Noch bis zum 3. Oktober wird der Arc de Triomphe de l’Étoile in Paris von silberblauen Stoffbahnen verhüllt sein. Die Idee zu diesem Projekt spukte bereits in den 1960er Jahren in den Köpfen des Künstlerpaares Christo und Jeanne-Claude herum. Umgesetzt wurde es jedoch erst jetzt, nach dem Tod beider Schöpfer.
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L’Arc de Triomphe, Wrapped ist natürlich nicht das erste Kunstwerk in der 215-jährigen Geschichte des Triumphbogens, bei dem das Pariser Wahrzeichen im Mittelpunkt stand.
Nach der von ihm erfolgreich geschlagenen Schlacht von Auerstedt hatte Napoleon Bonaparte die Idee zur Errichtung eines Triumphbogens, der seine militärischen Siege glorifizieren sollte.

Als Standort für das von römischen Triumphbögen inspirierte Denkmal wurde der damals nur locker umrissene Platz ausgewählt, der über die Avenue des Champs Élysée mit der Place de la Concorde verbunden ist und damit in Sichtachse mit den Tuilerienpalast gelegen war. Ab 1863 hieß dieser Platz Place de l’Étoile, 1970 wurde er in Place Charles-de-Gaulle umbenannt.

Die Bauarbeiten zogen sich bis 1836 hin, als Napoleon I. schon lange von der Bildfläche verschwunden war. Der Bau des Eiffelturms erfolgte erst über fünfzig Jahre später, sodass der Triumphbogen die Rolle des bekanntesten Pariser Wahrzeichens einnahm.

So wie von den antiken Bauruinen in Rom, wurden auch von den Wahrzeichen der französischen Hauptstadt, die junge Männer (und im Laufe des 19. Jahrhunderts vermehrt auch jungen Damen) auf ihrer Bildungsreise besuchten, Modelle und andere Kunstwerke angefertigt, die man als Andenken oder Mitbringsel mit in die Heimat nehmen konnte.
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Während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 hatte der Arc de Triomphe Schaden erlitten und musste Mitte der 1870er Jahre restauriert werden. Der italienische Impressionist Giuseppe De Nittis, der seit 1867 in Paris lebte, nahm der Triumphbogen im Baugerüst in sein Œuvre auf.

Seit dem Brand im Jahr 1871, der den Tuilerienpalast zerstörte, besteht eine direkte Sichtachse zwischen dem Arc de Triomphe de l’Étoile und seinem kleineren Pendant, dem Arc de Triomphe du Carroussel, den Napoleon zwischen 1807 und 1809 zu Ehren seiner Grande Armée hatte errichten lassen.

In der Belle Époque wurde die Avenue des Champs Élysée zur Pariser Prachtstraße und Flaniermeile schlechthin, auf der die Bourgeoisie sah und vor allem gesehen wurde. Der Arc de Triomphe de l’Étoile als krönender Abschluss inspirierte auch die Schmuckindustrie.

Broschen in der Form des berühmten Wahrzeichens wurden beispielsweise von Cartier und dem in Buenos Aires gegründeten Juweliergeschäft der Familie Ghiso, die Anfang des 20. Jahrhunderts über eine Niederlassung in Paris verfügte, angefertigt.
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Der Triumphbogen inspirierte jedoch nicht nur bildende Künstler. Auch Flugkünstler fühlten sich von ihm, bzw. von seinem großen zentralen Bogen, magisch angezogen. 1919 wagte und schaffte der Pilot Charles Godefroy dieses wagemutige Unterfangen. Im Jahr darauf wurde der Bogen zur letzten Ruhestätte eines unbekannten Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg auserkoren, was den Symbolcharakter des Bauwerks unterstreicht.

In den 1980er Jahren wurde auf Initiative von Präsident François Mitterand im jenseits der Seine gelegenen Hochhausviertel La Défense mit dem Grande Arche ein weiterer, moderner, Triumphbogen errichtet, der seine beiden Vorgänger ergänzt.

Vor allem der Eiffelturm, der anlässlich der Weltausstellung von 1889 errichtet wurde, hat, obwohl anfangs umstritten, den Arc de Triomphe de l’Étoile als Pariser Wahrzeichen abgelöst. Doch auch der Louvre, das Musée d’Orsay und die Kirchen Notre-Dame und Sacré-Cœur locken jährlich mehr Besucher der Hauptstadt Frankreichs an, als der Triumphbogen, der in diesem Jahr seinen 185. Geburtstag feiert.




