Um sein Budget für Neuerwerbungen zu verdoppeln, hat sich das Toledo Museum of Art (TMA) in Toledo, Ohio, entschieden, sich von gleich drei prestigeträchtigen Gemälden seiner Sammlung zu trennen, die von Cézanne, Matisse und Renoir gemalt wurden. Am Mai werden sie im Zuge der Modern Art Evening Auction bei Sotheby’s in New York zum Aufruf kommen – ein mit Spannung erwartetes Event, bei dem auch Picassos außergewöhnliches Porträt seiner bedeutenden Muse Marie-Thérèse Walter, Femme nue couchée von 1932 zum Aufruf kommt.
Bei den Gemälden des TMA handelt es sich um Nu s’essuyant (1923) von Pierre-August Renoir (Schätzpreis 3-4 Millionen USD), Fleurs ou Fleurs devant un portrait (1923) von Henri Matisse (Schätzpreis 15-20 Millionen USD) sowie Paul Cézannes Clairière (um 1895), das auf 30-40 Millionen USD geschätzt wird.
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Die drei Meisterwerke, die nun zum ersten Mal seit einem halben Jahrhundert auf den Markt kommen, zeugen von der Meisterschaft ihrer drei bedeutenden Schöpfer und von deren Entwicklung und künstlerischer Experimentierfreude in ihrer jeweiligen Epoche.
Mit Clairière setzte sich Cézanne mit dem konventionellen Begriff der Perspektive in der dargestellten Landschaft auseinander. Die etablierten Formen der künstlerischen Praxis wurden auch von Matisse in Fleurs ou Fleurs devant un portrait herausgefordert, indem der Künstler auf abgeflachte Ebenen in einem reich modellierten und lichtdurchfluteten Interieur setzte. Vervollständigt wird die Vision von neuer und exquisiter moderner Kunst durch Nu s’essuyant, einem Juwel aus Renoirs Spätwerk.
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Der Erlös aus dem Verkauf dieser emblematischen Meisterwerke, soll direkt in den Neuerwerbsfond des Museums fließen, das seinen Sammlung zukünftig breiter aufstellen möchte, beispielsweise mit Werken junger, zeitgenössischer Künstler.
Mit dieser Entscheidung steht das Toledo Museum of Art nicht alleine da. So manches Museum trennt sich aus diesen Gründen von bedeutenden Werken seiner Sammlung, darunter auch das Metropolitan Museum of Art in New York, das Picasso Bronzeskulptur Tête de femme (Fernande) am 12. Mai von Christie’s versteigern lässt.
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Der Verkauf von Kunstwerken durch Museen ist ein derzeit kontrovers diskutiertes Thema. Viele Experten kritisieren, dass Kunstwerke nicht als „Sparschweine“ verwendet werden sollten. Befürworter betrachten die Sache jedoch so wie die Museen und den Verkauf älterer Sammlungsobjekte als gute Möglichkeit, das Angebot der Museen zu verbessern oder zu erweitern.

Der Direktor des TMA, Adam M. Levine, gab an, dass das Museum den Erlös aus der Auktion bei Sotheby’s verwenden werden, „um eine neue Stiftung für Ankäufe zu schaffen, die den Libbey-Fonds effektiv verdoppelt und unsere Bemühungen, unsere Sammlung auf Dauer mit Werken von höchster Qualität zu erweitern und zu verbessern, unterstützt […] Diese erweiterten Mittel werden es uns ermöglichen, unsere Sammlung zu diversifizieren und nach unvoreingenommener Schönheit zu suchen“.
Das Toledo Museum of Art wurde 1901 vom Fabrikantenehepaar Edward und Florence Libbey gegründet. Seine Sammlung umfasst 30.000 Kunstwerke aus aller Welt und aus vielen Epochen.
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Barnebys-Mitgründer Pontus Silfverstolpe sagt: „Der Verkauf von Kunstwerken durch Museen ist ein heikles Thema. Einige halten es für unethisch gegenüber denen, die ein Werk einer Museumssammlung „auf unbestimmte Zeit“ gespendet haben. Andere sehen darin eine gute Möglichkeit, Neuanschaffungen zu finanzieren, um so Sammlungslücken zu füllen. So kommt es beispielsweise des öfteren vor, dass ein Museum mehrere ähnliche Werke eines männlichen Künstlers aus einer bestimmten Schaffensperiode besitzt, während gleichzeitig ein auffälliger Mangel an Werken von Künstlerinnen herrscht, wodurch das Bild, das in der Ausstellung von einer bestimmten kunsthistorischen Epoche gemalt wird, unvollständig ist. Auch ist eine Deakzession aufgrund der stark angestiegenen Preise auf dem Kunstmarkt heute häufig die einzige Möglichkeit für ein Museum, Neuanschaffung zu tätigen.“
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