Den Auftakt zu den letzten Versteigerungen des Jahres im Münchener Auktionshaus Quittenbaum bildet am 3. Dezember um 16 Uhr die Auktion Schools of Design, die sich auf die Spur der unterschiedlichen Design-Strömungen des 20. Jahrhunderts begibt.

Klar, dass da im Bauhaus-Jahr 2019 auch Entwürfe von Ludwig Mies van der Rohe nicht fehlen dürfen und die vollständig erhaltene Sitzgruppe von 1927, die in der Auktion zum Aufruf kommt, ist dabei ein ganz besonderes Highlight von musealer Qualität.

Vierzig Jahre jünger ist das Paar Floris-Stühle des Wuppertaler Designers Günter Beltzig. Die beiden skulpturalen Sitzmöbel aus fiberglasverstärktem Polyester gehören zur ersten, ursprünglichen Serie.

Ebenfalls aus den 1960er Jahren stammt die Kommode aus Rüsterholz und türkisgrünem Kunststofflaminat, die der große italienischen Designer Gio Ponti für die Ausstattung des Hotels Parco dei Principi im Rom entworfen hat.

Doch zurück in die 1920er Jahre und zu einem Tisch, den Le Corbusier gemeinsam mit Charlotte Perriand entworfen hatte. Auch dieser Tisch war für die Ausstattung eines Gebäudes vorgesehen gewesen, nämlich für Cité de Refuge, dem Haus der Heilsarmee in Paris.

Den Beginn des modernen Designs bildete ab Ende des 19. Jahrhunderts der Jugendstil, der natürlich auch vor den Porzellanmanufakturen nicht halt machte. Auch die Königliche Porzellan-Manufaktur in Berlin orientiere sich neu und erweiterte seine Formgebung. Als ein ganz besonderes Highlight dieser spannenden Epoche kommt in der Auktion der vollständige(!) Hochzeitszug, der 1904/05 von Adolph Amberg anlässlich der bevorstehenden Hochzeit des preußischen Thronfolgers mit Cecilie zu Mecklenburg entworfen worden war, zum Aufruf. Die meist exotischen Figuren werden in Einzellosen angeboten.

Ein weiteres interessantes Stück jener Epoche stellt eine Brosche des belgischen Designers Henry van de Velde dar. Von den silbernen Broschen, die anlässlich eines Damentennisturniers in Auftrag gegeben worden waren, sind nur zwei weitere Exemplare bekannt.
Die Brosche bildet den perfekten Übergang zur nächsten Auktion, die am 4. Dezember um 16 Uhr stattfinden wird: Autorenschmuck - Bedeutende Schmuckkunst des 20. Jahrhunderts, mit interessanten Stücken, die aus verschiedenen Sammlungen stammen.

Während die Offerte Allgemein mit ihrer großen Materialvielfalt besticht, haben der Berner Goldschmiedekünstler Othmar Zschaler und die niederländische Mode- und Schmuckdesignerin Emmy van Leersum klassisch auf Gold gesetzt, dieses jedoch für einen Halsschmuck und einen Armreif in nicht alltägliche Formen gebracht.
Aufgrund seines filigranen Gitterwerks aus Weißgold nannte die vielseitige Künstlerin Meret Oppenheim ihren 1985 entworfenen Ring Cage. Was in dem Käfig gefangen gehalten wird? Einige Rubin-Cabochons.

Ebenfalls um 16 Uhr geht es am 5. Dezember weiter mit Moderner Kunst. Expressionisten sind hier genauso vertreten wie Künstler der Pop Art oder Zeitgenossen wie Banksy. Auch Jahrhundertkünstler Pablo Picasso darf hier nicht fehlen, von dem die Ovale Platte in Farbe, gezackter Fisch nicht unerwähnt bleiben darf.

Ein besonderes Augenmerk ist jedoch auf die Pop Art gerichtet, die mit der Offsetlithographie Shipboard Girl von Roy Lichtenstein und dem Acrylbild Lost Babies von Keith Haring zwei Highlights der Offerte zur Verfügung stellt.

Die Auktionen mit insgesamt mehr als 600 Losen finden im Auktionshaus Quittenbaum in der Theresienstraße 60 in München statt. Die Ausstellung dazu ist dort vom 28. November bis 2. Dezember zugänglich.



