Am Mittwoch den 25. September präsentierte das Auktionshaus Primardeco in Toulouse in seiner Auktion auch 28 Zeichnungen und ein Skizzenbuch an, die die Feldzüge Napoleons in Preußen und Russland in den Jahren 1806 und 1807 dokumentieren. Der Auftrag für diese kam vom Kaiser der Franzosen selbst. Laut der Zeitung La Depeche trat dann jedoch der Louvre, der bereits einige dieser Zeichnungen in seiner Sammlung hat, auf den Plan und meldete sein Vorkaufsrecht für das Set an, das mit einem unteren Schätzpreis von 100.000 Euro aufgerufen wurde und 1.500 bis 10.000 Euro pro Zeichnung.
Der Louvre hat nun 15 Tage Zeit, um alle Zeichnungen zu kaufen. Das Vorkaufsrecht bietet dem Staat die Möglichkeit, sein Erbe zu schützen und, wie Jérôme de Colonges, Auktionator bei Primardeco, erklärt, werden die Zeichnungen auf diese Weise "im Staatsgebiet bleiben. Und das freut mich. Das ist das Gesetz des Auktionsmarktes".

Die Zeichnungen und das Skizzenbuch waren von verschiedenen französischen und internationalen Sammlern im Auktionssaal und am Telefon ersteigert worden. Für diese " 'Kurzzeitkäufer' ist es ein Trost zu wissen, dass diese Zeichnungen bald im Louvre ausgestellt werden" ist sich der Auktionator sicher.
Die Arbeiten waren von Jérôme de Colonges bei der Inventarisierung eines Anwesens in Südwestfrankreichs in die Hände gefallen: "Die Zeichnungen wurden in einem Bücherschrank im Wohnzimmer des Hauses aufbewahrt. Ihr Zustand ist nahezu perfekt. Das Papier ist weder feucht noch von der Sonne ausgeblichen."

Der Auftrag für diese Zeichnungen und Aquarelle kam vom Kaiser selbst, der mehrere Künstler mit dieser historischen Aufgabe betraute. Die Arbeiten, die die Heldentaten Napoleons sowie seinen Alltag auf seinen Feldzügen (positiv) dokumentieren sollten, wurden von Zeichnern, Ethnologen und Architekten ausgeführt, die Napoleon ständig begleiteten.
Mehrere der Arbeiten stammen von Benjamin Zix, seit 1805 der offizielle Zeichner des Kaisers. Darunter Die Begegnung Napoleons mit Zar Alexander I., Der Abbau der Roßbach-Säule am 18. Oktober 1806 und Die Versorgung der Verwundeten im großen Saal der Marienburg (verkauft für 8.500 Euro). Weitere Skizzen der Auktion stammten von Künstlern wie Louis-Pierre Baltard, Louis-Philippe Crepin und Florent Fidèle Constant Bourgeois de Castelet.

Diese Art der Dokumentation beschreibt der Auktionator als Vorläufer der heutigen Kriegsberichterstattung und deren Fotodokumentationen. "Man muss sich vorstellen, dass es Menschen gab, die inmitten der Kämpfe, der Raserei, des Lärms und der Verwundeten zeichneten. Einige dieser Zeichnungen entstanden direkt vor Ort und wurden später finalisiert. Und das ist außergewöhnlich."
Für den Verkäufer, der seine Skizzen künftig im Besitz eines der größten Museen der Welt sehen wird, kann die Situation kaum schmeichelhafter sein, "zumal er kein Geld verliert".




