Die Vespa wurde am 23. April 1946 von der Firma Piaggio & Co. S.p.A. zum Patent angemeldet. Den Namen Vespa, was auf Italienisch "Wespe" bedeutet, erhielt der Roller von Enrico Piaggio, nachdem dieser ihn mit einem solchen Insekt vergleichen hatte. Im Laufe der 70-jährigen Geschichte des Rollers wurde dessen Technik stets weiterentwickelt und dem Fortschritt angepasst. Seinen urspünglichen Charme hat er jedoch nie eingebüßt.
Im Folgenden finden Sie sieben Fakten, die Sie über die Vespa vielleicht noch nicht wussten.
1. Die Vespa ist ein Kind des Zweiten Weltkriegs
Im 19. Jahrhundert machte sich die Firma Piaggio, der wir die Marke Vespa verdanken, zunächst auf Gewässern und auf Schienen einen Namen, bevor sie im 20. Jahrhundert auch den Himmel eroberte. Im Laufe des Zweiten Weltkriegs wurden die Werkhallen des Unternehmens stark beschädigt. Obwohl die Schäden gleich nach dem Krieg beseitigt werden konnten, war es Piaggio untersagt, weiterhin seine Axis-Flugzeuge zu bauen. Das Unternehmen wandte sich daraufhin der Produktion von Motorrädern zu, um dem immensen Bedarf an billigen Transportmitteln nachzukommen.

2. Das Originalmodell der Vespa war von einem Militärmotorrad inspiriert
Das Modell Cushman 53, auch Airborne genannt, war ein leichtes Motorrad mit kleinen Rädern der US Army, das während des Krieges an Frontschauplätzen zum Einsatz kam. Nachdem viele dieser Motorräder über Mailand und Turin abgeworfen worden waren, wurden sie von italienischen Widerstandskämpfern benutzt und Teil des Stadtbilds.

3. Die wertvollste Vespa der Welt wurde von einem Künstler signiert
Die 1962 von Salvador Dalí signierte Vespa 150S gilt als das bekannteste Exemplar der Marke. Der Roller gehörte damals einem Studenten, doch Dalí beschloss, ihn mit dem Namen seiner Muse und Partnerin Gala zu beschriften, bevor er ihn mit seiner Unterschrift versah. Heute wird der Dalí-Roller im Vespa Museum in Pontedera ausgestellt.

4. Beinahe hätte es eine andere Vespa gegeben
Der Name "Vespa", der eher an das Modell als an die gesamte Marke gerichtet ist, geht auf den Vergleich Enrico Piaggios zurück, wobei sich dieser Vergleich nicht nur auf die Form des Prototyps bezog, sondern auch auf die Geräusche des Fahrzeugs, die ihn an das "Summen einer Wespe" erinnerten. Fast zeitgleich hatte auch der Motorradhersteller MV Agusta sein erstes Modell entworfen und wollte es Vespa nennen. Doch er kam zu spät, denn Piaggio hatte sich die Namensrechte bereits sichern lassen.
5. Der Schöpfer des Prototyps wurde gut belohnt
Piaggios Firmenpolitik sah es vor, dass die Designer auch am Verkaufserlös ihrer Modelle beteiligt sein sollten. Im Falle der Vespa war es der verantwortliche Ingenieur Corradino D'Ascanio, der daraufhin nicht nur sein monatliches Gehalt, sondern auch seinen Anteil erhielt und so zum bestbezahlten Angestellten in Pontedera avancierte.

6. Großbritannien hat sich als zweiter Markt der Marke etabliert
Außerhalb Italiens hat sich Großbritannien zum zweitwichtigsten Markt der Marke entwickelt, insbesondere mit dem Aufkommen der Subkultur der Mods (kurz für Modernists) in den 1960er Jahren. Der Vespa-Effekt setzte sich auch mit der mythischen Schlussszene des Films Quadrophenia durch, der auf dem gleichnamigen Album der britischen Gruppe The Who basiert.

7. In der Vespa steckt ein bisschen Alfa Romeo
Motorradhersteller beauftragen häufig Autohersteller mit der Produktion bestimmter Teile, wie z. B. dem Sitz oder den Scheinwerfern. Zu seinen Anfangszeiten beauftragte Piaggio Alfa Romeo damit, sowohl den Motor als auch das Chassis für zukünftige Vespas herzustellen. Alfa Romeo produzierte die ersten 3.000 Vespa-Zylinder und die Karosserien der ersten Serie.

Seit 1946 wurden insgesamt 34 verschiedene Versionen der Vespa auf den Markt gebracht. Das Erbe der Marke lebt weiter, und obwohl die Vespa das am meisten kopierte Motorrad der Welt ist, hat kein anderes Modell ihren Stil und ihre Eleganz erreichen können. Beim Kauf einer Vespa geht es nicht zuletzt darum, ein Stück Geschichte und Nostalgie zu kaufen.
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