Vom 2.-9. Oktober präsentiert Sotheby’s Hong Kong eine Reihe hochkarätiger Auktionen, die Schmuck und Juwelen, Wein und Spirituosen genauso umfassen wie moderne und zeitgenössische Kunst und sogar ein Dinosaurierskelett. Zu den vielen Highlights der Modern Evening Auction bzw. der Contemporary Evening Auction am 5. Oktober zählen Werke von Gerhard Richter, Zao Wou-Ki, Marc Chagall, Yayoi Kusama, Julie Mehretu und Willem de Kooning.
Ganz besonders im Fokus steht jedoch der ebenfalls am 5. Oktober stattfindende Single Owner Sale „A Long Journey: A Selection from the Liu Yiqian and Wang Wei Collection“, der bedeutende Werke aus der Sammlung der Gründer des Long Museums in Shanghai umfasst, u. a. von René Magritte (Le miroir universel, 1938-39), Léonard Tsuguharu Foujita (Nu au chat, 1930) und David Hockney (A Picture of a Lion, 2017). Das alles wird jedoch überstrahlt von einem späten Meisterwerk Amedeo Modiglianis.

Das um 1919 entstandene und 100,3 x 65,4 cm messende Porträt der Pauline „Paulette“ Jourdain zeigt die junge Frau, die erst kurz zuvor aus der Bretagne nach Paris gezogen war. Dort arbeitete sie zunächst als Dienstmädchen im Haus von Modiglianis Freund und Förderer, dem Kunsthändler Leopold Zborowski, und wurde schließlich dessen Geliebte.
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Paulettes Bildnis reiht sich ein in jene Darstellungen junger Menschen von bescheidener Herkunft, denen sich Modigliani ab 1916 verstärkt widmete. Modigliani porträtierte sie auf großformatigen Leinwänden und in warmen Farben. Zweifellos gehören diese Arbeiten aus Modiglianis reifer Phase zu den prägnantestes Werken des Künstlers und sind Teil vieler bedeutender Museumssammlungen.
Unter diesen Meisterwerken nimmt Paulettes Porträt aber sogar noch eine Sonderstellung ein, orientierte er sich bei der Darstellung doch an Leonardo da Vincis Mona Lisa, seinem Lieblingsgemälde im Louvre. Doch auch die für Modigliani typischen Einflüsse des Kubismus und der afrikanischen Kunst, die seinen unverwechselbaren Stil ausmachen, sind erkennbar.
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Paulette Jourdain behielt Amedeo Modigliani, der 1920 im Alter von nur 35 Jahren starb, ihr Leben lang in guter Erinnerung. An der Seite Leopold Zborowskis, mit dem sie gemeinsam die Beerdigung Modiglianis organisiert hatte, blieb sie bis zu dessen Tod im Jahr 1932. Danach arbeitete sie als Galeristin.
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Ihr Porträt wurde noch zu Lebzeiten Modiglianis von Zborowski gekauft. Anschließend durchlief es verschiedene Stationen im Pariser Kunsthandel und gelangte Anfang der 1940er Jahre nach New York. Auf verschiedene Besitzer folgte 1983 der Geschäftsmann und Philanthrop A. Alfred Taubman, der es im November 2015 bei Sotheby’s New York versteigern ließ. Für 42.810.000 US-Dollar (38.871.480 Euro) wurde es vom chinesischen Großindustriellen Liu Yiqians gekauft, der drei Jahre zuvor gemeinsam mit seiner Ehefrau Wang Wei das Long Museum in Shanghai gegründet hatte. Prunkstück der Museumssammlung ist ein weiteres Werk Modiglianis, Nu couché von 1917, das das Ehepaar nur wenige Tage nach dem Kauf des Porträts von Paulette Jourdain bei Christie’s in New York für 170,4 Millionen US-Dollar ersteigerte.
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Der jetzige Schätzpreis für Paulette Jourdain orientiert sich an der erzielten Summe von 2015 und liegt bei etwa 45 Millionen US-Dollar.
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