Jim Irsay Collection wurde bei Christie’s in drei Saal- und einer Onlineauktion angeboten. Letztere endete am 17. März und rundete das Ergebnis der vorangegangenen Live-Events ab, sodass insgesamt eine Summe von 94.484.903 US-Dollar zusammenkam. Dies entsprach nicht nur dem beinahe Vierfachen des Schätzpreises, sondern auch dem bislang höchsten Ergebnis für eine Memorabilia-Auktion. Auch blieb weder im Saal noch online auch nur ein einziges der rund 340 Lose unverkauft, was ein weiterer Beleg für die Qualität der angebotenen Objekte und ihre Relevanz in Sammlerkreisen ist.
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Der Großteil der Gesamtsumme, nämlich 84.091.350 US-Dollar, wurde am 12. März mit der 44 Lose umfassenden Auktion „The Jim Irsay Collection: Hall of Fame“ erzielt. An diesem Abend wurden sage und schreibe 23 Weltrekorde aufgestellt, allen voran die rund 84 Millionen US-Dollar an sich für eine Gitarrenauktion. Der besondere Star des Abends war David Gilmores Black StratBlack Strat, die nach einem 21-minütigen Bietergefecht für 14.550.000 US-Dollar verkauft wurde. Diese Summe entspricht nicht nur jeweils einem neuen Weltrekord für David Gilmore und für eine Fender Stratocaster, sondern für eine Gitarre insgesamt. Das Ergebnis ist eine deutliche Steigerung zum bisherigen Auktionsrekord für eine Gitarre, der 2020 mit Kurt Cobains Martin D-18E aufgestellt worden war (6,01 Millionen US-Dollar). Einen neuen persönlichen Rekord für Cobain gab es in der Irsay-Auktion aber ebenfalls, erzielt mit jener Fender Mustang, die im Musikvideo zu Smells Like Teen Spirit zum Einsatz gekommen war (6.907.000 US-Dollar).
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Zwei neue Rekorde stellte Jerry Garcias Tiger-Gitarre auf; zum einen für Garcia selbst, zum anderen für den Hersteller Irwin Guitar (11.560.000 US-Dollar). Auch für Eric Clapton gab es einen neuen Rekord, als seine 1939 Martin 000-42 für 4.101.000 US-Dollar einen neuen Besitzer fand. Und ebenso hatte Clapton seine Hand im Spiel, als ein neuer Rekord für eine Gibson-Gitarre erzielt wurde: 3.003.000 US-Dollar für seine Gibson SG The Fool. Ein neuer persönlicher Rekord für Jim Morrison wurde mit dessen handgeschriebenen Notizbuch aufgestellt (266.700 US-Dollar), während ein Mikrophon, das der The Doors-Frontmann 1968-70 benutzte, nun das teuerste der Auktionsgeschichte ist (120.650 US-Dollar).
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Auch Miles Davis’ Martin Committee Trumpet konnte zwei neue Rekorde für ihren einstigen Besitzer und für eine Trompete im Allgemeinen aufstellen (1.651.000 US-Dollar), während John Coltranes Prototyp des Yamaha Nippon Gakki Alto Saxophones nun das teuerste Saxophon ist, das bislang versteigert wurde (431.800 US-Dollar). Der neue Höchstpreis für eine Gitarre aus dem Besitz einer Frau geht an Janis Joplins Gibson J-45 (381.000 US-Dollar) und für einen Liedtext and Bob Dylans handgeschriebene Lyrics zu The Times They Are a Changing (2.515.000 US-Dollar).
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In einer so illustren Runde dürfen die Beatles natürlich nicht fehlen. Den höchsten Preis für ein Objekt der Fab Four insgesamt wurde mit John Lennons Broadwood Upright Piano erzielt (3.247.000 US-Dollar). Einen neuen Rekord für George Harrison bedeutete der Verkauf seiner Gibson „SG“ Standard für 2.271.000 US-Dollar. Für Ringo Starr gab es gleich dreifachen Grund zur Freude, als sein erstes Instrument des Herstellers Ludwig einen neuen Weltrekord für ein Schlagzeug aufstellte (2.393.000 US-Dollar) und die Trommelbespannung mit Logo, die beim Beatles-Auftritt in der Ed Sullivan Show zu sehen war, 2.881.000 US-Dollar erzielte, was einem neuen Rekord für Starr selbst sowie für eine Trommelbespannung bedeutete.
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Die Auktion umfasst nicht nur Musik-Memorabilia, sondern auch Objekte aus weiteren Sammelgebieten. Einen neuen Weltrekord für ein literarisches Manuskript erzielte die originale maschinengeschriebene Schriftrolle zu Jack Kerouacs ikonischem Roman On the Road (12.135.000 US-Dollar), während im Bereich Pferderennsport der Sattel, mit dem der legendäre Englische Vollblut-Hengst Secretariat 1973 das Triple Crown-Rennen gewonnen hatte, nun ganz oben auf dem Treppchen steht (1.524.000 US-Dollar).

Hinzu kommen vier weitere Weltrekorde in der Live-Auktion „The Jim Irsay Collection: Icons of Pop Culture“ und ein weiterer aus der Online-Auktion.
Dazu Julien Pradels, Präsident von Christie’s Americas: „Diese Woche wird dem Markt noch lange in Erinnerung bleiben. Die spürbare Begeisterung und der anhaltende Applaus im Auktionssaal, gepaart mit den Rekordergebnissen, sind eine Hommage an einen großartigen Sammler und ein Beweis für die anhaltende Faszination unserer gemeinsamen Kulturikonen.“
Die Versteigerung der Jim Irsay Collection wird am 1. Juli mit Objekten zur Geschichte Amerikas fortgesetzt.
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