Leonardo da Vinci kam 1452 als unehelicher Sohn eines wohlhabenden Notars in der Toskana zur Welt. Schon früh wurde sein außerordentliches Talent erkannt und im Alter von 10 Jahren wurde er in Florenz zu Andrea del Verrocchio in die Lehre gegeben, wo er in Malerei und Bildhauerei unterwiesen wurde. 1472 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit und konnte mit der Zeit Lorenzo de’ Medici, den Stadtherrn von Florenz, als Förderer gewinnen. 1482 ging Leonardo nach Mailand an der Hof von Ludovico Sforza, der ihn vor allem als Ingenieur beschäftigte. In dieser Zeit entstanden aber auch einige von Leonardos berühmtesten Gemälden, wie die Felsgrottenmadonna und das Fresko Das letzte Abendmahl. 1499 kehrte er nach Florenz zurück, wo er den Auftrag für die Mona Lisa erhielt, und ging 1513 nach Rom, wo er sich jedoch wenig respektiert fühlte (außer von Raffael, der ihn bewunderte). In König Franz I. fand er schließlich einen letzten bedeutenden Förderer, der ihn überreden konnte, zu ihm nach Frankreich zu kommen, wo Leonardo da Vinci 1519 im Alter von 67 Jahren starb.
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Hier sind einige Dinge, die man über den genialen Renaissancekünstler wissen sollte.
1. Die Natur war seine wichtigste Lehrmeisterin
Auch wenn Leonardo da Vinci nachweislich bei Andrea del Verrocchio in die Lehre ging, der ihn mit dem nötigen technischen Know-how eines Künstlers ausstattete, gab es etwas, das für das für ihn von noch größerer Bedeutung war und die Basis für seinen Ruf als Universalgenie bildete: die Natur. Leonardo las zwar die bedeutenden Schriften der Antike, darunter Vitruv, Archimedes und Euklid, doch weigerte er sich, das geschriebene Wort als unumstößliche Wahrheit hinzunehmen. Vielmehr wollte er durch eigene Beobachtungen und Experimente alles überprüfen und weiterentwickeln. Ein typischer Tag im Leben Leonardos begann daher für gewöhnlich in der Natur. Ganz besonders angetan hatten es ihm Wasserströmungen und der Vogelflug. Seine Beobachtungen notierte er in seinen Notizbüchern und versah sie mit Skizzen. Auch wollte er alles über die Funktionen und Anatomie des menschlichen Körpers wissen, weshalb er selbstständig Leichen sezierte. Seine Erkenntnisse und Theorien in vielen Bereichen waren seiner Zeit weit voraus und konnten erst ab dem 19. Jahrhundert nachvollzogen und teilweise bestätigt werden.

2. Er war unzuverlässig
Der Ruf Leonardo da Vincis, ein Mann mit außergewöhnlichen Fähigkeiten zu sein, war weit verbreitet. Wer jedoch ein Kunstwerk bei Leonardo bestellte, musste Geduld zu seinen Tugenden zählen, denn die Fertigstellung eines Auftrags konnte sich über einen langen Zeitraum hinziehen und manchmal blieb sie sogar ganz aus. Dies lag zum einen an Leonardos Hang zur Perfektion, zum anderen an seinen vielseitigen Interessen, die ihn immer wieder von seinen Auftragsarbeiten ablenkten. Bestes Beispiel ist die berühmte Mona Lisa, bei der es sich sehr wahrscheinlich ursprünglich um einen Auftrag des Florentiner Kaufmanns Francesco del Giocondo aus dem Jahr 1503 handelte. Doch zur Übergabe des Porträts kam es nie, stattdessen behielt Leonardo es bis zu seinem Tod im Jahr 1519 bei sich und arbeitete immer wieder daran. War das Gemälde im Laufe der Zeit zu seinem persönlichen Lieblingswerk geworden, von dem er sich nicht trennen mochte, oder hatte Francesco del Giocondo irgendwann, des Wartens müde, den Auftrag sogar storniert? Die ganze Wahrheit werden wir vielleicht nie erfahren.
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3. Er war mehr Ingenieur als Maler
Wer als freischaffender Künstler überleben will, der kommt nicht ohne Aufträge aus. Auch einem Universalgenie wie Leonardo da Vinci ging es da nicht anders – vor allem, da man selten von Geburt an in dem Ruf steht, ein Universalgenie zu sein. Nach 10 Jahren als selbstständiger Meister in Florenz bewarb er sich schließlich am Hof Ludovico Sforzas in Mailand. In dem Brief, den er dafür verfasste, pries Leonardo vor allem seine Fähigkeiten als Ingenieur und Militärtechniker an, sein Können als Maler und Bildhauer erwähnte er nur ganz am Ende. In den knapp 20 Jahren, die er daraufhin in Mailand verbrachte, war er tatsächlich vor allem als Ingenieur tätig. Er entwarf Bühnenbilder inklusive technischer Effekte und beweglicher Dekorationen für Hoffeste, arbeitete an Wasserbauprojekten und entwarf militärische Maschinen, von denen die meisten jedoch nicht realisiert wurden. Auch die monumentale Reiterstatue für den Dynastie-Gründer Francesco Sforza, die der eigentliche Grund für Leonardos Bewerbung in Mailand gewesen war, kam nie über das Modell hinaus. Die Jahre am Sforza-Hof waren von großer Bedeutung für Leonardo, denn verschaffte ihm das regelmäßige Einkommen etwas sehr Wertvolles: die Zeit, sich mit all den Dingen zu beschäftigen, die ihn interessierten – und das waren bekanntlich nicht wenige.

4. Er war ein „relaxter“ Lehrmeister
In einer Werkstatt im Zeitalter der Renaissance ging es für gewöhnlich sehr diszipliniert zu. An der Spitze der strengen Hierarchie stand der Meister, am anderen Ende die jüngsten Lehrlinge. Disziplin war wichtig, wurde in den Werkstätten doch oftmals mit sehr wertvollen Materialien hantiert, deren unsachgemäße Verwendung einen immensen wirtschaftlichen Schaden bedeuten konnte. Natürlich existierte diese Art der Hierarchie auch in den Werkstätten, die Leonardo da Vinci in Florenz und Mailand betrieb, doch scheint er ein eher entspannter Lehrmeister gewesen zu sein. Seinem Lieblingsschüler Salai sah er sogar wiederholten Gelddiebstahl nach und behielt ihn bis zu seinem Tod an seiner Seite. Doch auch wenn Leonardo Salai besonders mochte, vererbte er seine Manuskripte lieber einem zuverlässigeren Schüler: Francesco Melzi, der sie für die Nachwelt aufbewahrte.
Wer bei Leonardo lernte, bekam einiges geboten, angefangen vom Erlernen von Leonardos Techniken bis hin zu Einblicken in dessen Naturphilosophie und breitgefächerte Interessen und Kenntnisse. Doch konnte gerade das auch frustrierend sein, denn wie wir bereits wissen, sprang Leonardo gerne von einem Projekt zum nächsten, ließ angefangene Arbeiten liegen, um sie erst viel später – manchmal auch gar nicht – wieder aufzunehmen. Wer vielfältig interessiert und offen war und geistig mithalten konnte, für den war die Mitarbeit in Leonardos Werkstatt garantiert der „Jackpot“. Einen regen Kunstbetrieb, wie in den Werkstätten anderer Meister, die mithilfe ihrer Schüler und Mitarbeiter einen Auftrag nach dem anderen ausführten, suchte man hier jedoch vergebens.
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5. Er ist ein seltener Gast auf dem Auktionsmarkt
Da Leonardo da Vinci einer der berühmtesten und bedeutendsten Künstler aller Zeiten ist, der jedoch nur wenig produktiv war, wird jedes seiner Werke als außerordentlicher Schatz betrachtet. Daher werden die meisten in den Sammlungen von Museen und anderen Institutionen aufbewahrt. Nur selten wird eines von ihnen auf dem Auktionsmarkt angeboten. Wenn das jedoch geschieht, ist das Interesse verständlicherweise sehr hoch. Bestes Beispiel ist die Versteigerung des Gemäldes Salvator Mundi im Jahr 2017, das mit den erzielten 450.312.500 US-Dollar nicht nur das teuerste Kunstwerk von Leonardo sondern gleich der gesamten Auktionsgeschichte wurde. Mit einigem Abstand reihen sich dahinter ein: die Codex Leicester oder auch Codex Hammer genannte Blättersammlung mit naturwissenschaftlichen Skizzen und Notizen, für die Bill Gates 1994 30.802.500 US-Dollar zahlte, die Zeichnung eines Bärenkopfes, die 2021 8.857.500 GBP erzielte, sowie die Skizze eines Pferdes mit Reiter, bei der es sich um eine Vorstudie zu dem unvollendet gebliebenen Gemälde Die Anbetung der Könige (1480-82) handelt, und die 2001 für 8.143.750 GBP verkauft wurde. Alle Versteigerungen wurden von Christie’s durchgeführt.

