Der auf einem Feld in Somerset gefundene Münzschatz ist die größte jemals entdeckte Sammlung aus der Zeit nach der normannischen Eroberung durch Wilhelm den Eroberer. Der Fund enthält 2.528 Stücke, die sich auf die Zeit der Schlacht von Hastings (1066) datieren lassen, darunter einige seltene Beispiele für Zwittermünzen mit nicht zusammengehörigen Prägungen auf beiden Seiten. Dadurch wollte der Münzhersteller die Zahlung zusätzlicher Stern vermeiden.
Vermutlich wurde der Schatz einige Jahre nach der Schlacht von Hastings von einem wohlhabenden Einwohner der nunmehr normannisch gewordenen britischen Insel vergraben. Laut den Experten des British Museum ist die Anzahl der Münzen mit dem Profilbild von Wilhelm dem Eroberer fünfmal höher, als die, die bis dato bekannt war. Sie könnten wertvolle Erkenntnisse über die Epoche und die Bevölkerung Britanniens, die sich nunmehr an die normannischen Gesetze halten musste, bringen.

Lisa Grace und Adam Staples, ein erfahrenes Paar im Bereich der Metalldetektion, sagen, sie hätten einem Freund, der lieber anonym bleiben möchte, auf einem Feld in Chew Valley, Somerset den Umgang mit einem Metalldetektor beigebracht, als dieser direkt mit dem ersten Signal diesen Sensationsfund machte. Nach fünfstündigem Graben durch seichtes Gelände begab sich die Gruppe mit über 2.500 Münzen in Eimern, die sie sich von einem benachbarten Bauern ausgeliehen hatte, zum British Museum.
Einige der Münzen sind mit den Gesichtern von gleich zwei Königen auf ihren beiden Seiten geprägt worden, was darauf hindeutet, dass ihr Hersteller auf bereits im Umlauf befindliche Münzen zurückgegriffen hat, um die für das neue Design anfallende Steuer zu umgehen.

Die Experten haben den Wert des Schatzes auf 5 Millionen GBP geschätzt - eine Summe, die, bedingt durch den noch festzustellenden tatsächlichen Zustand der Münzen und die Überflutung des Marktes, noch geringfügig sinken könnte. Der Verkaufserlös wird jedenfalls unter den glücklichen Findern und dem Eigentümer des numismatisch so interessanten Feldes aufgeteilt werden.
"Dies ist eine besonders wichtige Entdeckung für unser Kenntnisse über die Auswirkungen der normannischen Eroberung von 1066", sagte Gareth William, Kurator für mittelalterliche Münzen am British Museum. Wie The Telegraph enthüllte, ist der Münzenfund der größte normannische Schatz, der seit 1833 entdeckt wurde.
In Deutschland sieht das anders aus: Hier geht jeder archäologische Fund im Interesse der Allgemeinheit in Besitz des Staates über, der ggf. professionelle Grabungsteams und Archäologen einsetzt, um die Fundsituation in allen Facetten untersuchen und einordnen zu können. Über einen Finderlohn darf man sich also nicht freuen, der Weg ist also das Ziel. Eine Ausnahme bildet Bayern, wo Finder und Grundstückseigentümer zu gleichen Anteilen als Besitzer eines archäologischen Fundes gelten. (Anm. der dt. Redaktion)




