7 Fragen an... Armin Sprotte

In Kampen auf der schönen Nordseeinsel Sylt betreibt Armin Sprotte die Galerie Falkenstern Fine Art, in der er das Erbe Siegward Sprottes durch ausgewählte zeitgenössische Kunst ergänzt.

7 Fragen an... Armin Sprotte

Barnebys: Die heutige Galerie Falkenstern Fine Art hat eine interessante Vorgeschichte. Können Sie uns mehr darüber erzählen?

Armin Sprotte: Der Künstler Siegward Sprotte hatte sein Atelier ab 1950 in Kampen auf Sylt im selbsterbauten Haus mit dem Glasdach. 1951 begann er dort die Kampener Ateliergespräche, unter anderem mit Gustav Mensching und Pascual Jordan, welche eine 50 Jahre lange Tradition haben sollten. Bald darauf zeichnete Sprotte unter anderem Hermann Hesse, Eugen Herrigel, Jean Gebser und Ortega y Gasset, auch bekannt als die Porträtreihe Köpfe der Gegenwart von 1953/1954. Im Jahr 1962 zog Sprotte in die Alte Dorfstraße, die Ortsmitte von Kampen. Bis zu seinem Tode 2004 arbeitete er im Wechsel zwischen Nord und Süd, halbjahresweise auf Sylt sowie u. a. in Potsdam, New York und den Hamptons, auf Madeira, in Südfrankreich und den Dolomiten.

Siegward Sprotte, Horizont mit Priel (1996) | Foto: Falkenstern Fine Art
Siegward Sprotte, Horizont mit Priel (1996) | Foto: Falkenstern Fine Art

Die Galerie Falkenstern Fine Art befindet sich in dem ehemaligen Atelierhaus in Kampen, in welchem auch heute noch die Tradition von Vorträgen und Konzerten fortgeführt wird. 

Siegward Sprotte, Blau über blau (2001) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art
Siegward Sprotte, Blau über blau (2001) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art

2006 erfolgte die Umbenennung. Wie kam es dazu?

1986 eröffnete ich meine erste Galerie Gallery Falkenstern Fine Art (FFA) am Broadway in Soho/New York. Dort zeigte ich zeitgenössische Kunst aus Europa, China und den USA. Die achtziger Jahre waren eine besondere Zeit in New York, die u. a. durch Ilena Sonnabend und Leo Castelli geprägt war. 

Galerist Armin Sprotte | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art
Galerist Armin Sprotte | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art

Einer der Schwerpunkte von FFA war das Werk, später der Nachlass, von Siegward Sprotte in Zusammenarbeit mit der Sprotte Stiftung Potsdam. 

Durch Ausstellungen mit Museen wie dem Pushkin Museum 1989, dem Gulbenkian Museum 1993, dem Shanghai Art Museum 1996 oder Schloß Kappenberg 2003 wurde ein Fundament gelegt. Im Jahre 2006 erfolgte im Zuge des Um- und Ausbaus des Ateliers Sprottes auch die Namensänderung in Galerie Falkenstern Fine Art.

Siegward Sprotte, Die Palme zum Wind: Du verdrehst mir den Kopf, ich verdrehe Dir den Kopf! (1997) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art
Siegward Sprotte, Die Palme zum Wind: Du verdrehst mir den Kopf, ich verdrehe Dir den Kopf! (1997) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art

Kooperationen mit nationalen und internationalen Galerien und Museen folgten, darunter das Wuhan Art Museum 2011, das Landesmuseum Schleswig-Holstein sowie das Potsdam Museum 2013.

Pang Yongjie, Ohne Titel (2011) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art
Pang Yongjie, Ohne Titel (2011) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art

Einige der Sonderausstellungen waren West – Ost Dialoge (2012) mit Volkmar Haase, Jörg Plickat, Siegward Sprotte, Yongjie Pang, Fan Feng und Yonggang Liu, Von Jawlensky über Nolde bis Richter (2014), Die Befragung des Raumes (2015) mit Jörg Plickat, Gegenwärtige Streifzüge in Farbe und Form – China, Spanien, Frankreich, USA, Deutschland (2015), Art Matters – Kunst im öffentlichen Raum: Kunstmeile Kampen (2016), Siegward Sprotte im Kontext mit der Klassischen Moderne (2017) mit Gabriele Münter, Erich Heckel, Heinz Mack, Ernst Wilhelm Nay, Christian Rohlfs, Fritz Winter, Piero Dorazio sowie Künstlern der Galerie, Form Farbe (2018), ein Rendezvous bemerkenswerter Positionen der internationalen Kunstszene unter anderem mit Georg Tappeiner, DDiarte, Emil Nolde, Karl Hofer, Antoni Tápies, Emil Schumacher, Dieter Oberdorf, Ewerdt Hilgemann und Maximilian Verhas sowie Kunst ist Sprache (2019) mit Siegward Sprotte, Satish Gupta und weiteren Künstlern der Galerie.

Maximilian Verhas, Große Raumschleife (2005) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art
Maximilian Verhas, Große Raumschleife (2005) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art

Welche Art von Kunst kann man bei Falkenstern Fine Art entdecken?

Wir zeigen internationale zeitgenössische Kunst, sowohl Bilder als auch Skulpturen. Zudem verwaltet FFA den Nachlass von Siegward Sprotte (1913-2004).

Liu Yonggang, Ai Yong (Series three) (2007) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art
Liu Yonggang, Ai Yong (Series three) (2007) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art

Wie kann man Kunstwerke bei Falkenstern Fine Art erwerben? Auch online oder nur vor Ort?

Vor Ort ganzjährig in der Alten Dorfstr. 1 in Kampen auf Sylt und online auf unserer Website. Wir legen großen Wert darauf, die ausgestellten Kunstwerke auch online zu präsentieren, da der Großteil unserer Kunden seinen Wohnsitz nicht auf Sylt hat.  

Antoni Tápies, Foll (1973) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art
Antoni Tápies, Foll (1973) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art

Wie sehr steht die Beratung Ihrer Kunden im Fokus Ihrer Arbeit? Was bieten Sie diesbezüglich an?

"Die Kunst ist kein Lückenbüßer, sie ist eine Lebensnotwendigkeit." - Siegward Sprotte

Eine individuelle, fachkundige und diskrete Beratung bei Kaufentscheidungen von einzelnen Werken und Sammlungen ist ein zentraler Bestandteil unserer Tätigkeit. Sowohl national als auch international beraten wir Sammler, bei uns in der Galerie und in deren eigenen Räumen. Inzwischen betreut die Galerie Falkenstern Fine Art & Atelier Sprotte Sammler in der dritten Generation. 

A. R. Penck, Theorie & Praxis (1993) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art
A. R. Penck, Theorie & Praxis (1993) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art

Kunsttransporte sowie eine professionelle Einrahmung können individuell abgestimmt werden.

Jörg Plickat, Umarmung (2019) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art
Jörg Plickat, Umarmung (2019) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art

Was sollten Kunstfreunde, die planen, eine eigene Sammlung anzulegen, beachten?

Berücksichtigen Sie, dass der Preis eines Kunstwerks nicht als Qualitätskriterium zu verstehen ist. Der Kunstinteressierte muss lernen zu sehen und seinen Augen zu vertrauen. Gleichzeitig geht es um die Frage, ob ein Kunstwerk im Stande ist, Sie emotional zu bewegen und ein begehrenswertes Gefühl in Ihnen auszulösen. Kurzum: Qualität und Emotion halte ich für die relevanten Aspekte, wobei die Qualität oftmals die Emotion bedingt.

Stefan Faas, Anthropomir Pyramus & Thisbe VII (2018) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art
Stefan Faas, Anthropomir Pyramus & Thisbe VII (2018) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art

In diesem Zusammenhang möchte ich den Künstler Satish Gupta aus unserer diesjährigen Ausstellung Kunst ist Sprache zitieren: „What we seek, we may find, what we don’t seek – we will find”. 

Jedes Jahr darf man sich in Ihrer Galerie auf eine einem bestimmten Thema oder einem Künstler gewidmete Sonderausstellung freuen. Dieses Jahr steht der indische Maler Satish Gupta im Fokus. Können Sie uns darüber mehr erzählen?   

Satish Gupta ist ein seit Jahrzehnten renommierter Kalligraph, Bildhauer und Dichter in der fernöstlichen ZEN Tradition, unter Einbeziehung zeitgenössischer Strömungen. Bei meinem diesjährigen Besuch Anfang des Jahres im Indian Habitat Center in Neu-Delhi sah ich neue Arbeiten von Satish. Da seine Arbeiten überzeugten, lag mir viel daran, diese – in Zusammenarbeit mit der Galerie Art & Soul in Mumbai – in der Galerie Falkenstern Fine Art zu zeigen. 

Satish Gupta, Dance of the brush (2018) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art
Satish Gupta, Dance of the brush (2018) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art

„Das Meer schenkt uns seine Fülle ohne eine Bedingung, es schenkt uns alles was es hat, ohne einen zweiten Gedanken – jedem von uns, allem Leben. Aber das darf kein einseitiger Prozess sein, keine Einbahnstraße. Was kann ich, ein bedeutungsloses menschliches Wesen, ein Dichter und ein Künstler – dem Meer zurückgeben? Vielleicht einige wenige Gedichte, ein paar kalligraphische Pinselstriche ...“ - Satish Gupta 

Genau dies tat er 2018 mit einer 1,6 Kilometer langen kalligrafisch gestalteten Leinwand am Strand in Pondicherry (Indien), um damit das Bewusstsein für die globale Erwärmung zu wecken. International sind Guptas Arbeiten anerkannt, z.B. wurde 2017 seine Kupferskulptur Meditations on a Mandala und seine Videoinstallation The Buddhas Within im Tibetischen Pavillon auf der Biennale in Venedig ausgestellt. Guptas Werk ist offen und grenzenlos, seine poetischen Aussagen zu Kunst und Landschaft tiefgründig und bewegend. Die Ehrfurcht vor der Landschaft als Lebensraum im Besonderen, wie im Allgemeinen, wird zunehmend das Hauptthema künstlerischer Aussagen sein.

Emil Schumacher, 8/1993 (1993) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art
Emil Schumacher, 8/1993 (1993) | Foto: Galerie Falkenstern Fine Art

Wir danken Armin Sprotte für das Gespräch und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg mit seiner Galerie Falkenstern Fine Art!

Entdecken Sie die Kunst der Galerie Falkenstern Fine Art gleich hier!

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