Le Corbusier (1887-1965), dessen eigentlicher Name Charles-Édouard Jeanneret-Gris lautete, war Architekt, Stadtplaner, Dekorateur, Maler, Bildhauer und Autor – kurz gesagt, ein Renaissance-Mensch, der neben der Architektur auch viele andere Gebiete der Kunst beeinflusst hat. Sein Projekt für die Stadt Chandigarh ist berühmt, ebenso sein Konzept einer Wohneinheit sowie seine Zusammenarbeit mit Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand.
Hier sind fünf Fakten über Le Corbusier, die eher weniger bekannt sind.

1. Sein Pseudonym stammte von seinen Vorfahren
Das Pseudonym basiert auf dem Namen "Le Corbésier", womit im Wallonischen jemand betitelt wird, der zierliche Schuhe aus Cordoba-Leder für Frauen und Kinder herstellt, und der von Le Corbusiers aus dem belgischen Brabant stammenden Urgroßmutter Caroline Lecorbésier in die Familie gebracht worden war. Das Pseudonym verwendete Le Corbusier erstmals 1920, als er für die Zeitschrift L'Esprit Nouveau schrieb, die er gemeinsam mit dem Maler Amédée Ozenfant leitete.
An seine Entscheidung, ein Pseudonym zu verwenden, erinnerte sich Le Corbusier später in einem Interview: „Wenn wir über Architektur sprechen müssen, möchte ich es tun, aber nicht unter dem Namen Jeanneret. Ich sagte: 'Ich werde den Namen eines ... eines großen ... eines Vorfahren mütterlicherseits annehmen, Le Corbusier [sic] und ich werde meine Architekturartikel mit Le Corbusier unterzeichnen'."
2. Mit dem Dom-ino-Design reagierte er auf die Zerstörungen des Ersten Weltkriegs
Le Corbusier entwickle das Dom-ino-Haus, eine Art Modulbauweise, zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Da man davon ausging, dass die Zerstörungen durch den Konflikt nur wenige Monate dauern würden, berief man Architekten, um die Städte schnell wieder aufzubauen. 1914 präsentierte Le Corbusier den Prototyp Dom-ino, ein Name, der sich sowohl auf das lateinische Wort für Haus ("domus") als auch auf die Steine des Dominospiels bezog, da die Einheiten dieser Häuser wie Dominosteine aufgereiht werden konnten.
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Das Konzept basierte auf der Standardisierung der Elemente zu einem „intellektuellen Konstruktionssystem, in dem die Begriffe 'Räume' und 'Korridor' verschwinden und durch 'Funktion' und 'horizontale Zirkulation' ersetzt werden". Die Treppe befand sich außerhalb des Wohnbereichs. Die Idee dahinter war, dass in Krisenzeiten jeder Einzelne selbst sein Fundament legen und das Gerüst dann von einem Unternehmen geliefert werden könnte. Die Hohlräume sollten dann mit Materialien aufgefüllt werden, die vor Ort zur Verfügung standen. Eine schnelle und kostengünstige Lösung.
3. Er taucht auf Briefmarken und Banknoten auf
Das Antlitz von Le Corbusier war auf dem 10-Franken-Schein zu sehen, der am 8. April 1997 in Umlauf kam. Als wolle er etwas überprüfen schiebt er seine Brille mit dem markanten dunklen Rahmen hoch, während geometrische Formen auf der Rückseite seine architektonischen Entwürfe andeuten.
Zehn Jahre zuvor, 1987, dienten er und seine Arbeiten als Motive für Briefmarken, die in der Schweiz, in Frankreich und in Monaco ausgegeben wurden.
4. Er hatte insgesamt mehr als 200 Mitarbeiter
In seinem Atelier in der Rue de Sèvres in Paris arbeitete Le Corbusier zwischen 1922 und 1965 mit mehr als 200 Mitarbeitern zusammen. Oft umgab er sich mit Architekturstudenten, die nur selten länger blieben als sechs Monate. Doch er hatte auch feste Partner und langjährige Angestellte, die an bestimmten Projekten arbeiteten. Zu seinen bekanntesten Mitarbeitern gehörten Oscar Niemeyer, Jean Prouvé, Lucio Costa, Jean de Maisonseul und natürlich Charlotte Perriand.
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Auch sein Cousin Pierre Jeanneret spielte in seiner Karriere eine wichtige Rolle. Oftmals war es Jeanneret, der die ersten Skizzen anfertigte und sie dann gemeinsam mit Le Corbusier überarbeitete und verbesserte. Jeanneret war auch an seiner Seite, als ihm der Auftrag für den Entwurf der indischen Planstadt Chandigarh übertragen wurde, zu der Jeanneret die Möblierung beisteuerte.
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1926 veröffentlichten sie gemeinsam das Manifest Cinq Points vers une Nouvelle Architecture, in dem sie ihre architektonische Ästhetik beschrieben.
5. Sein organisierter Zeitplan war der Schlüssel zu seiner umfangreichen Produktion
Le Corbusier schuf um die 450 Gemälde, viele davon im Großformat, sowie über 7.000 Arbeiten auf Papier, 350 Drucke, mehrere Dutzend Emaillearbeiten, viele Wandteppiche (gemeinsam mit Pierre Baudouin) sowie Skulpturen in Zusammenarbeit mit Joseph Savina.
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Als er eines Tages auf seine enorme Produktivität angesprochen wurde, antwortete er, dass sein Zeitplan der Schlüssel dazu sei. Vormittags von 8 bis 13 Uhr arbeitete er an seinen persönlichen Projekten. Den Vormittag beschrieb er als die "erste freie Zeit für bildliche Kreation und das Zeichnen". Am Nachmittag beschäftigte er sich dann mit Architektur und Stadtplanung, während der Abend dem Schreiben vorbehalten war.

Le Corbusiers Werke sind auf dem Auktionsmarkt heiß begehrt und werden überall auf der Welt gesammelt, vor allem aber natürlich in der Schweiz, seinem Heimatland. Seine Möbel und Leuchten, die regelmäßig die Highlights in Designauktionen darstellen, sind genauso beliebt wie seine Gouachen und Gemälde, die gerne mehrere Millionen kosten können.








