Am 7. und 8. November versteigert Shapiro Auctions in 700 Losen Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Schmuck, Silber und noch mehr Dekoratives. Während der erste Auktionstag ganz der gemalten und gezeichneten Kunst gewidmet ist, dürfen wir uns am zweiten auf Schmuck, Bronzen, Porzellanvasen, antikes Silber, feines Emaille und elegante Möbel freuen.

Eines der bedeutendsten und seltensten Lose der Auktion ist Evgeny Alexandrovich Lancerays Bronzegruppe Arabische Reiterspiele. Lanceray (1848-1886) gehörte, was die Darstellung von Pferden betrifft, zu den besten Bildhauern seiner Zeit – und das nicht nur in seiner russischen Heimat, sondern auch im Ausland, wo er andere Künstler, wie Frederic Remington, beeinflusste. Die vorliegende Arbeit stellte die größte (68 x 102 cm) und teuerste Bronzegruppe in Lancerays Karriere dar. Im Stil einer Fantasia sind hier vier Reiter mit in die Luft erhobenen Waffen dargestellt, was eine beeindruckende und atemberaubende Komposition ergibt. Die Bronzegruppe wird nur selten auf dem Auktionsmarkt angeboten, dreimal in den letzten zehn Jahren. Der höchste Preis, der dabei erzielt wurde, betrug 482.500 USD (339.680 Euro).

Nicht minder selten ist ein weiteres Highlight der Auktion: Das Gemälde Schweißtuch der Veronika von Francisco de Zurbaran (1598-1664), das mit seinem barocken Pathos besticht. Zurbaran, der wegen seiner meisterhaften Beherrschung des Chiaroscuro auch als "spanischer Caravaggio" bezeichnet wird, ist dafür bekannt, gleich mehrere Gemälde mit diesem Motiv gemalt zu haben. Die vorliegende Version befand sich ab 1959 im Besitz der Bob Jones University in Greenville, South Carolina und wurde 1974 von den Knoedler Galleries in New York erworben, die es an die Familie weiterverkaufte, die dieses außergewöhnliche Werk nun in der Auktion anbietet.

Ebenfalls Teil der Offerte sind mehrere Arbeiten des vietnamesischen Impressionisten Le Pho und seines Landsmannes Vu Cao Dam, die allesamt aus der Findlay Gallery stammen. In ihrer Heimat Vietnam bereits hoch im Kurs, beginnen die Preise für diese beiden Künstler auf dem Sekundärmarkt merklich zu steigen. Mit mehr als zehn Arbeiten ist der russische Futurist David Burliuk (1882-1967) in der Auktion vertreten, die alle über eine ausgezeichnete Provenienz verfügen, darunter die Sammlung Joseph Hirshhorn und die Sammlung von Ella Jaffe Freidus, die nicht nur eine Sammlerin der Werke Burliuks war, sondern mit dem Künstler auch eng befreundet war.

Wie Le Pho und Vu Cao Dam war Abraham Manievich (1883-1942) Impressionist, wenn er auch einen anderen Stil pflegte als seine Kollegen aus Südostasien. Manievich, der als ukrainischer Jude in die USA ausgewandert war, ist bekannt für eine farbenfrohen Landschaften voller Symbolik. Ähnlich den Arbeiten von Oskar Kokoschka und Marc Chagall sind Manievichs Landschaften und Stadtansichten von Emotionen durchdrungen, die mit dynamischen und lyrischen Pinselstrichen sowie einer meisterhaften Verwendung der Farben erzielt werden und die sich auf den Betrachter übertragen. Die bei Shapiro Auctions angebotenen Gemälde Manievichs entstanden an verschiedenen Stationen im Leben des Künstlers: Herbst, Kiew 1918 in der ukrainischen Hauptstadt, Boston Post Road um 1923, als Manievich in der Bronx und Westchester, New York lebte.

Ein weiteres Los, das New York und Russland miteinander verbindet, wurde um 1910 in den Tiffany Studios geschaffen: Die Tischlampe Russian aus Bleiglas und Bronze. Unbedingt hervorgehoben werden muss ein siebenteiliges Silberservice von S. Kirk & Son, Baltimore aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Weitere amerikanische Werke der Auktion stammen von Künstlern wie Guy Wiggins, Robert Phillipp, Wolf Kahn, Rockwell Kent, Walt Kuhn und Ivan Olinsky.

Zeitgenössische Kunst aus Polen und Russland gehört zu den weiteren Spezialgebieten des Auktionshauses. Die Novemberauktionen umfassen viele Arbeiten von russischen Nonkonformisten und Konzeptkünstlern wie Evgeny Rukhin, Mikhail Chemiakin, Ernest Neizvestny, Vladimir Ovchinnikov, Ilya Kabakov, Oleg Tselkov und Leonid Purygin. Vom letzteren stammen einige große und bedeutende Werke der Offerte, darunter das Triptychon Moloch, das 1988 bei Sotheby's erster Auktion in der Sowjetunion versteigert worden war. Und auch Dunya Purygina, die Tochter des Künstlers ist mit Dunya Ballerina, Mom and Dad in der Auktion vertreten.

Isidor Kaufmann (1853-1921) zählt zu den gefeiertsten jüdischen Künstlern des 19. Jahrhunderts, bekannt für die unglaubliche Detailgenauigkeit in seinen realistischen Porträts und Szenen aus dem jüdischen Leben in Mittel- und Osteuropa. Bei Shapiro Auctions kommt Ungarischer Rabbiner mit Gebetsschal zum Aufruf, bei dem Kaufmanns bemerkenswert präziser Stil voll zum Tragen kommt, der so die Ernsthaftigkeit und Würde des Dargestellten hervorhebt. 1995 war es im Jüdischen Museum Wien im Zuge einer dem Künstler gewidmeten Ausstellung gezeigt worden.

Die Novemberauktionen bei Shapiro umfassen auch eine große Auswahl an Schmuck, der teilweise aus namhaften Häusern wie Van Cleef & Arpels, Tiffany & Co., Harry Winston und Cartier stammt. Auch russische Stücke sind dabei, natürlich inklusive Fabergé. Zu den Highlights zählt hier ein 8-Karat-Diamantring mit GIA-Zertifikat, der von Angela Cummings für Tiffany entworfen wurde.
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