Das Gemälde Porträt des Sir James Graham von Angelika Kauffmann (1741-1807) war eines der Lose, die bei Bonhams’ Auktion am 7. Juli eines der besten Ergebnisse erzielen konnten. Nachdem es vorab der Auktion auf 20.000-30.000 GBP geschätzt worden war, wurde es schließlich für 114.000 GBP (ca. 133.000 Euro) verkauft. Das Ergebnis bestätigt die momentane starke Nachfrage nach Werken Alter Meisterinnen.
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Die Schweizer Malerin Angelika Kauffmann, die sich auf Porträts und historische Themen spezialisiert hatte, erhielt ihre Ausbildung in Italien und studierte die Kunst von Correggio, Guercino und Guido Reni. Später lernte Kauffmann den Italien bereisenden Johann Wolfgang von Goethe kennen, mit dem sie sich anfreundete. Wie viele weitere hochstehende Italienreisende war auch Goethe Gast in dem Atelierhaus in Rom, in dem Kauffmann mit ihrem Ehemann, dem venezianischen Maler Antonio Zucchi, wohnte. Das Haus wurde zudem eine der typischen Stationen einer Grand Tour.

Die Grand Tour bildete im 17. und 18. Jahrhundert den Abschluss der Ausbildung eines jungen Mannes der oberen Gesellschaftsschicht. Vor allem junge Engländer begaben sich auf diese Reise, die sie quer über den Kontinent führte, um sowohl ihren Studien als auch ihrem gesellschaftlichen Auftreten den letzten Schliff zu verleihen. Sich auf dieser Reise porträtieren zu lassen, war gewissermaßen obligatorisch. James Graham wählte in Rom Angelika Kauffmann für die Ausführung seines Porträts aus.
Vor seiner Versteigerung befand sich das Gemälde noch immer im Besitz der Familie, die es hervorragend bewahrte. „Es war ein wunderbares Gemälde mit tadelloser Provenienz, da es direkt von der Familie des Dargestellten stammte. Junge Männer auf der Grand Tour ließen sich oft als Teil des Erlebnisses porträtieren – eine willkommene Einnahmequelle für Künstler – doch Kauffmann hatte sich offensichtlich große Mühe mit dieser Arbeit gegeben und Sir James das Kompliment gemacht, einen Mann aus Fleisch und Blut darzustellen“, erklärte Andrew McKenzie, Leiter der Abteilung für Alte Meister bei Bonhams, nach der Auktion.
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Ein weiteres bedeutendes Los der Auktion war Haupt Christi, auf dem Schweißtuch der Heiligen Veronika aus der Werkstatt von Domenikos Theotokopoulos, besser bekannt als El Greco (1540-1614). Die Geschichte der Veronika stammt nicht aus der Bibel, sondern ist eine fromme Legende, nach der Veronika an Christus, der sich gerade auf dem Weg nach Golgota befand, herantrat, um ihm mit ihrem Tuch Blut und Schweiß vom Gesicht zu wischen. Auf wundersame Weise blieb der Abdruck des Gesichtes Christi auf dem Tuch zurück. Das Gemälde wurde für 137.750 GBP (ca. 161.000 Euro) verkauft.
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Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben dürfen Fahrt bei ruhiger See von Samuel Scott (1702-1772), das Horace Walpole in Auftrag gegeben hatte (87.750 GBP [ca. 103.000 Euro]), Piazza del Popolo, Rom von Bernardo Canal (1664-1744), Vater des berühmten Vedutenmalers Antonio Canal (77.750 GBP [ca. 91.000 Euro]) sowie Venus bestraft Amor eines Malers der Bologneser Schule des späten 16. Jahrhunderts (9.000 GBP [ca. 10.500 Euro]).
Die Auktion von Bonhams brachte viele hervorragende Ergebnisse und verdeutlichte einmal mehr das Interesse an den Gemälden Alter Meister und vor allem der Alten Meisterinnen.
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