Um die 10.000 Werke schuf Lotte Laserstein im Laufe ihrer Karriere, fünf davon kommen am 24. Februar im Auktionshaus Stahl in Hamburg zum Aufruf. Dabei handelt es sich um sehr persönliche Arbeiten, die die herausragende Porträtistin von ihren beiden nächsten Verwandten schuf, ihrer Mutter Meta und ihrer Schwester Käte. Von letzterer werden drei Pastellporträts angeboten, die Lotte Laserstein um 1960 schuf. Meta Laserstein erblicken wir auf einer um 1939 auf Japanpapier aus geführten Ölstudie sowie auf einem überaus interessanten Bildnis, für das um 1921 ein Stofftuch als Bildträger Verwendung fand.
Nachdem sie bereits zuvor Malunterricht erhalten hatte, war 1921 das Jahr, in dem die künstlerische Karriere von Lotte Laserstein ihren Anfang nahm, als sie als eine der ersten Frauen überhaupt an der Hochschule für die Bildenden Künste in Berlin angenommen wurde. Die äußerst talentierte Laserstein wurde Meisterschülerin von Erich Wolfsfeld und machte 1927 ihren Abschluss, um sich anschließend als Porträtmalerin im Stil der Neuen Sachlichkeit zu etablieren.

Das Porträt der Meta Laserstein zeigt diese vor einem in Brauntönen gehaltenen, trostlosen Hintergrund mit abstrahierten Gebäuden und kahlen Bäumen, wovon sich das goldene Haar und die frischen Farben des Antlitz’ der in Schwarz gekleideten Dargestellten deutlich abheben. Das Werk zeugt von Lotte Lasersteins Experimentierfreude und ist „von singulärer Stellung im Œuvre der Künstlerin“, wie im Auktionskatalog hervorgehoben wird.
Das Porträt mit dem so bedrohlich wirkenden Hintergrund erscheint wie ein böses Omen an eine im Jahr 1921 noch unbekannte Zukunft: Lotte Laserstein emigrierte aufgrund ihrer teilweise jüdischen Herkunft 1937 nach Schweden und bemühte sich vergeblich, ihre Mutter und ihre Schwester nachzuholen. Käte überlebte den Zweiten Weltkrieg versteckt in Berlin, Meta Laserstein wurde 1943 im KZ Ravensbrück ermordet.
Die Arbeiten Lotte Lasersteins sind Teil der Offerte mit Werken der Klassischen Moderne, die die Auktion mit Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts am 24. Februar um 11 Uhr eröffnet.

Zu den weiteren Highlights zählt hier ein Gemälde von Edward Cucuel, jenem US-amerikanischen Maler, der lange Zeit in München ansässig war und den Starnberger See als Hintergrund für seine Bilder von Frauen in fließenden weißen Kleidern entdeckte. Das vorliegende Werk Am Rotdorn ist in diesem Zusammenhang zu nennen. Mit seiner Blütenpracht und der lichtdurchfluteten Stimmung macht es definitiv Lust auf den Frühling. Ein weiteres Gemälde Cucuels stellt möglicherweise dessen zweite Ehefrau Clara Lotte von Marcard dar.
In der Offerte mit Werken norddeutscher Künstler sind Namen wie Ernst Eitner, Otto Modersohn, Siegward Sprotte und Michael Arp mehrfach vertreten, bevor das Aufmerksamkeit auf die Zeitgenössische Kunst übergeht.

Hier muss zunächst auf eine bezaubernde Sammlung von Originalillustrationen von Daniel Napp zu den Kinderbuchklassikern von Otfried Preußler hingewiesen werden. Doch darf auch ein aufstrebendes Talent nicht unerwähnt bleiben: der 1998 in Kaiserslautern geborene Leon Löwentraut, von dem vier Werke angeboten werden. Löwentraut stellte bereits in London, New York, Singapur, Basel und München aus und wurde im vergangenen Jahr mit dem Barlach-Preis ausgezeichnet.

Die Lose der Kunstwerbe-Offerte umfassen eine Reihe weiblicher Plastiken, darunter Stehende mit übergeschlagenem Bein von Georg Kolbe, die hier in einem noch zu Lebzeiten des Künstlers ausgeführten Zinkguss vorliegt. Im Werkverzeichnis Kolbes sind nur rund 9 dieser Zinkversionen aufgeführt.
Ab 14 Uhr darf schließlich auf die Lose der Schmuck-Offerte mitgeboten werden, die hinreißende Stücke von antik bis modern umfasst.

Edelsteine in allen Farben kommen hier zum Aufruf. Die Smaragd-Offerte besticht mit einem Paar hochkarätiger Ohrchandeliers, das üppig mit Diamanten im Brillant- und Ovalschliff sowie zwei tropfenförmigen Smaragd-Cabochons besetzt ist.

Auch Schmuckliebhaber, die auf die schlichte Eleganz weißer Diamanten setzen, werden hier fündig, beispielsweise in einem prachtvollen viktorianischen Blüten-Collier oder diesem exzellenten Armband mit 26 fein-weißen Herz-Diamanten von zusammen 13,19 ct.
Den Abschluss bilden Uhren, unter denen eine Vintage Damen-Armbanduhr von Corum besonders hervorsticht, besteht ihr Zifferblatt doch aus Pfauenfedern, deren changierende Türkistöne die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Die Versteigerungen finden am 24. Februar ab 11 Uhr im Auktionshaus Stahl, Graumannsweg 54, in Hamburg statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 19.-23. Februar möglich.
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