Volksmusik und Hochzeitswalzer – mit seinem Meisterwerk Bondbröllop ("Bauernhochzeit") bittet Bror Hjorth zum Tanz. In wenigen Tagen wird das Gemälde aus dem Jahr 1924 im Zuge der Internationalen Qualitätsauktion der Auktionskammer Uppsala erstmals versteigert.

Nach einem kurzen Studienaufenthalt in Kopenhagen zog Bror Hjorth nach Paris, wo er von 1921 bis 1925 bei dem französischen Bildhauer Antoine Bourdelle studierte. Mit Bourdelle vertiefte sich Hjorths Verständnis für Material und Form und zu diesem Zeitpunkt wurde der Kubismus für seine künstlerische Entwicklung sehr wichtig. In seiner Autobiografie Mitt liv med konsten („Mein Leben mit der Kunst“) schrieb Hjorth: „Mein wahres Leben, das mit der Kunst, begann mit meiner Ankunft in Paris im Jahr 1921.“
Während seiner Jahre in Paris begeisterte sich Hjorth gleichermaßen für die alte und die zeitgenössische Kunst. Inspiriert wurde er unter anderem von den Werken ägyptischer und assyrischer Bildhauer und Reliefkünstler. Im zeitgenössischen Kunstleben waren es vor allem die Gemälde von Paul Gauguin und die Skulpturen von Auguste Rodin, die sein Interesse weckten. In seinen eigenen Kreationen vermischte Hjorth diese Eindrücke mit schwedischer Volkskunst und seinen persönlichen Erfahrungen.
Lesen Sie auch: 10 berühmte Skulpturen der Kunstgeschichte

1924 malte Bror Hjorth Bondbröllop, das heute als eines seiner bedeutendsten Werke betrachtet wird. Er selbst beschriebt das Gemälde in seiner Autobiografie: „Auf einem Gemälde, Bondbröllop, tanze ich mit der Braut, Hjort Anders und Viksta Lasse spielen und Vater und Mutter sind Gäste. Es war das Ende einer Liebesbeziehung.“
Lesen Sie auch: Die besten Hochzeitskleider der Auktionsgeschichte
Viksta Lasse war einer der besten Geiger von Uppland und Hjort Anders Olsson zählte zu Bror Hjorths engsten Freunden. Der Künstler ist an seinem charakteristischen Pony zu erkennen. Doch wer als die Braut an seiner Seite Modell stand, ist unklar. In einer frühen Theorie, die Kerstin Otkull 1968 in ihrer Lizentiatsarbeit ins Gespräch brachte, handelte es sich bei der Braut wahrscheinlich um Ester Kristina Andersson (später als Schriftstellerin unter dem Namen Stina Aronsson bekannt), die mehrere Jahre lang mit Bror Hjorths Bruder Gösta verlobt war. Hans-Olof Boström, der von 1987 bis 1993 Direktor des Museums Bror Hjorths Hus in Uppsala war, glaubt, dass die Braut wahrscheinlich Ruth Leander darstellt, die als Dienstmädchen bei Hjorths Eltern arbeitete und in die er sich verliebte. Die Eltern des Künstlers, Lotten und Emil Johanzon, sind, zu Ehren des Tages in ihre schönste Festtagskleidung gehüllt, im Hintergrund sitzend zu sehen.
Einige Jahre nach seiner Entstehung wurde das Gemälde in der Schwedisch-Französischen Kunstgalerie in Stockholm gezeigt. Zusammen mit Hjorths Vid köksbordet („Am Küchentisch") war Bondbröllop mit einem Preis von 1.000 SEK das höchste der ausgestellten Ölgemälde.
Möchten Sie Artikel wie diesen direkt in Ihrem Posteingang entdecken? Dann melden Sie sich noch heute für unseren kostenlosen Newsletter an!

Am 10. November wird Bror Hjorths Bondbröllop im Zuge der Internationalen Qualitätsauktion (8.-10. November) der Uppsala Auktionskammare zum ersten Mal versteigert. Falls Sie 3-5 Millionen SEK (269.000 - 448.000 Euro) übrig haben, sollten Sie einen Kauf in Erwägung ziehen.
Weitere Neuigkeiten vom Auktionsmarkt finden Sie im Barnebys Magazin!



