Beginnen wir doch gleich mit diesem "Salz in der Suppe", denn die Schmuck-Auktion am 3. Dezember (16 Uhr) läutet den Auktionsreigen, mit dem Neumeister das Jahr 2019 beschließt, ein. Die 202 Lose dieser Offerte umfassen neben antiken und modernen Pretiosen auch jede Menge Vintage-Flair.

Aus der Epoche des Jugendstils stammen diese beiden traumhaften Stücke. Aus Gelbgold und Silber wurde um 1910-15 von einem deutschen Juwelier dieses Collier de Chien angefertigt und mit Flussperlen, Diamanten und Türkisen besetzt. Aus dem legendären Haus Fabergé stammt ein goldener Anhänger, der ebenfalls mit Diamanten besetzt ist, diese jedoch mit rosa Turmalinen in Facettenschliffen kombiniert.

Rund 100 Jahre jünger und somit höchst aktuell sind diese beiden Schmuckstücke, bei denen es sich um Arbeiten der in Paris ansässigen Galeries du Diamant handelt. Ganz zauberhaft ist ein gelbgoldenes Armband mit 23 zartgelben Diamanten im Briolettschliff. Ein hübsches Detail sind die Fassungen der Steine, die an den Eiffelturm erinnern. Auf einen einzelnen Diamanten setzte der Juwelier beim Design dieses Weißgoldrings. Der Vierkaräter wurde in Kissenform geschliffen und ist von makelloser Reinheit.
Der 4. Dezember ist ab 15 Uhr der Alten Kunst gewidmet. In 282 Losen kommen hier Kunsthandwerk, Antiquitäten sowie Gemälde, Skulpturen und Grafik vom Mittelalter bis zum frühen 20. Jahrhundert zum Aufruf. Das Highlight unter den Porzellanlosen ist ein vollständiger Satz der 16 Figuren der Commedia dell'Arte, die Fran Anton Bustelli um 1760 für die Manufaktur Nymphenburg entworfen hat.

Tiefe Ruhe und Spiritualität strahlt die Betende Madonna aus, die Giovanni Battista Salvi im 17. Jahhurndert in Öl auf Leinwand malte. Salvi galt als ein Meister der Madonnendarstellungen, die er mit kräftigen Farben und einer lebensnahen Wiedergabe des Hauttons umzusetzen wusste.

Carl Spitzweg ist in der Offerte mit einer Thematik vertreten, mit der man ihn eher weniger in Verbindung bringt: dem Orientalismus. Tatsächlich beschäftigte er sich ab 1848 verstärkt damit, wenngleich er im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen nie den Orient bereiste. Er studierte jedoch - u.a. in Paris - mit den Werken der Orientalisten und besuchte auf der Weltausstellung in London die Stände vorderasiatischer Aussteller.

Zu den jüngeren Werken des Katalogs gehört Julius Exters Adam und Eva von 1893. Noch im Jahr seiner Entstehung präsentierte Exter das Gemälde auf der Großen Berliner Kunstausstellung, wo es auf gemischte Kritiken stieß. Kein Wunder, stand Exters symbolistisch angehauchter Stil doch am Beginn der Modernen Malerei, die die einen begrüßten und die andere ablehnten.

Damit möchten wir nun zur letzten Auktion überleiten, die am 6. Dezember um 15 Uhr stattfindet: Moderne, Post War & Contemporary Art. Ein Maler, der das Leben jener Epochen in den Straßen von Berlin festhielt - und das gern mit regennassen Straßen - war der Impressionist Lesser Ury, der hier mit Straßenszene im Tiergarten vertreten ist, das er 1915-20 ausführte.

Als eines der Top-Lose kommt ein Heilandsgesicht von Alexej von Jawlensky zum Aufruf. Köpfe spielten im Œuvre des Künstlers eines besondere Rolle. An ihnen lässt sich dessen Entwicklung von Expressionisten zum abstrakten Maler wunderbar verfolgen.

Aus dem Spätwerk Max Ernsts stammt La Facteur Automne ("Der Herbstbote"). Ernst gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Surrealismus, den er im vorliegenden Fall mit Elementen des Kubismus kombinierte. Mit einem weiteren Top-Los möchten wir die Auktionsvorschau schließen: Porträt Heiner Friedrich von Gerhard Richter. Bei der Farbfotografie handelt es sich um ein Unikat, das 1970 entstand und als Vorlage für Richters Offsetdruck Heiner Friedrich diente.

Abgerundet wird das Angebot durch die Auktion "Skulpturen der Moderne", die um 17 Uhr beginnt.
Alle Auktionen finden im Auktionshaus Neumeister, Barer Straße 37, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort noch bis zum 2. Dezember möglich.



