Ivo Hauptmann kam 1886 in der Nähe von Berlin als ältester Sohn des Schriftstellers und Dramatikers Gerhart Hauptmann und dessen erster Frau Marie Thienemann zur Welt. Schon früh war ihm klar, dass er sein Leben der Malerei widmen wollte.
Vater und Mutter Hauptmann unterstützten ihren Filius in diesem Wunsch. Im Alter von nur 14 Jahren durfte er den entfernten Verwandten, der Dresdner Maler und Brücke-Mitgründer Otto Mueller, zu einer Studienreise an die Französische Riviera begleiten. Anschließend finanzierte Gerhart Hauptmann Ivos Studium an der Académie Julien in Paris.

1903/04 setzte er sein Studium bei Lovis Corinth in Berlin fort und ging anschließend für fünf Jahre an die Kunstakademie Weimar, wo er Meisterschüler von Ludwig von Hofmann wurde. Ein weiterer Aufenthalt in Paris, wo er an der Akademie des Symbolisten Paul Ranson lernte, rundete seine Ausbildung ab.

Nachdem er bereits in Weimar die Bekanntschaft mit Künstlern wie Edvard Munch, Hans Olde und Henry van der Velde gemacht hatte, lernte er in Paris Auguste Rodin und Paul Signac kennen. Letzter hatte mit seinem Pointillismus großen Einfluss auf das Werk Ivos in dieser Schaffensphase.

1913 zog Ivo Hauptmann mit seiner Frau, Designerin Erica von Scheel, die er im Jahr davor geheiratet hatte, nach Hamburg. So wie sein Vater Gerhart, liebte auch Ivo die Ostseeinsel Hiddensee, die er immer wieder besuchte und in zahlreichen Bildern einfing.

Nach dem Ersten Weltkrieg, während dessen er zum Kriegsdienst eingezogen worden war, wurde er 1919 Mitgründer der Hamburgischen Sezession, die es sich zum Ziel machte, die Kunstszene der Hansestadt zu fördern und präsenter zu machen.

Da das Leben als Künstler schwierig war, ging Ivo Hauptmann auch einer kaufmännischen Tätigkeit nach. Zwar nur wiederwillig, doch hatte er eine Familie zu versorgen – 1914 war er Vater eines Sohnes geworden.

In Hamburg begann sich auch sein Stil zu verändern. War er vor dem Ersten Weltkrieg noch dem Impressionismus zugeneigt, wurde nun der expressionistische Einfluss der Brücke-Maler, allen voran Otto Mueller, spürbar.

1933 beschloss sich die Hamburgische Sezession zur Selbstauflösung, nachdem die Nationalsozialisten den Ausschluss jüdischer Mitglieder gefordert hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Ivo Hauptmann die Künstlergruppe neu. Sie sollte jedoch nur sieben weitere Jahre Bestand haben.

Neben seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit war er Dozent an der Hochschule für bildende Künste Hamburg sowie ab 1955 Vizepräsident der Freien Akademie der Künste in Hamburg.
Ivo Hauptmann blieb bis zu seinem Tod Einwohner der Stadt Hamburg. Nach dem Tod Ericas 1966 heiratete er die Opernsängerin Erna Kruse-Jahn. Er selbst starb im Jahr 1973 und wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt.

Mit acht Arbeiten aus den 1930er bis 1960er Jahren ist Ivo Hauptmann am 21. November in der Auktion des Auktionshauses Satow vertreten. Im Zusammenhang mit der Familie Hauptmann muss dabei auch auf das Porträt einer jungen Frau des Dresdner Malers Carl Rade hingewiesen werden. Das Gemälde stammt aus dem Nachlass von Ivo Hauptmanns Mutter Marie Thienemann. Rade war über seinen Kollegen Otto Mueller mit Gerhart Hauptmann befreundet gewesen.

So wie Ivo Hauptmann fühlten sich viele Künstlerinnen und Künstler von der Insel Hiddensee angezogen. 1919 gründeten einige Malerinnen den Hiddensoer Künstlerinnenbund, dem auch die in der Auktion vertretenen Malerinnen Elisabeth Büchsel und Elisabeth Andrae angehörten.

Auch die Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst zog Maler magisch an, was zur Gründung der berühmten Künstlerkolonie Ahrenshoop führte. Eine Malerin, die dort ein Haus besaß, war Dora Koch-Stetter, die übrigens zeitgleich mit Ivo Hauptmann Schülerin bei Louis Corinth in Berlin gewesen war.

Neben Gemälden und Aquarellen kommen in der Auktion auch Drucke, Antiquitäten, Schmuck, Uhren und Kunstgewerbe zum Aufruf. Die Versteigerung wird als "Stille Auktion" durchgeführt. Gebote können schriftlich, telefonisch und online abgegeben werden.



