Obwohl sich die beiden visionären Bildhauer und Designer in der globalen Kunstszene etablierten, blieben sie ihrer einfachen und ehrlichen Art treu. Geliebt von den Modedesignern und geachtet von den Künstlern (César Baldaccini, René Magritte, Jean Tinguely, Édouard Boubat und Niki de Saint Phalle zählten zu ihren Freunden), erschufen François-Xavier und Claude Lalanne ein atypisches Universum, das auf gegenseitiger Ergänzung beruhte. Der Fauna und Flora entnommene Formen dominieren ihr Werk und begründeten ein neues plastisches Vokabular.
Entdecken Sie nun sechs interessante Fakten über das Paar.
1. François-Xaviers Schafe sind eine Referenz an Homer
Inspirationsquelle für François-Xaviers berühmte Schafe (Mouton de Laine)war eine Passage aus dem griechischen Epos Odyssee, der im 8. Jahrhundert v. Chr. von Homer verfasst wurde. Ursprünglich präsentiert unter dem Namen Pour Polypheme („Für Polyphem“), beziehen sich die Skulpturen auf jenen Moment, in dem Odysseus und seine Kameraden den Zyklopen Polyphem blenden und aus seiner Höhle fliehen, indem sie sich an den Bauch seines riesigen Schafes klammern.

2. Claude inspirierte ein Album von Serge Gainsbourg
Das Album L’homme à tête de chou (1976) des französischen Sängers Serge Gainsbourg wurde von einer Skulptur mit jenem Namen inspiriert, die Gainsbourg in einer Galerie in Paris gesehen hatte und sofort kaufte. Die Skulptur stellt einen sitzenden Mann mit einem Kohl als Kopf dar. Ein Foto davon wurde als Cover des Albums verwendet.
Lesen Sie auch: 10 Künstlerpaare, die man kennen sollte
3. Die Kunst der Lalannes sollte genutzt werden
Kunst gehörte für Les Lalanne zum Alltag. Ihre Schöpfungen waren daher skulptural als auch funktional. So kann das Schaf von François-Xavier beispielsweise auch als Hocker genutzt werden. „Ich überlegte, dass es Spaß machen würde, diesen großen Raum mit Schafen zu füllen“, sagte er, „es ist immerhin einfacher, eine Skulptur im Wohnzimmer zu halten als ein echtes Schaf. Und sie ist sogar noch besser, weil man sich darauf setzen kann.“

4. François-Xavier war mit Constantin Brâncuși gut befreundet
Als er 1945 nach Paris kam, richtete François-Xavier sein Atelier in der Impasse Ronsin ein, eine Gasse in Montparnasse, in der auch andere Künstler lebten. Constantin Brâncuși war sein Nachbar, den er regelmäßig besuchte und der ihn in den Kreis der Surrealisten, darunter Man Ray und Max Ernst, einführte. Der Surrealismus sollte großen Einfluss auf François-Xavier haben. 1952 lernte er Claude auf einer von Brâncușis Ausstellungen kennen.
Lesen Sie auch: Die 10 teuersten Skulpturen der Auktionsgeschichte
5. Ihre ersten Arbeiten wurden heftig kritisiert
„Für sie [die Kritiker] war es dumm, Skulpturen zu schaffen, die nützlich sind“, sagte Claude 2013 über ihre erste Ausstellung. Dennoch blieb das Künstlerpaar seiner Visio treu und weigerte sich, sich den Standards der Kunstwelt zu beugen. Eine Entscheidung, die sich als die richtige erwies, denn nur wenige Jahre später eroberten ihre atypischen Werke Galerien und füllten die Seiten von Zeitschriften.

6. François-Xavier arbeitete als Wachmann im Louvre
Der erste Job, den François-Xavier nach seiner Ankunft in Paris ergatterte, war im Louvre. Er wandelte dort als Wachmann umher und verbrachte seine Zeit damit, die Artefakte der ägyptischen Sammlung zu studieren. Antike Statuen von Nashörnern, Pavianen, Katzen und Nilpferden sollten einen großen Einfluss auf sein Werk haben.
Noch mehr Wissenswertes aus der Kunstwelt finden Sie im Barnebys Magazin!









