Musik, die universelle Sprache der Welt, verzaubert uns seit Jahrhunderten. Jetzt sind es Musik-Memorabilia, die auf dem Auktionsmarkt hohe Wellen schlagen, wenn Instrumente, Manuskripte und von Musikern getragene Kleidungsstücke aus dem Nichts sechs- oder siebenstellige Summen erzielen. Für einen tieferen Einblick in diesen exponentiell wachsenden Markt zu erhalten, haben wir mit Darren Julien, dem Gründer des im kalifornischen Beverly Hills beheimateten Auktionshaus Julien’s Auctions, gesprochen, der als eine führende Persönlichkeit des Marktes für Musik-Memorabilia bekannt ist. 2023 feierte Julien’s sein 20-jähriges Bestehen und erzielte zudem einige erstaunliche Rekorde für eine Gitarre von Eric Clapton, eine von Kurt Cobain auf der Bühne getragene Jeans sowie zuletzt für ein Kleid von Prinzessin Diana und die Sammlung des ZZ Top-Bassisten Dusty Hill.

Wir haben mit Darren Julien über die Ursprünge seines Auktionshauses und den „Heiligen Gral“ gesprochen, nach dem er auf dem Auktionsmarkt Ausschau hält. Außerdem verriet er uns, was das Jahr 2024 für die Musik-Memorabilia-Industrie bereit hält.
Barnebys: Julien’s ist auf VIP- und Entertainment-Memorabilia spezialisiert, vor allem Sammlerstücke aus dem Bereich Musik. Was hat Sie dazu inspiriert, mit dem Sammeln anzufangen und schließlich Julien’s Auctions zu gründen?
Darren Julien: Als ich für ein Auktionshaus für Classic Cars in Auburn, Indiana, arbeitete, traf ich Johnny Cash. Für Memorabilia hatte ich mich schon immer interessiert und als Johnny Cash mich fragte, ob ich das [Museum, Anm. d. Red.] „House of Cash“ bewerten wolle, ergriff ich die Gelegenheit. Es war der Beginn meiner Reise im Bereich der Entertainment-Memorabilia und 1999 begann ich für Sothebys.com zu arbeiten.
Welche Musik-Memorabilia sind auf dem heutigen Markt besonders gefragt? Gibt es einen „Heiligen Gral“?
Die Beatles sind äußerst sammelbar sowie Elvis Presley und Michael Jackson. Paul McCartneys Hofner-Bassgitarre könnte das erste Musikinstrument werden, das für mehr als 10 Millionen US-Dollar verkauft wird. Auch auf Hendrix’ Gitarre habe ich ein Auge geworfen, die ebenfalls für eine Rekordsumme verkauft werden könnte.
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Vor Kurzem haben Sie die teuerste Eric Clapton-Gitarre verkauft und die Gitarren von ZZ Tops Dusty Hill erzielten Preise weit über ihren Schätzungen. In Hinblick auf das Jahr 2023, welche Trends sind Ihnen aufgefallen und was waren ganz besondere Highlights?
Mit Sicherheit war 2023 ein Rekordjahr für Julien’s hinsichtlich der drei neuen Weltrekordpreise, die wir erzielen konnten. doch konnten wir auch einen Anstieg der registrierten Bieter und des Traffics zu Julienslive.com verzeichnen. Gitarren sind sehr beliebt, da man auf ihnen spielen kann und ihr Wert weiterhin wachsen wird. Und es ist schon erstaunlich, das wir eine Levi 501-Jeans für 412.000 US-Dollar verkaufen konnten, da sie bei mehreren Auftritten und öffentlichen Events getragen worden war.
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Wie hat sich der Markt für Musik-Memorabilia seit der Gründung von Julien’s vor 20 Jahren verändert?
Der Markt für Musik-Memorabilia ist in den vergangenen 20 Jahren gewachsen, da diese Objekte mittlerweile als Anlageobjekte betrachtet werden. Immer mehr Menschen nehmen davon Notiz und registrieren sich, um bei unseren Auktionen mitbieten zu können. Ich bin gespannt, wie sehr dieser Sektor in den kommenden 20 Jahren noch wachsen wird.
Fällt Ihnen eine besondere Geschichte zu einem Musikobjekt ein, das bei Julien’s versteigert wurde?
2015 verkauften wir John Lennons Gibson J 160 E für 2,4 Millionen US-Dollar. Sie war bekannt geworden, als die verlorene/gestohlene Gitarre, da sie 1963 bei den Christmas Shows in London verschwunden war. Der damalige Eigentümer hatte sich an uns gewandt, der 47 Jahre lang keine Ahnung gehabt hatte, mit welcher Gitarre er es zu tun hatte. Wir machten uns daran, die Gitarre zu authentifizieren und anhand von Vergleichsfotos die Holzmaserung abzugleichen. Auch mussten wir eine Genehmigung von Yoko Ono einholen. Das Schöne an dieser Auktion war, das 50% des Erlöses an die von John Lennon und Yoko Ono gegründete The Spirit Foundation gingen. Tatsächlich sind es immer wieder gemeinnützige Organisationen, die von der Versteigerung solch ikonischer Stücke profitieren.
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Von Gitarren bis zu Manuskripten, wie bewerten Sie Musik-Memorabilia?
Die Bewertung von Musik-Memorabilia ist sehr vielschichtig und umfasst vor allem die Provenienz (Herkunftsgeschichte) der Stücke. Wer besaß sie, wo wurden sie gespielt, verwendet oder getragen, ist der Künstler noch am Leben oder bereits verstorben? Auch der Markenname sowie das Alter und der Zustand eines Stücks spielen eine Rolle. Ebenso hat ein Foto oder ein Video, in dem der Künstler mit dem jeweiligen Objekt zu sehen ist, erhebliche Auswirkungen auf den Wert.
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Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der mit dem Sammeln von Musik-Memorabilia beginnen möchte?
Wie bei jedem Investment sollten man das kaufen, das man liebt. Wir empfehlen immer, Dinge von dem Künstler oder Musikgenre zu erwerben, der bzw. das einem besonders am Herzen liegt. Diese Stücke sind Anlageobjekte und sollten sorgfältig aufbewahrt werden, nicht nur um sie selbst zu schützen, sondern auch um das Investment zu schützen. Geht es ausschließlich darum, ein Anlageobjekt zu erwerben, ist es wichtig zu bedenken, dass man ein Objekt möglicherweise einige Jahre behalten sollte, bevor es an Wert dazugewinnt und man es weiterverkaufen kann.
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Mit Blick auf das Jahr 2024, wie sehen Sie die Zukunft des Marktes für Musik-Memorabilia?
Wir sehen der Zukunft dieses Marktes mit Spannung entgegen, da wir davon überzeugt sind, dass er nach wie vor in den Kinderschuhen steckt. Wir werden unser Geschäft ausbauen und planen, Büros in Nashville und möglicherweise weitere Standorten zu eröffnen. Wir empfehlen, Juliensauctions.com regelmäßig zu besuchen, da wir planen, interessante Objekte durchgehend anzubieten.




