Seltene Mechanismen, das Streben nach Exzellenz und absolutes Expertenwissen sind die Essenz der Arbeit von Charles Oudin, der sein Leben der Herstellung von Präzisionsuhren widmete.
Aus einer bedeutenden Uhrmacherdynastie stammend, begann Charles Oudin seine glänzende Karriere in der Pariser Werkstatt des Meisters Abraham-Louis Breguet, dem Begründer der modernen Uhrmacherkunst. Bereits während seiner Lehrzeit, die er zusammen mit seinem Cousin Joseph bestritt, perfektionierte Charles einen Mechanismus für die Zeitgleichung, der es Breguets Uhren ermöglichte, die „Echtzeit“, d.h. die Sonnenzeit, und die im Alltag verwendete mittlere Zeit anzuzeigen.
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Ende des 18. Jahrhunderts machte sich Oudin als Hersteller von Luxus- und Präzisionsuhren selbstständig. Sein ehemaliger Meister, der während der Französischen Revolution aus dem Land geflohen war, um in der Schweiz Zuflucht zu finden, hatte ihm angeboten, sein Pariser Atelier zu übernehmen, was Oudin jedoch höflich ablehnte. Dennoch tragen seine ersten Uhren aus dem Jahr 1797 die Signatur „Charles Oudin, élève de Breguet“ („Charles Oudin, Schüler von Breguet“), welche ihm von Breguet selbst verliehen worden war und in der Welt der Uhrmacherei äußerst selten ist.

Oudin wurde schnell bekannt, sodass er bereits 1805 eine Uhr für Kaiserin Joséphine anfertigen durfte, der erste von vielen royalen Aufträgen, die noch folgen sollten. Zu seinen späteren Kunden gehörten Kaiser Napoleon III. und der König von Spanien genauso wie der russische Zar und Queen Victoria.
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1801 bezog Charles Oudins eines der mondänen Geschäfte im Palais Royal. Auf einem dort vor dem Eingang eingelassenen Bodenmosaik steht zu lesen: „Charles Oudin, Horloger de la Marine de l’État“ („Charles Oudin, Uhrmacher der Marine“). Wenn das Unternehmen Charles Oudin dem Zentrum von Paris auch stets treu blieb, so wechselte es doch mehrfach seine Adresse, die sich nach dem Palais Royal zunächst inn der Avenue de l'Opéra und dann am Place Vendôme befand.

Oudin nahm an mehreren Weltausstellungen teil und wurde 1806 und 1819 jeweils mit einer Medaille ausgezeichnet: Zum einen für eine Uhr, die an ihrem Anhänger aufzuziehen war, zum anderen für eine geniale Uhr mit Zeitgleichung.
Schöpfungen von Charles Oudin sind in vielen bedeutenden Museen vertreten, darunter das Metropolitan Museum, das British Museum und die Eremitage sowie das Patek Philippe Museum in Genf und das Musée Breguet in Paris.
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Auf dem Auktionsmarkt reichen die Ergebnisse von einigen hundert bis zu mehreren zehntausend Dollar. Der aktuelle Auktionsrekord für eine Uhr von Charles Oudin stammt aus dem Jahr 2003 und wurde von einer goldenen Uhr mit Doppelfederhaus und Automatikaufzug aufgestellt, die bei Antiquorum für 214.774 Euro den Besitzer wechselte. Der vorherige Rekordpreis hatte bei 46.345 Euro gelegen, erzielt 1993, ebenfalls bei Antiquorum, für eine Uhr mit "großem und kleinem Klingelton" aus vergoldetet Bronze und Silber.
Außergewöhnliche Stücke aus dem Hause Charles Oudin werden nur selten auf dem Auktionsmarkt angeboten, sodass ihnen bei einer solch raren Gelegenheit das Interesse der Sammler gewiss sein kann.








