Das Coronavirus, das bereits mehr als 630 Menschen das Leben gekostet hat, wird mittlerweile als globaler Gesundheitsnotstand eingestuft. Nach wochenlangem Druck reagiert nun auch die Kunstwelt darauf: die Art Basel Hong Kong, die vom 17.-21. März in der ostasiatischen Metropole stattfinden sollte, wurde endgültig abgesagt.
"Wir sind uns der wichtigen Rolle bewusst, die die Messe in der Kulturszene der Region und für unsere Galerien in Asien und auf der ganzen Welt spielt", sagte Marc Spiegler, Global Director der Art Basel, in einer Erklärung. "Leider hat der plötzliche Ausbruch und die rasche Ausbreitung des neuartigen Coronavirus die Situation radikal verändert."
Der asiatische Außenposten der Art Basel wurde 2013 erstmals in Hongkong lanciert und hat sich seitdem zur Leitmesse der Region für internationale moderne und zeitgenössische Kunst entwickelt.
"So etwas habe ich noch nie erlebt", sagt Barnebys-Mitgründer Pontus Silfverstolpe. "Früher waren Terrorismus und Krieg Gründe dafür, Messen abzusagen. Noch nie war ein Virus der Grund dafür."
Am Coronavirus, das im Dezember 2019 erstmals in der chinesischen Millionenstadt Wuhan identifiziert wurde, sind mittlerweile weltweit über 30.000 Menschen erkrankt, die meisten davon in China. Für mehr als 630 von ihnen verlief der Krankheitsverlauf tödlich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat es zu einem internationalen Notfstand im Bereich der öffentlichen Gesundheit erklärt.
"Ich denke, weder Aussteller noch Besucher sind daran interessiert, eine der größten Risikozonen für Coronaviren zu besuchen", fuhr Silfverstolpe fort.
Trotz der Absage der Messe 2020 sind Pläne für die Messe 2021 nach wie vor in Kraft. Die nächste Art Basel Hong Kong wird vom 25. bis 27. März 2021 stattfinden.
"Wir sind unseren Ausstellern, Partnern und Freunden auf der ganzen Welt und insbesondere in Hongkong zutiefst dankbar, die uns in den vergangenen Tagen und Monaten zur Seite standen, ihre Unterstützung geleistet und Einblicke und Meinungen ausgetauscht haben", sagte Adeline Ooi, Director Asia der Art Basel. "Unser Engagement für Asien und Hongkong hat sich nicht geändert, und wir freuen uns auf die Ausgabe 2021."
Und obwohl das Coronavirus zu einem ernsten gesundheitlichen Notfall geworden ist, hat es auch zu einigen Gesprächen über die Zukunft von Kunstmessen geführt.
"Seltsamerweise wirft das, was jetzt passiert, ganz andere Fragen auf und beschleunigt möglicherweise die Entwicklung", kommentierte Silfverstolpe. "Wird die digitale Kunst die Notwendigkeit der physischen Kunstmessen ersetzen können, die sich in den letzten fünf bis zehn Jahren weltweit zu riesigen Spektakeln entwickelt haben?"




