Nur wenigen Künstlern wird die Ehre zuteil, als Verkörperung einer Kunstbewegung bezeichnet zu werden. Einer von ihnen war der in der heutigen Tschechei geborene Illustrator Alfons Mucha (1860-1939), der 1887 aufbrach, um mit seinen originellen Jugendstil-Plakaten Paris zu erobern. Hier sind einige Fakten über den „König des Werbeplakats“, die Sie vielleicht noch nicht kannten.

1. Sein Aufnahmeantrag an der Akademie der schönen Künste in Prag wurde abgelehnt
Mit viel Talent sang Alfons Mucha im Chor der St.-Peter-und-Paul-Kathedrale in Brno, seine wahre Leidenschaft gehörte jedoch dem Zeichnen. Als sein Vater, der als Gerichtsvollzieher arbeitete, ihm 1875 eine Stelle als Gerichtssekretär besorgte, hielt er es auch dabei nicht lange aus und bewarb sich drei Jahre später an der Akademie der schönen Künste in Prag. Die Akademie lehnte ihn jedoch ab, unter Verwendung von sehr unfreundlichen Worten: „Suchen Sie sich eine andere Profession, in der Sie mehr von Nutzen sind“. Alfons Mucha gab jedoch nicht auf und betrat nach den unterschiedlichsten Jobs schließlich die Welt des Theaters, um dann doch noch an der Münchener Akademie aufgenommen zu werden.

2. Er stand Paul Gauguin in einer Krise bei
1893 kehrte Paul Gauguin völlig mittellos aus Tahiti nach Paris zurück. Alfons Mucha wohnte damals über einem kleinen Restaurant in der Rue de La Grande-Chaumière, gegenüber der Akademie, an der er studierte. Die beiden Künstler begegneten sich in besagtem Restaurant, das von vielen Künstlern frequentiert wurde. Mucha verfügte über ein Atelier, das er großzügig mit Gauguin teilte, damit dieser eine Ausstellung seiner Tahiti-Bilder vorbereiten konnte.
Gauguin saß für Mucha auch mehrere Male Modell. Letzterer zog damals nämlich Freunde gegenüber professionellen Modellen aus finanziellen Gründen vor.
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3. Das Werk, das seine Karriere maßgeblich beeinflusste, schuf er in nur einer Woche
Am 24. Dezember 1894 kontaktierte die große Schauspielerin Sarah Bernhardt den Drucker ihres Vertrauen, da sie für ihr Stück Gismonda, das im Théâtre de la Renaissance aufgeführt werden sollte, noch ein Werbeplakat benötigte. Mucha war der einzige Künstler, der dem Drucker zur Verfügung stand und nahm den Auftrag an. In nur einer Woche lieferte er ein prachtvolles Plakat, das bereits am 1. Januar 1895 in ganz Paris hing.

Die Plakate waren sogar so beleibt, dass die Leute sie von den Wänden kratzten und mit nach Hause nahmen. Der Erfolg brachte Sarah Bernhardt dazu, mit Alfons Mucha einen Sechs-Jahres-Vertrag abzuschließen, der die Karriere des Künstlers maßgeblich vorantrieb.
4. Er kreierte eine Schmuckkollektion
1895 übernahm der Pariser Goldschmied Georges Fouquet (1862-1957) das Geschäft seines Vaters und entschied sich dafür, den Stil des Hauses zu verändern, weshalb er neue Talente einstellte. Angetan von dem Schmuck, den die Frauen auf Muchas Plakaten trugen, kontaktierte er den Künstler beauftragte ihn mit dem Entwurf einer ganzen Kollektion für die Weltausstellung von 1900.

Als Fouquet sich im Jahr darauf entschied, seine Boutique in die Rue Royale zu verlegen, kontaktierte er Alfons Mucha erneut. Dieses Mal fragte er nach der kompletten Ausstattung des neuen Ladens, inklusive Außen- und Innengestaltung, Möbeln, Beleuchtung und den Vitrinen. Die Boutique wird heute im Musée Carnavalet in Paris ausgestellt.
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5. Sein Werk inspirierte auch die Comic-Kultur
Der Legende nach inspirierte Michas künstlerisches Stil Joe Quesada und Stan Lee, den beiden Comiczeichnern, die für Marvels größte Hits verantwortlich sind. Auf Mucha Plakaten steht die Figur stets im Mittelpunkt, umgeben von majestätischen Arrangements und in heroischer Pose.

6. Er fotografierte seine Modelle
Nachdem er in Paris angekommen war, begann Mucha sogleich damit, seine Modelle zu fotografieren, um so einen Katalog mit inspirierenden Bildern zusammenzustellen. Seine Sammlung stellt ein interessantes Zeugnis über die damaligen Frauen und dem vorherrschenden Schönheitsideal dar.

Die Pariser Tänzerin und Schönheitsikone Cléo de Mérode soll für die berühmte Bronzebüste La Nature Modell gestanden haben, von der ein Exemplar im Königlichen Museum in Brüssel bewundert werden kann. Die Kompositionen erinnern schon ein wenig an die Darstellung von Superhelden.
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7. Er wurde von den Nazis verhaftet
Als die Nationalsozialisten 1939 in der Tschechoslowakei einmarschierten, war Alfons Mucha einer der ersten Künstler, die von ihnen verhaftet wurden. Fast 80 Jahre alt und bereits an einer Lungenentzündung erkrankt, richtigen ihn ständige Verhöre weiter zugrunde und er starb kurz nach seiner Entlassung.

