Kaum ist die Classic Week im Dorotheum, die die Versteigerung eines Tizian-Gemäldes zu einem absoluten Spitzenpreis für sich verbuchen konnte, beendet, steht in dem renommierten Wiener Auktionshaus auch schon das Event an: In der Contemporary Week, die vom 31. Mai bis 3. Juni stattfindet, sind die namhaftesten Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts mit fantastischen Arbeiten vertreten, die Kunstfreunde- und sammler gleichermaßen begeistern werden.
Entdecken Sie mit uns nun sechs Highlights dieser begehrenswerten Offerte!

Im November 1973 suchte Andy Warhol seinen Lieblingskünstler Man Ray für eine Fotosession in dessen Pariser Wohnung auf. Organisiert hatte dies der Turiner Kunsthändler Luciano Anselmino, dem eine Porträtserie der mittlerweile 83-jährigen Dada-Legende in Warhols einzigartigem Stil vorschwebte. Warhol bewunderte Man Ray bereits seit seiner Zeit an der Kunsthochschule in Pittsburgh, was in dem vorliegenden Exemplar aus der Serie, das zum ersten Mal auf dem Auktionsmarkt angeboten wird, durch die für Warhol untypische individuelle Gestaltung zum Ausdruck kommt.

1950 ermöglichte ein Stipendium es dem katalanischen Künstler Antoni Tàpies, sich ein Jahr lang in Paris aufzuhalten und in die dortige Kunstszene einzutauchen. Großen Einfluss auf ihn hatte nicht nur das Informel, sondern auch Jean Dubuffet und dessen Art brut. Es war die Geburtsstunde von Tàpies’ Materialbildern, die Spuren von Alltagsgegenständen in seine Werke integrierten. Mit Schlange in einem Quadrat kommt eine solche Arbeit aus dem Jahr 1991 im Dorotheum zum Aufruf.

Mit dem Werk Deux amis noutchi ist der amerikanisch-ivorische Künstler Aboudia in der Auktion vertreten, der Teil der aufstrebendem zeitgenössischen Kunstszene Westafrikas ist und seine kreative Zeit zwischen seinen Ateliers in Brooklyn und Abidjan aufteilt. Seit 2009 werden Aboudias von den Straßen Abidjans inspirieren Bilder in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, u. a. in London, Lagos, Paris, Johannesburg, Barcelona und New York.
Die Versteigerung von zeitgenössischer Kunst findet in zwei Sitzungen am 1. und 2. Juni statt. Neben den vorgestellten Künstlern sind unter anderem auch Sam Francis, Carla Accardi, Herbert Brandl, Katharina Grosse und Georges Mathieu vertreten.
Bereits am 31. Mai findet die Auktion mit moderner Kunst statt, die damit den Auftakt zur Contemporary Week im Dorotheum bildet. Hier darf auf Werke von Meistern wie Alexej von Jawlensky, Gerhild Diesner, Victor Brauner und Werner Berg mitgeboten werden. Und natürlich auch auf die folgenden drei Highlights.

Nachdem Selbstmord Maria „Ria“ Runks, die sich aus enttäuschter Liebe zu dem umstrittenen Schriftsteller Hanns Heinz Ewers am 28. Dezember 1911 das Leben genommen hatte, beauftragte deren Mutter Gustav Klimt mit der Ausführung eines posthumen Porträts. Der Auftrag zog sich in die Länge, denn der schmerzhafte Verlust ließ die Familie die ersten beiden Porträts ablehnen. Während der Arbeit an dem dritten Versuch, verstarb Klimt selbst und das Porträt blieb unvollendet. In der Contemporary Week kommt nun eine spiegelverkehrte Vorzeichnung zu Ria Runk III zum Aufruf.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Pferd und Mensch“ ist eines der Hauptmotive des italienischen Künstlers Marino Marini. Im Dorotheum haben Sammler nun die Möglichkeit, zwei einander ergänzende Arbeiten von 1955/56 zu ersteigern, die das Thema auf zwei- und auf dreidimensionale Weise behandeln: Zum einen die Bronze Piccolo Miracolo, die einen mit seinem Pferd stürzenden Reiter darstellt, zum anderen das Gemälde Miracolo di colore, mit welchem Marini das Geschehen auf der Leinwand darstellte.

Marc Chagalls verträumte Bilder voller Symbolik entführen den Betrachter ein uns andere Mal in die innere Welt des Künstlers, der die Liebe zu seiner Frau Bella ebenso wiederholt thematisierte wie die Erinnerung an seine Kindheit in Witebsk. Das Aquarell Animal fabuleux: Fabel-Tier von 1926/27 scheint direkt aus einem seiner Träume zu entstammen. Auch die damalige Beschäftigung Chagalls mit den Illustrationen zu Jean de La Fontaines Fabeln könnte eine Rolle gespielt haben.
Freunde und Sammler von Juwelen oder Armband- und Taschenuhren dürfen sich auf entsprechende Auktionen am 2. und 3. Juni freuen, die das Angebot der Contemporary Week abrunden.
Alle Auktionen finden im Palais Dorotheum, Dorotheergasse 17, in Wien statt. Während Vorbesichtigungen der Uhren- und Schmucklose dort bereits möglich sind, muss man sich für die Eröffnung der Kunstausstellung noch bis zum 21. Mai gedulden.
Entdecken Sie alle Lose der Auktionen gleich hier bei Barnebys!



