Die rohen Linien der brutalistischen Architektur wurden bereits zur Zeit ihres Entstehens für die Härte, die sie Skylines auf der ganzen Welt auferlegen würden, kritisiert. Viele Häuser in diesem Stil wurden im Laufe der Jahrzehnte wieder abgerissen. Heute erfährt die Designbewegung ein ernsthaftes Wiederaufleben.
Zwischen den 1950er und 1970er Jahren entstand der Brutalismus als Nachkriegsreaktion auf die komplizierten Entwürfe des Beaux-Arts-Stils und wurde praktisch zum Synonym für öffentliche Gebäude. Während des Zweiten Weltkriegs waren viele große Städte verwüstet und zerstört worden. Nachdem die Wirtschaft anschließend wieder in Schwung gekommen war, bot der Brutalismus eine kostengünstige Lösung für die Errichtung von Gebäuden.
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Diese festungsähnlichen Bauwerke mit ihren sichtbaren Betonskeletten (die der Namensgeber des Stils waren: béton brut, frz. für "roher Beton", oder auch Sichtbeton) erregten bald die Aufmerksamkeit von Kunden mit gut gefüllten Portemonnaies, sodass Architekten bald größere Budgets für die Errichtung derartiger Häuser zur Verfügung standen.

Der Brutalismus war schon bald weit verbreitet. Le Corbusier gehörte zu den Architekten, die Gebäude in diesem Stil entwarfen, darunter die Unité d’Habitation, ein großes Gebäude mit vielen Wohneinheiten, das unter anderem in Berlin und Marseille realisiert wurde (siehe Titelbild). In Großbritannien machten sich Architekten wie Alison und Peter Smithson von sich reden, in Amerika Paul Rudolph, Ralph Rapson und Walter Netsch.
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Zum ersten Mal verwendet wurde der Begriff Brutalismus vom schwedischen Architekten Hans Asplund, der damit die von ihm 1949 entworfene Villa Göth in Uppsala beschrieb.
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Nach seiner Blütezeit geriet der Brutalismus in den 1990er Jahren noch weiter in "ästhetischen Verruf" und wurde weitgehend abgelehnt, unter anderem auch, weil sich seine Betonoberflächen mittlerweile als sehr schmutzanfällig erwiesen hatten. Heute ist der Blick von Kritikern und der Öffentlichkeit wieder milder gestimmt und der Brutalismus wird – bei richtiger Pflege – als raue, aber "ehrliche" Haut der Nachkriegsära wahrgenommen.
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Aktualisierte Version eines Artikels vom 12. März 2017




