Anfang Februar waren mit der endgültigen Absage der Art Basel Hong Kong die Auswirkungen auf die Corona-Krise erstmals spürbar. Nachdem die Viruserkrankung von der WHO nun als Pandemie eingestuft wurde, zogen weitere international bedeutsame Kunstmessen ihre Konsequenzen.
Jüngstes Beispiel ist die ART COLOGNE, die eigentlich vom 23.-26. April auf dem Kölner Messe hätte stattfinden sollen. Wie die Veranstalter noch gestern Abend bekannt gaben, wird die ART COLOGNE nun auf November verschoben und vom 19.-22. November parallel zur für das Datum geplanten Messe COLOGNE FINE ART & DESIGN stattfinden.
"In enger Abstimmung mit dem Krisenstab der Stadt Köln und gemäß dem Erlass der NRW-Landesregierung zur Durchführung von Großveranstaltungen ab dem 10.03.2020, hat die Geschäftsführung der Koelnmesse entschieden, die vom 23. bis 26.04.2020 geplante ART COLOGNE zu verschieben", äußerte sich das Team der ART COLOGNE und fügte hinzu: "Für uns steht die Gesundheit aller Messeteilnehmer an erster Stelle."
Die Einstufung der Corona-Erkrankungen als Pandemie erfolgte am 11. März und hatte noch am selben Tag Konsequenzen für die TEFAF Maastricht, die seit dem 7. März ihre Tore geöffnet hatte. Die Veranstalter gaben umgehend bekannt, dass die internationale Messe für Kunst und Antiquitäten nicht wie geplant bis zum 15. März stattfinden, sondern mit dem Ende des laufenden Ausstellungstages ganz enden würde.
Gemäß The Art Newspaper soll zudem ein teilnehmender Händler der TEFAF positiv auf den Coronaerreger getestet worden sein, dessen Name jedoch nicht genannt wurde. Es soll sich um einen "italienischen Händler für moderne Kunst" handeln.

Bis zu ihrer plötzlichen Schließung hatte die TEFAF bereits erfolgreiche Verkäufe verzeihen können, allen voran den des Van Gogh-Gemäldes Paysanne devant une chaumière, das die Londoner Dickinson Gallery mitgebracht hatte, und das für 15 Millionen Euro einen Käufer fand.
Mit Sicherheit wären noch weiter Verkaufserfolge hinzugekommen, doch wie bei der ART COLOGNE steht auch bei der TEFAF die Sicherheit an oberster Stelle. "Angesichts der jüngsten Entwicklungen in den Regionen um Maastricht und der wachsenden Besorgnis halten wir es nicht für angebracht, wie geplant fortzufahren", erklärte Nanne Dekking, Vorsitzende des TEFAF-Verwaltungsrates.
"Ich fürchte, das ist die neue Realität, auf die wir uns einstellen müssen", resümiert Barnebys' Mitgründer Pontus Silfverstolpe. "Messen auf der ganzen Welt werden abgesagt oder verschoben, Museen schließen ihre Pforten und auch einige Auktionen finden nicht mehr statt. Genauso wie für den Aktienmarkt wird das Jahr 2020 auch für den Kunstmarkt ein turbulentes werden, in dem Konsolidierungen genauso schnell voranschreiten werden wie Konkurse."




