Hier sind acht Fakten über Henry Moore (1898-1986), die Sie vielleicht noch nicht kannten.
1. Er sollte Lehrer werden
Henry Moore wurde am 30. Juli 1898 in Yorkshire, England, als siebtes Kind einer zehnköpfigen Familie geboren. Sein Vater, der in einer Kohlenmine arbeitete, ermutigte seine Kinder, zu studieren. Obwohl Henry schon früh ein künstlerisches Talent zeigte, wollte sein Vater, dass er einen anderen Weg einschlug. Henry erhielt eine Unterweisung als Lehramtsstudent und unterrichtete anschließend an der Castleford Grammar School, die er selbst als Kind besucht hatte.
2. Er wurde im Ersten Weltkrieg verwundet
1916 meldete sich der damals 18-jährige Henry Moore freiwillig zum Militärdienst. Er wurde das jüngste Mitglied seines Regiments und im folgenden Jahr bei einem Gasangriff in Frankreich schwer verwundet. Er kam ins Krankenhaus und verbrachte die restliche Zeit seines Militärdienstes als Fitnesstrainer. Nach Kriegsende erhielt Moore ein Stipendium und begann 1919 sein Studium an der Leeds School of Art. Dort intensivierte er seine Versuche als Bildhauer und lernte die Moderne kennen.
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3. Er hatte verschiedene Inspirationsquellen
Moore ließ sich sowohl von den klassischen Skulpturen der Alten Meister als auch von Picassos Arbeiten der 1920er Jahre inspirieren. Auch war er fasziniert von der Formensprache der Maya-Kultur, die die Kunst der mittelamerikanischen Hochkulturen dominierte. Hierbei wurden vor allem die Chacmool-Skulpturen zu einer häufig wiederkehrenden Form, derer er erstmals 1924 Musée d'Ethnographie du Trocadéro in Paris ansichtig geworden war. Die liegende Figur spielte eine entscheidende Rolle in Moores künstlerischem Schaffen und beeinflusste ihn für den Rest seines Lebens.

4. Er führte seine Skulpturen direkt aus
In den 1920er Jahren fand Henry Moore zu seinem persönlichen künstlerischen Prozess. Inspiriert von Künstlern wie Constantin Brâncuși begann er seine Skulpturen direkt zu schnitzen, ohne zuvor ein Modell oder einen Abguss ausgearbeitet zu haben. Das „direkte Schnitzen“, also das Arbeiten mit dem endgültigen Material während des gesamten Prozesses ohne vorbereitende Schritte, war revolutionär in der britischen Bildhauerei und wurde bald von zwei Kollegen Moores – Barbara Hepworth und deren damaliger Ehemann John Skeaping – aufgegriffen. Dieses Technik erforderte großes Geschick und Materialverständnis.
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5. Er schloss sich einer surrealistischen Gruppe an
1936 schloss sich Moore Unit One an, einer britischen Surrealistengruppe, die drei Jahre zuvor von Paul Nash gegründet worden war. Seite an Seite mit Nash und dem britischen Autor und Künstler Roland Penrose organisierte Moore im Jahr seines Beitritts die International Surrealist Exhibition in London. Moore betrachtete sich selbst jedoch nie als Surrealisten, sondern interessierte sich für das surrealistische Konzept des Biomorphismus (künstlerische Darstellungen, die in der Natur zu finden sind). Seine Arbeiten wurden zwar zunehmend Abstrakter, behielten aber dennoch ihre figürliche Form.
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6. Er skizzierte das Grauen des Zweiten Weltkriegs
1932 wurde Henry Moore Leiter der Abteilung für Bildhauerei an der Chelsea School of Art in London. Wie so viele andere Institutionen, wurde auch diese Schule bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geschlossen. Im September 1940 wurde sein Heimatelier in Hampstead bombardiert. Moore und seine Frau Irina zogen nach Hertfordshire, wo er begann, die Schrecken des Krieges in Zeichnungen darzustellen. Während der Bombardierungen suchte die Londoner Bevölkerung Schutz in der U-Bahn. Moores ergreifende Skizzen wurden 1945 unter dem Namen Shelter Sketchbook veröffentlicht und als einige der maßgebendsten Darstellungen des Krieges betrachtet.
7. Er schuf viele Werke für die Öffentlichkeit
Im Laufe seines Lebens erhielt Moore zahlreiche öffentliche Aufträge. Der erste hieß West Wind (1928/29) und wurde über dem Eingang zur Hauptniederlassung der Londoner U-Bahn installiert. In den 1950er Jahren erhielt Moore immer mehr Aufträge für den öffentlichen Raum. Moore, der der Ansicht war, dass Kunst im öffentlichen Raum eine wichtige Funktion für eine Gesellschaft hat, schenkte viele seiner Werke Stiftungen und Institutionen mit der Bedingung, dass sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ende der 1970er Jahre waren Abreiten Moores jährlich in mehr als vierzig verschiedenen Ausstellungen zu sehen.
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8. Er ist einer der teuersten britischen Künstler
Neben weiteren großen Namen wie Francis Bacon, David Hockney und Lucian Freud zählt der 1986 im Alter von 88 Jahren verstorbene Henry Moore zu den teuersten britischen Künstlern auf dem Auktionsmarkt und gilt als der führende und hoch angesehene britische Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Sein aktueller Auktionsrekord wurde 2016 bei Christie’s in London aufgestellt, als Reclining Figure: Festival für 24.722.500 GBP (32.163.973 Euro) den Besitzer wechselte. Henry Moores Haus wird von der vom Künstler 1977 gegründeten Henry Moore Foundation als Skulpturenzentrum verwaltet. Die Stiftung vergibt außerdem Stipendien zur Unterstützung zeitgenössischer Künstler.



