Kunst aus Hamburg steht am 26. Februar in dem seit über 40 Jahren in der Hansestadt ansässigen Auktionshauses Stahl im Mittelpunkt. Die 324 Lose starke Offerte teilt sich in drei Bereiche auf.
Der Hamburger Künstler Horst Janssen (1929-1995) war nicht nur für seine herausragendes Talent als Zeichner und Grafiker bekannt, sondern auch für sein reges Liebesleben, das drei Ehefrauen und zahlreiche Lebensgefährtinnen umfasste. 1976 lernte er die Yogalehrerin Viola Rackow kennen, mit der er bis 1978 eine Beziehung führte und anschließend befreundet blieb.

In den zwei Jahren, die die Liebesbeziehung zwischen Rackow und Janssen andauerte, gab es einen regen Briefwechsel. Nach den romantischen Malern Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich sprachen sich Rackow und Janssen mit „Runge“ und „Vriedrich“ an und der Künstler versah seine Briefe mit zahlreichen Aquarellen und Zeichnungen.

Bei Stahl kommen nun, herausragend und einmalig in ihrer Vollständigkeit, mehr als 60 dieser Briefe aus dem Besitz Viola Rackows zum Aufruf. Ergänzt wird das Angebot durch 20 weitere Arbeiten Janssens.
Eine weitere spannende Sammlung stellt jene des im vergangenen Jahr verstorbenen Fotografen Franz Christian Gundlach (1926-2021) dar, der seit 1956 in Hamburg lebte und dessen Mode- und Porträtaufnahmen ganz neue Maßstäbe in der Fotografie Nachkriegsdeutschlands setzten.

In den späten 1960er gründete Gundlach den Professional Photo Service (PPS) für fotografische Dienstleistungen, 1975 folgte mit der PPS. Galerie eine der ersten Galerien in Deutschland, die auf Fotografie spezialisiert war. Dort präsentierte Gundlach bis 1992 zahlreiche Ausstellungen mit Arbeiten von Künstlern wie Martin Kippenberger, Nan Goldin, Richard Avedon und Robert Mapplethorpe. Im Jahr 2000 rief er zur Wahrung seines Lebenswerks und zur Förderung der Fotografie die Stiftung F. C. Gundlach ins Leben, von 2003 bis 2005 war er Gründungsdirektor des Hauses der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg.

Die Stücke aus Gundlachs Nachlass umfassen modernes Design von Le Corbusier, Marcel Breuer und Charles & Ray Eames genauso wie Fulvio Bianconis Murano-Glasvase A Fasce Di Colore oder die gesuchte Puzzle-Figur Maria de la O des spanischen Bildhauers Miguel Berrocal. Auch Beispiele für Gundlachs Faszination für das Alte Ägypten sind Teil der Offerte.
Im dritten Teil der Auktion kommt Kunst aus Norddeutschland in über 200 Losen zum Aufruf, wobei Werke von Künstlern des Hamburgischen Künstlerclubs und der Hamburgischen Sezession besonders gut vertreten sind.

Von Dorothea Maetzel-Johannsen, einer Mitbegründern der Hamburgischen Sezession, kommen fünf Aquarelle und eine Zeichnung sowie das Gemälde Zwei Akte zum Aufruf. Der bedeutende Sezessionskünstler Karl Kluth ist mit zehn Werken in der Auktion vertreten, die nicht nur von seinem großen Talent, sondern auch von seiner Wandelbarkeit, die nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin stark zum Ausdruck kam, zeugen.

Freuen Sie sich zudem auf Arbeiten von Künstlern wie Siegward Sprotte, Beate Wassermann und Rolf Retz-Schmidt.
Die Versteigerung findet am 26. Februar um 11 Uhr im Auktionshaus Stahl, Graumannsweg 54, in Hamburg statt. Die Möglichkeit einer Vorbesichtigung besteht dort vom 21. bis 25. Februar.
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